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21Sep2012

Nicht nur die Wiege der Menschheit ist in Äthiopien

...auch der Ursprung des Kaffees!

Eine Reise in den Norden Äthiopiens ist ein wenig wie eine Zeitreise. Auf den Überlandfahrten zeigt sich das christlich-orthodox geprägte Hochland heute noch wie seit Jahrtausenden: Hunderte von Menschen begeben sich tagtäglich zu Fuß von Dorf zu Dorf oder auf die Felder, Viehherden begleiten sie, Brennholz, Getreide oder Ähnliches wird, zu dicken Bündeln gebunden, auf dem Rücken getragen und Eselskarren mischen sich hochbeladen dazwischen. An Sonn- und Feiertagen überwiegt die Farbe weiß und aus allen Richtungen strömen die Menschen, in wehende, weiße Tücher gehüllt, in die Kirchen des Landes. Es gibt nur wenige Länder, in denen der christliche Glaube so tief und archaisch im Volk verwurzelt ist, wie hier.

Ein kleiner Reisebericht: Wenn man das Horn von Afrika besucht, landet man in Addis Abeba.

Eine laute Metropole von heute mit Straßen von gestern. Die Museen der Stadt sind beeindruckend. Ebenso wie ein Blick vom Berg Entoto, wenn die Sicht es zulässt. Auf den Spuren der Historie beginnt unsere Reise mit einem Flug gen Norden nach Aksum. In der alten Hauptstadt der Aksumiden befinden sich nicht nur die monumentalen Stelen des spätantiken Königreiches, sondern laut Überlieferung auch die israelitische Bundeslade mit den Gesetzestafeln des Moses. Verwahrt wird sie, so sagt man in Äthiopien, in einem eigens errichteten Gebäude der Kirche Santa Maria in Zhion. Zutritt hierzu hat allerdings nur ein einziger Priester. Niemand sonst bekommt das hochverehrte Relikt der christlichen und jüdischen Religionsgeschichte zu sehen. Für die äthiopisch-orthodoxen Christen ist dies der heiligste Pilgerort. Noch immer wird an den antiken Fundamenten der Stadt gegraben. Ob sich die Überreste des Palastes der Königin von Saba wirklich hier befinden, klären wir im Gespräch mit einem Archäologen des Hamburger Grabungsteams oder einem örtlichen Experten. Sagenumwoben sind die Anlagen der schönen Königin, die das Herz Salomons für sich erwärmte. Angesichts der heutigen Überreste gehört schon ein wenig Fantasie dazu, die alte Pracht zu entdecken.
Nach einer langen Fahrt durch das felsige Gebiet des Tigray, vorbei am Mondtempel von Yeha, erwartet den Reisenden eines der Sieben Weltwunder: Die Felsenkirchen Lalibelas! Sicherlich einer der ungewöhnlichsten christlichen Orte. Der Legende nach ließ König Lalibela die roten Stein-Kirchen im 12. und 13. Jahrhundert auf göttlichen Wunsch hin erbauen. Ein neues Jerusalem sollte entstehen. Die durch Gänge und Tunnel verbundenen Kirchen, die tief in den Felsen eingebettet liegen, strahlen eine einzigartige Atmosphäre aus. Insbesondere die kreuzförmige St. Georgskirche ist beeindruckend in ihrer schlichten Symmetrie.

