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Burma Reisen
Myanmar: Vertrauen Sie den Postkarten!
Reise: Burma - Die Höhepunkte ganz klassisch
Bilder von Heißluftballons über Bagan, Bilder von der Shwedagon-Pagode und der längsten Teakholzbrücke der Welt (genau genommen ein seltsamer Rekord) haben uns nach Myanmar gelockt. Und tatsächlich, die Bilder haben nicht gelogen, all die goldenen Buddhas und die jahrhundertealten Klöster machen nicht nur auf Postkarten richtig was her, fanden wir. Nach den Highlights dieses Landes gefragt, kommen jedoch andere Szenen in den Sinn, soweit es uns betrifft. Hier eine kleine Auswahl:
Szene 1:
Wir schlendern den Mandalay Hill bei mind. 37 Grad im Schatten hinauf: Passanten klopfen uns auf die Schulter, Kinder lächeln begeistert, Frauen treten schüchtern vor und fragen nach einem Foto, das händchenhaltend mit uns geknipst wird. Auf dem Markt überreicht eine Händlerin plötzlich im Vorbeigehen Blumen (aber nur der Dame!).
Szene 1:
Wir schlendern den Mandalay Hill bei mind. 37 Grad im Schatten hinauf: Passanten klopfen uns auf die Schulter, Kinder lächeln begeistert, Frauen treten schüchtern vor und fragen nach einem Foto, das händchenhaltend mit uns geknipst wird. Auf dem Markt überreicht eine Händlerin plötzlich im Vorbeigehen Blumen (aber nur der Dame!).
Ein Mönch tätschelt beim unvermeidlichen Fotoshooting meine Hand.
Szene 2:
Tage später: Wie spazieren eine namenlose Dorfstraße hinunter. Eine kräftige Bäuerin winkt uns zum Tee unters Strohdach, während ihre zehnjährige Tochter losläuft, um ihre Freundinnen aus der Nachbarschaft zu holen. Schließlich sollen sich alle die blassen Fremden aus der Nähe ansehen dürfen. Wir seien so eine Art Event, meint unsere Reiseführerin lakonisch dazu.
Szene 3:
Westküste: Es sollte ein ruhiger abendlicher Spaziergang an der Landstraße werden, würde nicht jeder zweite Mopedfahrer spontan anhalten, um zu fragen, ob er einen den mitnehmen dürfe. Unentgeltlich natürlich. Man wird das Gefühl nicht los, Myanmar sei das bislang unentdeckte Tramperparadies. Das Risiko überfahren zu werden sinkt übrigens umgekehrt proportional zur Helligkeit der mitgeführten Taschenlampe.
Man könnte nun glauben, wir hätten als Rockstars auf Tour Ex-Burma durchquert und das breite öffentliche Interesse sei unserem Ruhm geschuldet. In Wahrheit ist es natürlich Myanmar, das rockt, und das breite öffentliche Interesse ist ganz anderem geschuldet. Zum einen nämlich der jahrelangen Isolation des Landes, für dessen Bewohner „westlich“ aussehende Fremde generell spannende und sympathische Geschöpfe sind. Zum anderen der Tatsache, dass die Myanmaren selbst die sympathischsten vorstellbaren Gastgeber sind.
Myanmar 2012 war eine seltene Gelegenheit, ein landschaftlich einmalig schönes Land zu sehen, ein Land mit eindrucksvoller Kultur, bewohnt von sehr entspannten und offenen Menschen. Sehenswert im eigentlichen Sinne war dabei aber auch, wie sich Frauen und Kinder im Straßenbau abrackern, bei dem der Teer noch aus Kanistern auf der Fahrbahn verteilt wird; wie sich das halbe Land mit den roten Fahnen der „National League für Democracy“ ausrüstete vor den Nachwahlen am 1. April; wie sich der im Reiseführer angepriesene zauberhafte Wald mittlerweile in eine Palmölplantage verwandelt hatte. Besonders dank unserer unverwüstlichen Reiseleiterin, die nach einer kleinen Aufwärmphase für nahezu jeden Schabernack zu haben war, entstand ein Mittendrin-statt-nur-dabei-Gefühl , etwa als wir bei einer Dorfschule der Gurkha-Minderheit hielten und die (riesige) Klasse uns im Chor begrüßte. Oder eingequetscht zwischen 40 buddhistischen Pilgern auf der Laderampe eines LKW die Bergstraße zum Goldenen Felsen hochdonnerten (definitiv ein erinnerungswürdiges Erlebnis).
Nach drei intensiven Wochen Myanmar sind wir sicher, das war so gut, da geht noch mehr: Mehr Yangon, mehr Sonnenuntergänge, mehr Teeblättersalat, mehr myanmarischer Weißwein, mehr plaudernde Mönche auf der U-Bein-Brücke, mehr Einladungen zum Tee, mehr Wasserbüffel. Vielleicht nicht unbedingt mehr Pagoden.
Danke an a&e, danke an Thandar,
Frank Gießelmann
Szene 2:
Tage später: Wie spazieren eine namenlose Dorfstraße hinunter. Eine kräftige Bäuerin winkt uns zum Tee unters Strohdach, während ihre zehnjährige Tochter losläuft, um ihre Freundinnen aus der Nachbarschaft zu holen. Schließlich sollen sich alle die blassen Fremden aus der Nähe ansehen dürfen. Wir seien so eine Art Event, meint unsere Reiseführerin lakonisch dazu.
