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Erlebnisse in Ladakh

Vom 24.06.2006 bis zum 13.07.2006 konnte ich an der Reise nach Ladakh teilnehmen. Start der Reise war Delhi, wo ich nach 1987 das 2. Mal eine Reise beginnen konnte. Am Flughafen wartete unser indischer Guide, der sehr gut Deutsch sprach und sich während der Reise als sehr angenehmer Führer erwies, der uns auch viel über die Kultur beibrachte. Neben der Freitagsmoschee, die nur gegen Eintritt besucht werden konnte, stand das gut bewachte Rote Fort, das Raj Ghat, das India Gate und der Lakshmi Narayan-Tempel auf dem Programm. Neben den Sehenswürdigkeiten fielen mir wieder die interessanten Stromleitungen auf. Auch stellte ich wieder fest, wie billig es ist, aus Indien zu telefonieren. Mein Handy blieb die ganze Reise über unbenutzt. Ein kurzes Telefonat von 2- 3 Minuten kostete auch nur 12 Rupees (ca. 0,21 Euro). Man braucht nur den gelben STD-Schildern zu folgen. Auch das Essen ist sehr preiswert. Ein Currygericht mit Getränk kostete z.B. 300 Rupees oder etwa 5,20 Euro. Aber es ging später noch viel günstiger.

Weiter ging es per Zug nach Amritsar. Es war eine sehr angenehme Fahrt durch sehr schöne Landschaft. Die Abteile waren klimatisiert und sehr komfortabel. Es gab 2 Klassen (Business- und Normalklasse). Es gab Zeitungen, Wasserflaschen, Tee und Gebäck. Später gab es sogar ein Frühstück mit Omelett, Toast und Marmelade. Der Service ähnelte dem Service bei einem Flug. In Amritsar besuchten wir bei großer Hitze den Goldenen Tempel. Wir mussten außerhalb des Innenbereiches der Stadt unseren Bus stehen lassen. Aber das gab uns auch die Gelegenheit, durch die Straßen der Stadt zu laufen und die Geschäftigkeit in den Straßen zu beobachten. Nicht nur wir waren neugierig auf die Menschen hier. Auch die Menschen waren neugierig auf uns. Einige Male mussten wir auch Hände schütteln. Das bedeutet wohl ein gutes Omen. Eine Kopfbedeckung war zum Eintritt in den Tempelbereich erforderlich. Die Schuhe mussten ausgezogen werden. Der Tempelbereich beeindruckte durch seinen vergoldeten Tempel und den weißen Nebengebäuden, in denen wir auch die Pilgerküche kennenlernten.

Weiter ging es mit dem Bus die 200 km nach Dharamsala. Entlang der Straße sahen wir viele schöne grüne Reisfelder, Eukalyptusbäume und Affen. Zuerst erreichten wir das untere Dharamsala (1.250 m). Es ging weiter zum oberen Dharamsala (1.800 m), auch Mc Leod Ganj genannt. Hier ist der Dalai Lama zu Hause. Noch weiter oberhalb waren wir im Hotel Royal Palace untergebracht. Leider war es von außen schöner anzusehen, als es dann von Innen war. Der Service ließ auch zu wünschen übrig. Wir haben nur einmal dort gegessen. Später aß ich lieber im oberen Dharamsala im Lokal „Lhasa Restaurant“. Ein tibetischer Eintopf mit Gemüse, Kartoffeln, Glasnudeln, Tomaten, wenig Fleisch und extra Reis kostete nur 65 Rupees (1,12 Euro). In Dharamsala besuchten wir das Tsechokling (Tse Chok Ling) Kloster. Ziel war natürlich auch der Wohnsitz des Dalai Lamas. Wir konnten ihn sogar bei einer seiner Unterweisungen erleben. Es war wirklich ein Erlebnis. Ein kulinarisches Highlight war auch am Ende der Yogibara Road das Cafe Chocolate Log. Es gab dort eine schöne Terrasse im Freien. Schokoladenkuchen: 25 Rupees, Walnusskuchen: 25 Rupees, Coke: 15 Rupees, Banana-Shake: 35 Rupees, gesamt: 100 Rupees (1,72 Euro).

