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19Mai2017

Wie ich mich blind in ein Land verliebte…

Eine kulinarische Reise durch Peru

Kann man sich blind in ein Land verlieben? Ich sage: Ja. Unter einer Bedingung: Man muss es schmecken! Zumindest trifft dies auf Peru zu. Die Gewinnerhistorie des renommierten „World Travel Award“ spricht für sich: Der Titel „Weltweit beste kulinarische Destination“ geht seit 2012 jedes Jahr an Peru. In Lima allein sind drei der 50 weltbesten Restaurants zu finden. Und die Zahlen werden immer eindrucksvoller, je tiefer man nach Peru vordringt – oder je höher man kommt: So erzählt man mir in den Anden von 800 Quinoa-Sorten sowie stolzen 4.000 verschiedenen Kartoffel- und Maisarten (jeweils!), die in ihrer Farbe, Größe und im Geschmack nicht unterschiedlicher sein könnten. Aber nicht nur die Kartoffel hat seinen Ursprung im Inka-Reich, auch eines der gesündesten Fleischarten der Welt. Und wenn auch Sie dachten Perus beste Lockmittel wären Machu Picchu, Kolonialstädte und ursprüngliche Natur, nehme ich Sie mit auf eine kulinarische Reise durch das Land der verborgenen Schätze. 

1. Station: Die Hauptstadt – Amor a Lima
Auf Limas Hauptplatz begrüßt mich das lebendige, pulsierende Peru buchstäblich mit Pauken und Trompeten. Es ist Wachablösung am Regierungssitz. Abseits des Trubels und chaotischen Verkehrs kommen die Limeños (so nennen sich die Bewohner) dagegen unter den ältesten Olivenbäumen Südamerikas oder in den Parks von Miraflores an der Küste zur Ruhe. Hier isst man seinen Lunch mit Blick auf den türkisblauen Pazifik, der laut und wild Surfer zu sich einlädt. Darüber schweben Paraglider. Mein Magen knurrt als ich durch das Künstlerviertel Barranco schlendere – mein Lieblingsstadtteil von Lima! Eine sommerliche Brise weht durch die Gassen des ehemaligen Fischerdorfes. Ich bestaune immer wieder bunte Bauhaus- und Jugendstil-Häuschen. Noch heute heißt das Leibgericht hier Fisch. Und so finde ich mich im verwunschen schönen Innenhof des Restaurants Amor a mare wieder. Der Name ist Programm: Ich esse in Limettensaft badende Jakobsmuscheln auf einem Bett aus Meersalz und fabelhaftes Thunfischsteak auf Quinoa. Und liebe es.

Meine zweite kulinarische Empfehlung in Lima: Das Restaurant des Larco Museums bietet nach dem Museumsbesuch fabelhafte traditionelle Küche inmitten eines blühenden Bilderbuch-Gartens.

Und mindestens beim zweiten Mal essen gehen in Peru weiß man: Das Nationalgetränk ist Pisco Sour. Auch wenn sich die Geister der Nachbarländer scheiden, für die Peruaner ist es klar: Der Cocktail stammt nicht aus Chile, sondern aus Peru. Aber kann das schmecken wenn Traubenschnaps auf Zitrone und Ei trifft? Beim Pisco-Sour-Workshop erfahre ich es schließlich und ja, bin nun auch vollends vom Nationalgetränk überzeugt. Statt der klassischen Weinprobe ist ein solcher Workshop, den viele Hotels und Bars anbieten, also ein guter Tipp.

2. Station: Die Anden – dem Himmel so nah und Schätze aus der Erde
Ich verabschiede mich vom Pazifik und schnüre die Wanderschuhe – es geht voller Enthusiasmus und Motivation in die Anden …und dann bleibt mir erst einmal die Luft weg. Auf bis zu 5.000 m nimmt der Sauerstoffanteil in der Atemluft stetig ab und das wirkt sich bei manchen mehr bei manchen weniger (bei mir mehr) auf das körperliche Befinden aus. Aber auch da kann die peruanische Meisterköchin namens Mutter Natur („Pachamama“) Abhilfe schaffen: Coca! Während die Heilpflanze unter anderem in Deutschland verboten ist, bedeutet sie für die Peruaner – und dann in den Anden auch für Reisende – schlichtweg Linderung der Höhenkrankheit. In den Höhen findet man sie an jeder Ecke als Bonbons, Tee oder pur. Ich bevorzuge die ersten beiden Varianten und so werden überall Bonbons gelutscht – bei der Fahrt nach Machu Picchu, beim Schlendern über den Markt im Heiligen Tal, beim nächtlichen Bestaunen des Hauptplatzes von Cusco. In Hotels und manchen Restaurants bekommt man den Coca-Tee sogar in der Regel kostenlos, da er hier einfach zur nötigen Tagesvorbereitung gehört. Neben Coca empfiehlt es sich zudem viel Wasser (keinen Alkohol!) zu trinken und wenig zu essen. 

Letzteres fällt aber besonders in den Anden sehr schwer! Gedeihen hier doch in allen Höhen- und Klimalagen tausende verschiedene Kartoffel-, Mais- und Quinoa-Arten. In einem abgelegenen Bergdorf bei Cusco erfahre ich hautnah was das heißt: Ich darf nicht nur dabei helfen das Feld zu pflügen und Quinoa anzupflanzen (auf 4.000 m und in schwerer Tracht ein echtes Stück Arbeit!), sondern bei der Zubereitung eines echten Pachamancas zur Hand gehen. Das Nationalgericht bedeutet aus dem Quechua übersetzt Erdspeise. Und so ist es auch: In einem Erdloch warten drei Stunden lang erhitzte Steine auf Hähnchenfleisch, Kochbananen, Bohnen, Kartoffeln, Mais und Käse. Dann wird alles mit Kräutern und Erde bedeckt, bevor die Berggeister um ein gelungenes Mahl gebeten werden. Sie haben uns erhört! Nach meisterhaften Restaurants und unzähligen „Das ist wirklich das beste was ich hier bisher gegessen habe“-Momenten auf meiner Reise, muss ich in diesem Moment gestehen: DAS hier ist das beste, das ich in Peru gegessen habe!  

