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Das Ziel vor Augen

Dienstag, den 24. Juli 2007. Heute beginnt unser letzter Wandertag.Mit dem Bus zum Ausgangspunkt der Wanderung AMANAL. Auf einem Waldweg steil bergauf durch duftende Eukalyptuswälder nach LAVACOLLA. Hier pflegte der mittelalterliche Pilger sich zu waschen, um sauber vor den Hl. Jakobus zu treten.

Ich bin heute schon gewaschen. Weiter bergauf nach VILLAMAIOR zum idyllischen Picknick im Schatten. Es wird wieder heiss. Alle Kräfte werden nun mobilisiert, um den letzten Anstieg auf die Höhe nach MONTE DO GOZO zu schaffen. Eine chic in rose gekleidete Dame mittleren Alters überholt mich leichtfüßig, aber ohne Gepäck. Machen die Spanier mal so eben einen Ausflug über die Berge nach Santiago? Ich habe diese Dame nämlich in Santiago wieder gesehen, da lief sie unmittelbar vor mir her, in Richtung Kathedrale. Ich bin noch nicht angekommen.

MONTE DO GOZO (Berg der Freude) ist erst noch zu erklimmen. Ich mache wieder die Nachhut. Bei der Kapelle angekommen hole ich mir meinen letzten Stempel vor Santiago ab, und ein Marienbild aus der Kapelle hat mir eine Mitpilgerin gegeben. Ich bin garnicht in die Kapelle gegangen, einfach vergessen, viel zu viele Leute. Hier sammelt sich die gesamte Pilgerschar um die letzten 4 km nach Santiago hinabzusteigen.

Der Mone do Gogo ist auch eine Walfahrtstätte, seit Papst Johannes Paul II. auf seiner Pilgerreise 1982 hier Station gemacht hat. Das ihm zu Ehren errichete Denkmal ist groß, verrostet und überaus scheußlich. Manchmal ist weniger eben mehr. Der euphorische Blick auf die Kathedrale von Santiago, der bei mir den Turbo-Antrieb auslösen soll, bleibt der wackeren Pilgerin verwehrt, da zugebaut. Dann eben nicht.

Die Restwanderung ist reines pflastertreten erst hinab zur Stadt und dann durch die Stadt direkt zum Eingang der historischen Altstadt, der PORTA DO CAMINO, bis 1835 Standort eines der sieben Stadttore. Wir durchwandern die PRAZA DE CERVANTES, die RUA DA ACIBECHARIA und erreichen den PLatz PRAZA DA INMACULADA, der rechts vom mächtigen Bau des Benediktinerklosters SAN MARTIN PINARIO abgeschlossen wird. Links erhebt sich die Nordfassade der Kathedrale, daneben der erzbischöfliche Palast PAZO DE XELMIREZ. Ich habe vor lauter Aufregung erst einmal das Benediktinerkloster fotografiert, und es für einen Teil der Kathedrale gehalten. Bis eine Mitpilgern sagte "Angelika links ist die Kathedrale".

Es geht weiter zum PRAZA DO OBRADOIRO, dem Platz vor der Westfassade der Kathedrale, bis zur Steinplatte auf dem Boden mit Muschel und Inschrift in ungefähr der Mitte des Platzes, der das Ende der Pilgerschaft anzeigt. Kilometer "O". Es ist 15.45 Uhr und ich stehen staunend und glücklich vor dem imposanten Bauwerk. Gigantisch! Ich bin ganz stolz auf mich, dass ich das geschafft habe. In der Kathedrale setze ich mich in eine Bank um ein Dankgebet zu sprechen. Eine Mitpilgerin setzt sich zu mir, umarmt mich, und bedankt sich bei mir für unsere gemeinsame Pilgerschaft. Jetzt fließen die Tränen, die Anstrengung ist vorüber und alle Last und Mühe fällt von mir ab. Es ist ein glücklicher Moment.

Das abendliche Feuerwerk beginnt um 23.45 Uhr. Ich sehe den Menschenmassen zu, die in die Altstadt strömen, bleibe aber mit einigen Mitpilgern gemütlich beim Rotwein in der Bar hocken. Ich bin einfach zu kaputt, und sollte etwas Schönheitsschlaf haben, um morgen für die große Pilgermesse wieder fit zu sein.

Verfasserin: Angelika Ringel 

...unterwegs auf dem Jakobsweg

VerfasserIn des Reiseberichts: Angelika Ringel

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