Die Fahrt von Dharamsala nach Manali war eine wunderbare Fahrt durch die Berge. Unterwegs besichtigten wir einen über 1.000 Jahre alten Hindutempel (804 n.Chr.). Die Landschaft ist noch weitgehend grün. Neben lichtem Wald und den Reisfeldern sahen wir sogar Teeplantagen. Manali sieht aus wie ein Ort, der auch in den kanadischen Rockies liegen könnte. Viele Nadelbäume und Lodges gab es hier. Unser Hotel lag etwas außerhalb. Auf über 1.900 m Höhe bedeutete ein Marsch in die Innenstadt schon eine gewisse Anstrengung. In Manali besichtigten wir den Hadimbamhta Tempel, ein tibetisches Kloster und die lebhafte Innenstadt mit seinem Basar.

Die Fahrt nach Keylong führte uns immer höher. Bis 3.500 m gab es Bäume zu sehen. Danach waren noch viele Blumen und niedriges grünes Gewächs zu sehen. Am Rothang Pass auf 3.978 m Höhe gab es dann sogar noch Reste von Schnee zu sehen. Beim Ausstieg am Pass hielten wir uns an den Ratschlag unseres Guide, trotz Sonnenschein und Wärme nur mit Pullover und Mütze den Bus zu verlassen. Das sollte uns vor der Höhenkrankheit bewahren. Wir hatten so während der Reise wenige Probleme mit der Höhe. Der Weg wurde immer beschwerlicher. Es gab auch mal nur Schotterpisten. Furten mussten durchfahren werden. Gerölllawienen wurden gerade erst beseitigt. Keylong liegt auf 3.350m. So mussten wir doch etwas schnaufen, als wir den kleinen Ort per Fuß erkundeten. Das Hotel hatte einfache und saubere Zimmer. Die Duschen waren offen, so dass das Badezimmer nach einer kurzen Abkühlung gleich unter Wasser stand. Das Hotel war mit Feldern, auf denen Erbsen angepflanzt waren, umgeben.

Die Fahrt nach Sarchu führte uns nun gänzlich in die Höhe. Sarchu liegt auf 4.320 m. Unterwegs besuchten wir das 500 Jahre alte Kloster Gemur im gleichnamigen Ort. Es ist eine Zweigstelle des Klosters in Hemis. Das Kloster hat auch gute Kontakte zu Klöstern in Bhutan. Die Vegetation wurde immer weniger. An einem See, der türkis leuchtete, machten wir in 3.700 m Höhe mit Lunchpaketen Mittag. Die Umgebung sah sehr unwirtlich aus. Es gab aber viele kleine verschiedene Blumen zu sehen. Das Panorama der umliegenden Berge war auch sehr schön. In so einer Umgebung Mittagspause zu machen, lässt einen die Strapazen der Fahrt vergessen. Einmal mussten wir auf 4.350 m die Fahrt unterbrechen, da die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt war. Es wurde neu asphaltiert. Es gab keine Umleitung, keine andere Straße. Wir mussten warten, bis wir weiterfahren durften. Wir überquerten den Pass (Baralacha La – 4.893 m). Der Pass war mit schönen Gebetsfahnen gekennzeichnet. Kleine Pyramiden aus Steinen waren aufgehäuft. Um uns herum waren die Berge 5.923 m, 6.039 m (Khadin) und 6.703 m (Mulkila) hoch. Schnee war auch noch zu sehen. Aber es war gar nicht kalt. Es war so um die 25 Grad. Trotzdem haben wir wieder unsere Pullover und Mützen angezogen, um der Höhenkrankheit vorzubeugen. Später konnten wir bunte Berge bewundern, die wohl durch die enthaltenden Mineralien so bunt waren. Es gab schöne Muster zu bewundern. Ab ca. 4.500 m wurde es merklich grüner. Und die ersten gelben und blauen Blumen waren wieder zu sehen. Wir sahen auch einen Fluss, der sich sein Bett in einen Canyon gegraben hatte. Die Landschaft war sehr trocken. Es gab eigentlich nur wenig Felsen. Die Berge sahen so aus, als ob sie nur aus Sand und Geröll bestünden.

Unser Camp lag auf einer Hochebene kurz vor Sarchu auf einer Höhe von 4.130 m. Unsere Zelte waren von hohem Komfort. Jedes Zelt war für 2 Personen gedacht. Jedes Zelt hatte im Hintergrund ein eigenes Abteil mit Waschgelegenheit und Toilette. Es war alles sehr sauber. Jedes Zelt hatte 2 Betten mit sauberer Bettwäsche und einen kleinen Tisch. Es gab sogar Glühbirnen zur Beleuchtung. Licht gab es aber nur, wenn am Abend der Generator angeschaltet wurde. Warmes Wasser gab es allerdings nicht. Unser Guide sagte aber, dass man später warmes Wasser bekommen könnte. Es würde extra dazu in der Küche heiß gemacht. Am Anfang des Camps gab es ein großes Zelt, in dem man sich zu den Mahlzeiten traf.

