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Reisebericht zur Usbekistan-Reise

Im Frühjahr 2005 ging es auf eine eindrucksvolle Reise in das Herz Zentralasiens – nach Usbekistan. 

Die Hauptstadt Taschkent überrascht den Reisenden mit großzügiger Weitläufigkeit: breite Alleen gesäumt von mächtigen Bäumen, schattige Parks und weite Plätze prägen auf den ersten Eindruck das Stadtbild. 

Doch auch Monumente und Apartmentblocks -deutliche Spuren sowjetischer Herrschaft- konkurrieren hier mit orientalischen Basaren, Moscheen und buckeligen alten Häusern. Das nächste Ziel, die Bergregion um Beldersay und Tschimgan, erwartet uns für zwei Tage. Immer wieder begegnen uns auch Wochenendausflügler, die von Taschkent hierher zum picknicken kommen: Im Sommer, um der Hitze der Stadt zu entfliehen; im Winter zum Skifahren! Der Lift, der uns „auf den Berg“ bringt, zeugt davon. Auf dem Rücken der Pferde und zu Fuß erkunden wir die Gegend – immer den Blick auf die schneebedeckten Berge! 

Ein anderes Gesicht des Landes offenbart sich uns nach dem kurzen Flug über die Steppe und Wüste, als wir in Chiwa ankommen. Eine ruhige Oasenstadt, in der die Zeit stehen geblieben ist! Wir staunen nicht nur über die gewaltigen Stadtmauern, welche die Altstadt -mit seinen heiligen Moscheen und alten Medresen und den Teppichwebereien- in verwinkelten Gassen umringt. Auch die Freundlichkeit der Pilger, die herzlichen und neugierigen Bewohner der Altstadt rühren uns an. 

Buchara, „die Edle“, ist nächstes Ziel. Die lebendige Oasenstadt besticht nicht nur durch Kuppelbauten und dem türkisblauen Farbenwunder der Majolika, sondern auch durch einen Einblick in die ehemalige jüdische Kultur - ehemalige jüdische Kaufmannshäuser mit krummen Säulen und verblassten Wandmalereien zeugen davon. Am Abend lassen wir uns im Schatten der jahrhundertealten Maulbeerbäume nieder, die den Teich des Hauptplatzes säumen. In Gesellschaft der Usbeken, die hier auf Liegebänken speisen, spielen und schwatzen, laben wir uns an den Köstlichkeiten der usbekischen Küche – Salate, Früchte, Reisgerichte, frisch Gebackenes, Gegrilltes und Gebratenes... 

In Chor Bakr begegnet der älteste Teilnehmer unserer Gruppe einem bald 90-jährigen fast blinden Kriegsveteranen, mit ordenbehefteter Brust. Die beiden blicken zurück auf die Geschichte der Zeit und schließen sich in die Arme - nicht nur sie sind bewegt. 

Dann geht die Reise weiter. Für zwei Nächte genießen wir die Stille und Weite in unserem Jurtencamp in der Wüste. Das Essen ist gut, die Stimmung am Lagerfeuer bei den schönen kirgisischen Gesängen prächtig und in den gemütlichen Jurten findet sich der Schlaf leicht. Wenn man sich denn einmal von dem fantastischen Sternenhimmel losreißen konnte... 

Das letzte Ziel unserer Reise erwartet uns - Samarkand. Der Name hält was er verspricht! Auch wenn die große Stadt moderne Seiten aufweist, sind die bunten Märkte, die türkisblauen Himmelskuppeln der Totenstädte, das Observatorium und die Mausoleen wahrlich faszinierend. Nicht zuletzt verschlägt es uns bei der Schönheit und Gewaltigkeit des Registanplatzes die Sprache – ein eindrucksvolles Mitbringsel im Schatz der Erinnerungen - bevor die Reise uns über Taschkent nach Hause führt.

Verfasserin: Linda Nepicks

VerfasserIn des Reiseberichts: Linda Nepicks

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