3. Station: Der Titicacasee – wo man Idylle schmecken kann
Der Titicacasee mit seinen schwimmenden Schilfdörfern und zahlreichen Inseln liegt auf 3.800 m Höhe. Wie im restlichen Hochland kann einem auch hier schnell mal die Luft ausgehen. Und da es sich empfiehlt leicht zu essen und der gigantische See direkt vor der Tür liegt, liegt also eine „Trucha“ als Abendessen nahe: frisch gefangene Forelle. Natürlich finden Sie am Hafen von Puno viele Fischrestaurants, doch empfehle ich ganz klar den authentischeren Weg zum perfekten Dinner: Stellen Sie sich vor Sie schippern am Nachmittag gemeinsam mit einem Fischer auf den See hinaus. Keine Menschenseele weit und breit. Nur die spiegelglatte Wasseroberfläche, die Berge am Horizont und ein im kühlen Wind aufgeregt flatterndes Segel. Zurück im Dorf nach einer wärmenden Tasse Coca- oder Muña-Tee (Andenminze) liegt sie dann auf Ihrem Teller: eine selbstgefischte Forelle, daneben Zitrone, Kartoffeln und eine knallgelbe Quinoa-Suppe. Etwas besseres gibt es nicht. Auf der Halbinsel Llachón mache ich nicht nur diese Erfahrung, sondern darf auch im Dorf übernachten. Nach dem gemeinsamen Fischen und Kochen, schaue ich den Frauen beim Weben und den Männern bei der pflanzlichen Waschmittelherstellung über die Schulter, lache mit den Mädchen über meine Versuche die Trachten anzuprobieren und sehe vom Berggipfel aus die Sonne in den See sinken. Und bevor es in die Schilfbetten meines Lehmhauses geht, sitzen meine Gastfamilie und ich am Lagerfeuer und ich sehe über mir so viele Sterne wie noch nie zuvor in meinem Leben.

4. Station: Vom Colca Canyon bis Arequipa – zwischen Wohlfühl-Oasen und Komfortzonen-Dehnung
Vom Titicacasee ist es nicht mehr weit. Ich erreiche den zweittiefsten Canyon der Erde und bin beeindruckt: Der Colca Canyon, die riesige Getreidekammer Perus. Ich erblicke die eindrucksvollen Andenkondore und wandere durch grüne Terrassen. Dann gibt es Cuy. Meerschweinchen. Reisen heißt Abenteuer eingehen, Neues ausprobieren – abseits der Komfortzone. Also teste ich auch hier wieder alles, was Peru zu bieten hat. Geschmacklich ähnelt es Kaninchen, das bei uns schließlich ebenso ein Haustier ist wie das Meerschweinchen. Da merke ich wieder, wie schnell man manchmal von fremden Traditionen voreingenommen ist, nur weil es nicht exakt wie bei uns zuhause ist.

Meine Reise schließe ich in Arequipa ab – die weiße Stadt aus Vulkanstein. Nach Cusco und Limas Altstadt bin ich überrascht, dass ich immer noch überrascht werden kann: Arequipas Hauptplatz mit seiner Kathedrale, dem exotischen Garten und dem Blick auf die Vulkane ist noch mal schöner als die zuvor gesehenen. Ich verliebe mich in das Kloster Santa Catalina, das wie eine Stadt in der Stadt direkt um die Ecke liegt. Ich verliebe mich aber auch hier wieder in Perus kulinarischen Genüsse und wie die Bewohner es immer schaffen die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre zu bieten. Kleine Cafés verstecken sich in Innenhöfen, die mit Blumenparadiesen und Schattenplätzchen wie kleine Oasen in der aufgeheizten Stadt liegen. Ein Kaffee aus der hauseigenen Rösterei, bevor ich weiter durch die Gassen bummel und in den Manufakturen für Kleidung aus Alpakawolle am Ende doch schließlich schwach werde. Hier bekomme ich wohl den besten Tipp meiner kulinarischen Tour: das ZigZag. Ein uriges und urgemütliches Restaurant am schönen San-Francisco-Park, das für sein herausragendes Alpaka-Steak berühmt ist. Das Fleisch der peruanischen Andenkamele gilt als eines der gesündesten der Welt, da es kaum Cholesterin und Kalorien hat. Geschmacklich gleicht es am ehesten Wildfleisch. Auf einem heißen Lavastein und mit Quinoa-Risotto serviert ein Muss auf jeder Peru Reise!  

Und so endet meine Rundreise durch ein Land, das es verstanden hat, seine Besucher immer wieder aufs Neue zu überraschen. Vermutliche weil die meisten Reisenden denken zu wissen, was sie erwarten sollen: alte Ruinen in Machu Picchu, hübsche Gebäude in den Kolonialstädten und Regenwald im Amazonas-Gebiet. Doch hinter Peru steckt noch so viel mehr. Hilfsbereite und immer fröhliche Menschen, eine tiefgreifende Verbundenheit zur Natur sowie die Liebe zum Essen und Genießen. Eine Peru Reise ist wahrlich ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne! 

Entdecken auch Sie im August oder Herbst die verborgenen Schätze der Anden und Pazifikküste auf unserer Peru Rundreise: Reich der Inka

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