Anmerkung: Aus einer anderen Reisegruppe war ein junges Mädchen bei der Ankunft mehrmals über den freien Platz des Camps gelaufen. Warm war sie auch nicht angezogen gewesen. Wir haben sie dann am nächsten Tag am Morgen und unterwegs auf den Pässen nur noch gesehen, wie sie beim Gehen durch ihre Mutter gestützt werden musste. Sie musste wohl Probleme mit der Höhe bekommen haben.

In der Nacht hatte es auf den Gipfel etwas geschneit. Es war 8 Grad kühl am Morgen. Es ging weiter Richtung Tsokar. Wir überquerten hierzu die Pässe Nakeela (4.738 m), Lachalung (5.030 m) und Kangla Jal (4.878 m). Durch den Sonnenschein wurde es wieder wärmer. Die Landschaft war weiterhin sehr felsig. Später gab es nur noch unbefestigte Wege. Bei Tsokar (4.540 m) gab es wieder ein festes Camp neben einer schönen weißen Stupa. Die Zelte waren wieder groß. Nur gab es nicht wieder den Luxus, dass jedes Zelt seine eigene Nasszelle hatte. Aber die Bettwäsche war frisch und sauber. Am nächsten Tag ging es von Tsokar nach Karzok am Tsomoriri See. Es ging vorbei am Salzsee von Tsokar. Der Ort Tsokar wirkte ziemlich verlassen. Es wird nur in den Wintermonaten bevölkert, wenn die Nomaden mit ihren Herden zurückkommen. Eine alte Frau, die nicht mehr mit auf Wanderschaft ging, passte auf die kleine Häuser auf. Oberhalb des Ortes liegt ein 100 Jahre altes Kloster, dass wir besichtigten. Beim Aufstieg merkten wir die dünne Luft. Wir verließen nun auf einer Geröllpiste das Tal. Die Fahrt ging langsam bergauf. Später sahen wir sogar auch eine Nomadenfamilie mit ihren Zelten. Wir überquerten den Polokongka Pass (4.900 m) mit seinen schönen Gebetsfahnen und der kleinen Stupa, die vor dem Halt erst einmal umrundet wurde. Später überquerten wir den Namshang Pass (4.750 m), bevor wir an dem schönen Thazang Guru See in der absoluten kargen Einsamkeit Mittagspause machten. In der Ferne sahen wir Nomaden mit ihren Herden. Am späten Nachmittag erreichten wir dann den Ort Karzok (4.520 m) am wundervoll blauen Tsomoriri See. Wegen Streitigkeiten zwischen Ortsführung und dem Reiseunternehmen aus Leh durften wir nicht das feste Camp nutzen. So wurden kleiner Zelte aufgebaut. Aber es gab gute Isomatten und sogar wieder frisches Bettzeugs. Die mitgebrachten Schlafsäcke kamen so endlich zum Einsatz. Der kleine Campingplatz lag sehr schön an einem kleinen Bachlauf. Wir gingen mit unserem einheimischen Guide auf eine kleine Wanderung den See entlang. Das Laufen war einfacher geworden. Wir stiegen langsam einen Hügel hinauf. Von dort oben hatten wir eine schöne Sicht den See entlang. Richtung Süden waren Schneeberge zu sehen. Richtung Norden hatten wir einen schönen Blick auf Karzok und sein Kloster.

Wieder am Thazang Guru See vorbei und über den Namshang Pass ging es Richtung Leh. Es ging durch tief eingeschnittene, trockene Täler, die durch einige Oasen am Fluss Abwechslung boten. Später ging es wieder auf Teerstraßen weiter, bis wir in das weite Tal von Leh kamen. Bald sahen wir das Kloster von Stakna und Thikse. In Shey, der alten Königsburg, sahen wir ein ganzes Feld von weißen Stupas. Unser Hotel in Leh, das Kaal Hotel, das sehr gut war, lag leider etwas außerhalb vom Zentrum. Man braucht vom Hotel entweder ein Taxi oder geht 20-30 Minuten zu Fuß. Man kann aber auch den Hotel eigenen Bus nehmen.