Ein Priester begleitet uns bei unserem Besuch und erläutert Baugeschichte, Darstellungen und christliche Tradition. Doch wollen wir uns auch mit der aktuellen ökologischen Situation Lalibelas beschäftigen. Erosion macht dem trockenen Boden zu schaffen. Wir besuchen ein Aufforstungsprojekt vor den Toren der Stadt. Hier, am alten Olive Mountain, hat eine lokale Initiative vor einigen Jahren begonnen, Olivenbäume neu anzupflanzen, um eine weitere Abtragung und Austrocknung der Landschaft zu verhindern.
Dann wird es familiär: Keine Reise durch Äthiopien ist nicht vollkommen ohne den Besuch einer Kaffeezeremonie. Wo könnte dies schöner sein als in Lalibela? Wir sind zu Gast in einem traditionellen äthiopischen Haus. Äthiopien gilt als das Ursprungsland des Kaffees. Glaubt man der Legende, so begann der Siegeszug der Bohnen vor 1.200 Jahren im äthiopischen Hochland. Ein Hirte trieb seine Ziegen in neues Grasland. Dort knabberten die Tiere rote Beeren – mit anhaltender Wirkung. Bald hielt die Frucht, ausgekocht zu einem bitter-dunklen Getränk, auch Menschen wach. Durch Händler, Pilger und andere Reisende verbreitete sich die Kenntnis in der ganzen Welt. Die Urbohne soll aus der Region Kaffa im Südwesten des äthiopischen Hochlandes kommen. Der außerordentlich aromatische Wildkaffee wird wegen seiner Qualität besonders geschätzt und dies auch von den Äthiopiern selbst!
In einer speziellen Zeremonie wird seit alters her der Kaffee zubereitet – traditionell von Frauen in weißen Kleidern: Zunächst werden die frischen Bohnen auf einer gewölbten Metallpfanne über dem kleinen Ofen geröstet, bis sie, dunkel und aromatisch duftend, die Sinne der Besucher betören. Zugleich wird etwas Weihrauch entzündet. Im alten tönernen Mörser wird das Röstgut zermahlen und in die bauchige Kaffeekanne, die Jebena, gegeben. Aus der langhalsigen Kanne wird der frisch aufgebrühte Kaffee in kleine Tassen verteilt und dem Gast mit viel Zucker angeboten. Ist man eingeladen, so muss man drei Tassen trinken: die Erste für den reinen Genuss, die Zweite für die Kommunikation und die Dritte für den Segen des Hauses. Kaffeetrinken hat eine hohe soziale Bedeutung in Äthiopien. Obwohl die Zubereitung zeitintensiv ist, bereiten die Familien das aromatische Getränk immer noch traditionell per Hand zu, um es im Kreise von Freunden und Familie zu genießen. Ein bisschen Zeit sollte man also schon mitbringen. Und genau das machen wir auch!
Selbst an den Flughäfen haben sich die Kaffeefrauen Äthiopiens ein kleines Stückchen Raum erobert. Mit einem Teppich aus grünen Gräsern und ihrem kleinen Kocher, umgeben von niedrigen Sitzen, schaffen sie auch für den reisenden Fluggast ein wenig Idylle vor dem Abflug. Wer den äthiopischen Kaffee einmal genossen hat, wird ihn nie vergessen. Die meisten Gäste verlassen das Land mit Koffern, die bis in die letzte Lücke gefüllt sind mit den wilden Bohnen. Ein Stück Äthiopien für daheim!

Weiter geht unsere Reise: In Gondar begegnen wir einem Historiker, der uns die Geschichte und die Schlossarchitektur der Stadt erläutert. Die Anlage aus dem 17. Jahrhundert wird oft mit Schloss Camelot von König Artus verglichen. Neben der Kultur hat Äthiopien eine beeindruckend reiche Natur zu bieten. Der Simien-Nationalpark ist Heimat einer Reihe von endemischen Arten vom äthiopischen Steinbock über Blutbrustpaviane bis hin zum Bartgeier. Zu Fuß begeben wir uns auf die Pirsch.
Die nächste Station ist ein echtes Sehnsuchtsziel: Der Blaue Nil. Die Quelle des Blauen Nil, von Mythen und Legenden umwoben, war über Jahrtausende nicht auffindbar. Erst 1613 entdeckte der portugiesische Jesuit Pedro Paéz die Quellen beim Tanasee im äthiopischen Hochland. Beeindruckender als die Quellen sind für den heutigen Besucher seine Wasserfälle: Rauch des Feuers werden die tosenden Wassermassen von den Einheimischen genannt. Das Wasser fällt auf einer Breite von bis zu 400 Metern aus ca. 45 Metern Höhe in den Flusslauf des Blauen Nils. Wir unternehmen eine kleine Wandertour bevor wir uns auf den Rückweg nach Addis Abeba machen.
An unserer letzten Station erwartet uns noch eine anregende Begegnung: Der nationale Projektkoordinator der Naturschutz-Organisation NABU International wird uns treffen, um über die aktuellen Projekte zum Schutz der wilden Kaffeewälder und über das im März 2011 eingeweihte UNESCO-Biosphären-Reservat in der Kaffa-Region zu berichten. Wenn Zeit bleibt, fahren wir zum Aussichtspunkt auf den Entoto-Berg und werfen einen letzten Blick über die Stadt auf dem Dach Afrikas. In einem landestypischen Lokal verabschieden wir uns von Äthiopien, mit dem Genuss der Nationalspeise Injera und traditionellen Tänzen.

Sie möchten dabei sein? Reisedetails finden Sie unter Äthiopien
Wiege der Menschheit – ZEIT REISEN
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Die nächsten Termine starten vom 03.11. – 18.11.2012 und über Weihnachten vom 22.12. – 06.01.2013.

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