Am nächsten Tag ging es zum Fest ins Hemis Kloster. Statt des Klosters sahen wir bei der Anfahrt nur eine lange Schlange von Jeeps und Bussen, die den Berg hinauf fuhren. Sie wollten alle zum Fest. Ich befürchtete, dass es eine reine Touristenveranstaltung sein würde. Aber unser Führer erzählte, dass die Kinder an diesem Tag schulfrei hatten. Wir sahen dann auch Bussen mit Ladakhis. Es wurde ein sehr schöner Tag, mit interessanten Darbietungen über das Leben des Padmasambhava. Wir hatten zwar super Plätze auf einem Balkon. Ich stöberte etwas durchs Kloster. So entdeckte ich verschiedene Gebetsräume in den verschiedenen Stockwerken. Überall waren auch Pilger zu sehen, die für das Fest ihre schönen Festkleidungen angezogen hatten. Viele Ladakhis beteten in den Gebetsräumen. In einem Versammlungsraum zogen sich die Mönche für die Veranstaltung um. Es gab ein großes Gedränge der Photographen. Zu Beginn der Tänze ging ich in den Klosterhof. Unterhalb der Treppe zum Versammlungsraum fand ich einen super Platz, wo ich trotz großem Gedränge ganz nah am Geschehen sein konnte. Als wir das Fest verließen, hatten wir viele schöne Eindrücke gesammelt. Wir waren aber auch sehr verschwitzt, da es doch sehr warm geworden war. In Thikse besuchten wir noch das am Berg gelegene Kloster. Besonders beeindruckte uns die große Buddhastatue, die den Buddha des kommenden Weltzeitalters, Maitreya, darstellt. Die Statue ist im Maitreya-Tempel zu sehen und ist 2 Stockwerke groß. Anschließend ging es weiter zum alten Königspalast von Shey. Heute ist die Anlage leider ziemlich verfallen. Sie wird aber nun wieder restauriert. Auch hier gibt es eine wunderschöne Buddhafigur zu sehen. Sie ist 8 m hoch.

Am nächsten Tag ging es Richtung Alchi. Unterwegs besichtigten wir in einem Seitental das Kloster Phiyang. Weiter ging es auf der Hauptstraße durch die trockene Hochebene. Begleitet wurden wir vom Fluss Indus, an dessen Ufer sich doch Oasen bildeten. Sonst gab es nur sandige trockene Berge entlang der Straße. Wir sahen die Stelle, wo zum Indus der Fluss Zanskar trifft. Hier war ein schönes Farbenspiel der unterschiedlichen Flussfarben zu beobachten. Alchi liegt etwas abseits der Hauptstraße auf einer erhöhten Landterrasse, die einmal durch den Fluss entstanden ist. Deshalb ist es hier sehr fruchtbar. Am Ende der Straße war ein Parkplatz. Von hier kommt man zum Kloster und zum Zeltcamp. Das Zeltcamp liegt etwas unterhalb der Straße zwischen Aprikosenbäumen. Es gab wieder große Zelte. Es war aber ein Luxuscamp. Es gab betonierte Wege. In den Beeten dazwischen hat man sogar versucht, Blumen zum Blühen zu bringen. Es gab ein Haus mit Toiletten und Duschen. Bei unserer Ankunft war es wieder sehr warm. Es hatte 36 Grad. Für das Mittagessen waren die Tische und das Büffet unter Aprikosenbäumen aufgestellt worden. Später besichtigten wir das 1.000 Jahre alte Kloster von Alchi, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Besonders schön war der Sumtsek-Tempel. Er fällt durch seine dreigeschossige Holzkonstruktion auf. Es gibt sehr schöne Schnitzereien zu sehen. Die hölzerne Eingangsveranda ist 900 Jahr alt. Im Innern gibt es wieder schöne Wandmalereien, die sehr detailliert sind. Am nächsten Tag sollte es für einen Tagesausflug nach Lamayuru gehen. Beim Aufstehen um 6:50 waren es schon 25 Grad und das auf einer Höhe von 3.200 m. Um 7:30 ging ich mit dem Guide zum Kloster, wo eine kleine Puja abgehalten wurde. Nur ein einzelner Mönch hielt die Puja ab. Wir setzten uns dazu und genossen die Stimmung beim Lesen der heiligen Verse. Später ging der Guide wieder und ich saß fast ein halbe Stunde allein mit dem Mönch im Innenraum des Sumtsek-Tempels. Wir folgten weiter dem Indus in seiner trockenen Schlucht. Es gab weitere schöne grüne Oasen zu sehen. Später ging es durch kleinere trockene Seitentäler, die nur durch kleine Bäche etwas begrünt wurden. Wir mussten bei der Enge der Straße öfters warten, da eine lange Militärkolonne uns entgegen kam. Den Militärfahrzeugen musste im Zweifel Vorrang gewährt werden. Kurz vor Lamayuru hatten wir eine bemerkenswerte Steinformation erreicht. Es sind hellgelbe Sandablagerungen, die einen ehemaligen See kennzeichnen. Es haben sich interessante Felsformationen ergeben. Natürlich sahen wir uns wieder das Kloster in Lamayuru an. Als wir das Kloster wieder verließen, kam uns eine alte Frau mit ihrer Gebetsmühle entgegen. Sie wurde uns schon durch unseren Guide angekündigt. Sie kommt wohl immer, wenn sie Touristen ankommen sieht. Sie lässt sich gern gegen ein kleines Trinkgeld in Höhe von 10 Rupees fotografieren.

Im Ort fanden wir ein schönes kleines Gartenlokal unterhalb des Klosters. Es erinnerte ein wenig an eine griechische Taverne. Nur gab es hier neben den einfachen Tischen und Stühlen keine Olivenbäume sondern Aprikosenbäume. Bei der Rückfahrt nach Alchi wurde die Fahrt wieder etwas schwieriger. Nun mussten wir eine Militärkolonne überholen. Aber es gab nicht viele Gelegenheiten, einen LKW zu überholen. Aber unser Fahrer schaffte es. Es wurde dadurch eine abenteuerliche Fahrt. 13 km vor Alchi verließen wir bei Uletokpo wieder die Hauptstraße. Wir wollten uns das Kloster Rizong ansehen. Auf halben Weg nach Rizong weitete sich das Tal. Es gab hier ein schönes kleines Wäldchen. Wir sahen einige Zelte von Rucksacktouristen. Hier gibt es auch ein Nonnenkloster. Es hat den Namen Chulichan Chomoling. Es eines der wenigen ständig bewohnten Nonnenklöster in Ladakh. Am Ende eines weiteren Seitentales lag am Hang das Kloster Rizong, das 170 Jahre alt ist. Es besteht aus mehreren kleinen Gebäuden und ist gut anzusehen. Wir stiegen schnaufend bergauf. Es gab ein Gewirr von Wegen. Wir fanden dann aber den Weg zum schönen Versammlungsraum Dukhang. Von dort oben hat man auch einen schönen Blick zurück zum Industal. Zurück am Parkplatz sahen wir eine Gruppe von jungen Mönchen. Die Schule war gerade aus. Wir nahmen einige der jungen Mönchsschüler in unserem Jeep mit. Sie wollten sich den weiten Fußmarsch ins Tal ersparen. Sie wollten sich im Bach waschen gehen. Wir setzten sie bei dem Nonnenkloster ab.

Anmerkung: In Alchi gab es sogar die Möglichkeit, ins Internet zu gehen. Aber es war sehr teuer und sehr langsam. Aber das darf nicht wundern, wo es doch immer noch Probleme mit Strom gibt außerhalb von Leh. Bei der Rückfahrt nach Leh machten wir beim Kloster von Spituk halt. Das Kloster liegt kurz vor Leh etwas erhöht. So hat man wirklich einen schönen Überblick über den Flughafen und das grüne Tal von Leh. Neben der Besichtigung der Gebetsräume bestand die Überraschung aber hier darin, dass 4 Mönche dabei waren, ein großes Mandala aus Sand zu erstellen. Es war schon fast fertig. Es war sogar dreidimensional. Wir konnten dabei zusehen, mit welcher Konzentration die Mönche bei der Arbeit waren. Es ging aber auch recht lustig zu.

Zurück in Leh bummelte ich ein wenig durch die Altstadt und suchte auch eine Stelle, wo ich einen guten Überblick über den alten Palast haben könnte. So fand ich schließlich den staubigen Poloplatz, wo wohl immer noch Polospiele stattfinden. Im Zentrum, fand ich am Rande der kleinen Basarstraße beim neuen Tempel ein Lokal im 2. Stock. Es war sehr warm. So genoss ich auf der Dachterrasse unter Schirmen den Blick auf das Treiben unter mir. Zurück im Hotel gab es im Hotelgarten eine Aufführung von ladakhischen Tänzen. Es war eine sehr interessante Veranstaltung. Es gab verschiedene schöne Kostüme zu bewundern. Die Veranstaltung musste allerdings in Euro bezahlt werden. Der Preis war viel zu hoch, wenn man sich die Lebenshaltungskosten in Ladakh vergegenwärtigte. Es war eben eine Touristenveranstaltung.

Das nächste Highlight war die Fahrt ins Nubra-Valley. Es ging über den Khardong-Pass. Er ist mit seinen 5.606 m der höchste befahrbare Pass der Welt. Anfänglich ist die Fahrt gut. 14 km vor dem Pass auf einer Höhe von ca. 4.500 m wurde die Straße schlecht. Dies war aber kein Wunder, da dort oben ja lange Schnee liegt und die Arbeiter nicht viel Zeit haben, die Straße in Stand zu setzen. Zu unserer Zeit war allerdings nicht mehr viel vom Schnee zu sehen. Es war bei dieser Höhe doch sehr verwunderlich. Auch auf der anderen Seite dauerte es eine Weile, bis die Straße wieder besser wurde. Es ging in Serpentinen wieder abwärts. Schmelzwasser sammelte sich zu kleinen Bächen. Je tiefer wir kamen, umso mehr Grün war wieder zu sehen. Der Boden wurde aber nur mit Grün bedeckt. An einem kleinen See sahen wir dann auch Yaks und Pferde, die hier schon wieder Nahrung fanden.

Später erreichten wir den Ort Khardong. Der Ort war wieder eine schöne grüne Oase. Als wir das Nubra Valley erreichten, fuhren wir am Ufer des Flusses Nubra entlang. Wir fuhren weiter Richtung Diskit und befanden uns auf einmal in einer Sandwüste. Die Straße querte diese Wüste Richtung südlichen Bergrand. Diskit ist eine schöne große grüne Oase. Vor Diskit ging es den Berg hinauf zur Diskit Gompa. Das Kloster liegt auf einem Hügel und ist von weitem zu sehen.Das Kloster ist mit seinen 80 Mönchen das wichtigste und mit seinen 150 Jahren das älteste Kloster im Nubra Valley. Es gehört zum Kloster in Thikse.

Nach der Besichtigung des Klosters fuhren wir weiter nach Hundar. Das größte Dorf vom Nubra Valley liegt 8 km hinter Diskit. Wir besichtigten das kleine Kloster an der Straße. Es ist an die 550 Jahr alt und gehört auch zum Kloster in Thikse. Wir hatten Glück, dass ein Mönch da war. Er war 70 Jahre alt und selbst schon viel gereist (Tibet, Kalkutta...). Er zeigte uns gern sein Kloster war aber auch neugierig, wo wir herkämen und warum wir eine solche Reise unternehmen würden. Wir erklärten es damit, dass uns fremde Kulturen interessieren würden und dass wir sie nicht nur im Fernsehen kennen lernen wollten. Die Straße ging hinter dem Kloster über eine Brücke. Hier war ein Militärposten. Hier war auch das Ende der Straße für Touristen. Dahinter geht es in das Grenzgebiet zu Pakistan. Da dürfen nur Einheimische weiterfahren.

Zu unserem Camp ging es das Tal zurück. Später bogen wir in ein Seitental ab, um nach Sumur zu fahren. In Sumur hatten wir nun unser Camp erreicht. Es lag abseits der Straße zwischen Bäumen versteckt. Die Zelte waren wieder sehr groß. Die Ausrüstung ließ etwas zu Wünschen übrig. Es gab zwar saubere Betten. Einen Tisch und einen Stuhl musste aber noch besorgt werden. Die Ansprüche wurden auch immer größer und das in dieser Abgeschiedenheit, seltsam.

Am nächsten Tag sollte es noch eine weiter Besichtigungstour in diesem Tal geben. Die Fahrt ging nach Panamik, wo heiße Quellen zu besichtigen waren. Die Quellen waren dann aber eine Enttäuschung. Im Reiseführer wurde schon gesagt, dass sie sehr schmutzig wären, da das Militär dort seine Fahrzeuge wäscht. So schlimm war es dann doch nicht. Es ist auch nicht möglich, da die Quellen oberhalb der Straße sind, wo man nur zu Fuß hinkommt. Aber außer den heißen Quellen und einem nicht gerade einladenden Badehaus gibt es hier nichts zu sehen. Den Ausflug hierher kann man sich wirklich sparen. Wenn man Zeit hat, sollte man lieber den Tagesausflug zur Ensa-Gompa machen. Dabei kann man bestimmt noch einmal die Landschaft besonders genießen. Wir hatten leider keine Zeit dazu. Bei der Rückfahrt sahen wir dann einen kleinen See, der sich durch den Nubra-Fluss gebildet hatte. Hier machten wir Halt, da sich die umliegenden Berge sehr schön darin spiegelten. Kurz vor Sumur machte unser einheimischer Guide noch den Vorschlag, von der Hauptstraße abzubiegen und in den Ort Chamshane (Chansem) zu fahren. Er liegt mitten in einer schönen Oase und von außen sind die Häuser erst gar nicht zu sehen. Wir bummelten dann auf einer kleinen Straße durch den Ort. Wir sahen ein Schule, der wir einen Besuch abstatteten. Wir durften ein wenig den Unterricht stören. Die Schüler und Lehrer waren genauso neugierig auf uns wie wir auf sie. Der Guide ermöglichte es uns dann sogar, in einem Privathaus uns die Einrichtung anzusehen. Zurück im Camp machten wir uns nach einer Pause uns auf, ein Kloster oberhalb des Ortes zu besuchen. Dieses Mal ging es zu Fuß los. Wir kamen dann zu einem kleinen Kloster, dass zwischen den Bäumen fast nicht zu sehen war. Leider war der Mönch nicht da und so war das Kloster geschlossen. Wir gingen die Straße weiter aufwärts und erreichten nach kurzer Zeit dann die Samtanling Gompa. Es ist mit seinen 150 Jahren ein ziemlich junges Kloster. Aber sein äußeres Erscheinungsbild war bei der Ankunft doch sehr beeindruckend. Wir durften wieder 2 Gebetsräume ansehen. Wir durften dann noch die Wohnung ansehen, wo der Dalai Lama wohnt, wenn er dieses Kloster besucht. Wir wollten schon gehen, als uns die Mönchsschule auffiel. Im Hof waren junge Mönche gerade dabei, die Diskussion zu üben. Ich hatte so etwas schon einmal bei meiner Reise 1989 in Tibet gesehen. Ein junger Mönch sitzt auf dem Boden, ein anderer steht vor ihm. Der stehende Mönch denkt sich eine These aus, die er dem sitzenden Mönche mit einer klatschenden Handbewegung entgegen wirft. Zurück an der Straße fiel uns noch eine Gruppe von Kindern unterhalb der Straße in einem Garten auf. Es sah nach einem größeren Picknick aus. Wie wir erfuhren, waren es Kinder aus dem SOS Kinderdorf in Leh, die hier zu Besuch waren.

Über Nacht war das Wetter schlechter geworden. Es sah nach Regen aus. Wir fuhren auch erst später los, da wir nicht wussten, wann wir den letzten Kontrollpunkt vor dem Pass würden passieren dürfen. Es hatte sich eine Militärkolonne aus Leh angekündigt gehabt. Dafür sollte die Straße über den Pass freigehalten werden. Es hieß, dass wir erst nach 13:00 am Kontrollpunkt würden weiterfahren dürfen. Unterwegs machten wir im Ort Khardong halt. Während wir in einem kleinen Lokal unseren Tee tranken, kamen immer wieder Fahrzeuge aus der Richtung des Passes an uns vorbei. Wir fragten uns, ob der Pass wirklich gesperrt war. Unser Fahrer hielt dann auch ein Fahrzeug an und fragte den Fahrer nach der Lage am Kontrollpunkt. Die Auskunft war so positiv, dass wir uns schnell zum Aufbruch entschlossen.Wir kamen wirklich ohne Problem am Kontrollpunkt vorbei. Nur einzelne Militärfahrzeuge kamen uns entgegen. Am Pass schneite es leicht. Vor Leh hörte es dann wirklich auf zu regnen.

In Leh war es trocken aber doch kühler als bei unserer Abfahrt 2 Tage zuvor. Zurück im Hotel, bekamen wir wieder unsere Lunchpakete, die wir eigentlich unterwegs hatten nutzen sollen. Ich wollte aber lieber in der Stadt essen gehen. Unser Guide wollte nach Leh zum Essen fahren. Ich durfte mitfahren. Ich wollte auch noch einmal etwas Typisches essen gehen. Wir fuhren zu einem kleinen Lokal in der Basarstraße. Es hatte nur 4 Tische mit jeweils 4 Stühlen. Alle Plätze waren mit Einheimischen besetzt. Wir probierten im Stehen frische Samosas. Sie waren super. Dann wurden 2 Plätze frei. Wir bestellten für jeden von uns ein Essen, dass auf einem Blechteller mit 5 Unterteilungen serviert wurde. In den 4 kleinen Abteilungen gab es zweierlei Curry-Gemüse (Kichererbsen und Kartoffel), Joghurt und eine schärfere Soße. Dazu gab es 2 große Fladenbrote aus dem Tandoori-Ofen. Es war ein einfaches aber sehr leckeres Essen. Es war so, wie ich es mir zum Abschluss noch einmal gewünscht hatte. Der Guide aß zum Nachtisch noch eine süße Kugel. Ich kannte sie aus Darjeeling. Sie war mir zu süß. Als ich dann alles zusammen bezahlte, betrug die Rechnung 85 Rupees (1,46 Euro)! Nun wollte ich noch einmal telefonieren. Es klappte auch nach mehreren Versuchen. Ich musste 25 Rupees (= 0,43 Euro) bezahlen.

Am nächsten Tag ging es zurück per Flugzeug nach Delhi. Wir brachen früh auf. Es war nicht sicher, ob das Flugzeug bei schlechter Sicht kommen würde. Zur gleichen Zeit flog auch eine Militärmaschine ab. Eine weitere Maschine von Jet Airways nach Delhi (Flugnummer 610) startet vor uns. Unsere Maschine kam mit 30 Minuten Verspätung an. Beim Start unsere Reise hieß es, dass kein Handgepäck erlaubt sein würde auf dem Flug Leh nach Delhi. Es war nun doch erlaubt. Aber es wurde vor dem Einsteigen nun streng kontrolliert. Wir hatten aber keine Probleme hiermit. Es ging alles gut. Beim Start gab es eine starke Bewölkung. So waren wir schnell in den Wolken und hatten leider keine Sicht beim Flug über die Berge. Zuletzt hatte ich noch das Kloster von Spituk gesehen.

Wir landeten am nationalen Flughafen von Delhi. Es war 34 Grad warm und sehr schwül. Das Hotel war in der Nähe des internationalen Flughafens von Delhi. Es war ein großes internationales Flughafenhotel in grüner Umgebung. Es gab große Zimmer und einen schönen Swimmingpool. Wir verbrachten den Tag im Hotel. Ich legte mich an den Swimmingpool. Bei der schwülen Luft brachte jede Bewegung den Schweiß hervor. Das Wasser war auch so warm, das es keine Abkühlung brachte. Dann leistete ich mir noch eine Ganzkörpermassage im Fitnesszentrum. Ich wusste aus Sri Lanka, dass man in diesen Ländern günstiger an Massagen kommt als in Deutschland. So zahle ich auch nur 500 Rupees (= 8,61 Euro) dafür. Die Massage dauerte 45 Minuten und war sehr wohltuend. Im Fernsehen sahen wir später die Berichte um die Bombenanschläge in Bombay und Srinagar. Es hieß, dass Flüge ausfallen würden und die Kontrollen an den Flughäfen in Delhi verschärft worden seien. Wir hofften, dass unser Flug in der Nacht pünktlich abgehen würde. Wir wurden um 22:30 vom Hotel abgeholt. Ein anderer Führer von dem indischen Reiseunternehmen begleitete uns zum Flughafen. Es gab dort dann aber keine stärkeren Kontrollen. Diese Ankündigungen hatten sich wohl nur auf den nationalen Flughafen bezogen. Es war nicht gleich klar, an welchem Gate die Maschine ankommen würde. Es gab einige Verwirrung. Die Maschine landete dann verspätet. Trotz Verspätung schafften wir es dann aber dank des Rückenwindes, pünktlich in Wien bzw. München anzukommen. Nach einer langen Nacht kam ich am Vormittag zu Hause an. Es gab zur Begrüßung blauen Himmel und es war schön warm.

Verfasser: Harald Braun

VerfasserIn des Reiseberichts: Harald Braun

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