Szene 3:
Westküste: Es sollte ein ruhiger abendlicher Spaziergang an der Landstraße werden, würde nicht jeder zweite Mopedfahrer spontan anhalten, um zu fragen, ob er einen den mitnehmen dürfe. Unentgeltlich natürlich. Man wird das Gefühl nicht los, Myanmar sei das bislang unentdeckte Tramperparadies. Das Risiko überfahren zu werden sinkt übrigens umgekehrt proportional zur Helligkeit der mitgeführten Taschenlampe.
Man könnte nun glauben, wir hätten als Rockstars auf Tour Ex-Burma durchquert und das breite öffentliche Interesse sei unserem Ruhm geschuldet. In Wahrheit ist es natürlich Myanmar, das rockt, und das breite öffentliche Interesse ist ganz anderem geschuldet. Zum einen nämlich der jahrelangen Isolation des Landes, für dessen Bewohner „westlich“ aussehende Fremde generell spannende und sympathische Geschöpfe sind. Zum anderen der Tatsache, dass die Myanmaren selbst die sympathischsten vorstellbaren Gastgeber sind.
Myanmar 2012 war eine seltene Gelegenheit, ein landschaftlich einmalig schönes Land zu sehen, ein Land mit eindrucksvoller Kultur, bewohnt von sehr entspannten und offenen Menschen. Sehenswert im eigentlichen Sinne war dabei aber auch, wie sich Frauen und Kinder im Straßenbau abrackern, bei dem der Teer noch aus Kanistern auf der Fahrbahn verteilt wird; wie sich das halbe Land mit den roten Fahnen der „National League für Democracy“ ausrüstete vor den Nachwahlen am 1. April; wie sich der im Reiseführer angepriesene zauberhafte Wald mittlerweile in eine Palmölplantage verwandelt hatte. Besonders dank unserer unverwüstlichen Reiseleiterin, die nach einer kleinen Aufwärmphase für nahezu jeden Schabernack zu haben war, entstand ein Mittendrin-statt-nur-dabei-Gefühl , etwa als wir bei einer Dorfschule der Gurkha-Minderheit hielten und die (riesige) Klasse uns im Chor begrüßte. Oder eingequetscht zwischen 40 buddhistischen Pilgern auf der Laderampe eines LKW die Bergstraße zum Goldenen Felsen hochdonnerten (definitiv ein erinnerungswürdiges Erlebnis).
Nach drei intensiven Wochen Myanmar sind wir sicher, das war so gut, da geht noch mehr: Mehr Yangon, mehr Sonnenuntergänge, mehr Teeblättersalat, mehr myanmarischer Weißwein, mehr plaudernde Mönche auf der U-Bein-Brücke, mehr Einladungen zum Tee, mehr Wasserbüffel. Vielleicht nicht unbedingt mehr Pagoden.
Danke an a&e, danke an Thandar,
Frank Gießelmann
Sri Lanka Reisen
Reisen verbindet Menschen und Länder
Reise: Sri Lanka - Wolkenmädchen, Hochland & Dschungel
Vom 31.3. bis 15.4.2012 machten wir die Reise: „Wolkenmädchen, Hochland und Dschungel“.
Seit drei Tagen sind wir wieder aus Sri Lanka zurück und haben die Rundreise, wie im Internet beschrieben gemacht. Es waren wunderbare 2 Wochen, die uns noch lange in sehr guter Erinnerung bleiben werden.
Zu Beginn wurden wir bereits von unserem Reiseleiter Nalaka am Flughafen von Colombo erwartet, zusammen mit dem Fahrer Sumith und dem Assistenten Priyantha. Die Verständigung war überhaupt kein Problem, denn Nalaka spricht ausgezeichnet deutsch. Mit sehr viel Liebe, Kompetenz, jeder Menge Spaß und Abwechslung hat er uns während der nächsten 15 Tage Sri Lanka näher gebracht! Auch unterwegs trafen wir ebenfalls nur freundliche und hilfsbereite Menschen an, außerdem hatten wir auf der gesamten Reise nicht einmal das Gefühl in Gefahr zu sein, überall haben wir uns total sicher gefühlt!
Die gesamte Tour verlief völlig ohne Hektik oder Stress (auch wenn wir manchmal sehr zeitig aufstehen mussten), alles war bereits bestens organisiert! Trotzdem hätten wir auf Wunsch auch jederzeit eine andere Strecke wählen oder eine zusätzliche Pause einlegen oder auch irgendwo länger verweilen können! Kurz gesagt: Eine geniale Rundreise, die jeden Euro Wert ist!
Da wir noch ganz viel nicht gesehen und entdeckt haben (Norden und Osten), wissen wir heute schon, dass wir dieses Land noch einmal besuchen werden.
Seit drei Tagen sind wir wieder aus Sri Lanka zurück und haben die Rundreise, wie im Internet beschrieben gemacht. Es waren wunderbare 2 Wochen, die uns noch lange in sehr guter Erinnerung bleiben werden.
Zu Beginn wurden wir bereits von unserem Reiseleiter Nalaka am Flughafen von Colombo erwartet, zusammen mit dem Fahrer Sumith und dem Assistenten Priyantha. Die Verständigung war überhaupt kein Problem, denn Nalaka spricht ausgezeichnet deutsch. Mit sehr viel Liebe, Kompetenz, jeder Menge Spaß und Abwechslung hat er uns während der nächsten 15 Tage Sri Lanka näher gebracht! Auch unterwegs trafen wir ebenfalls nur freundliche und hilfsbereite Menschen an, außerdem hatten wir auf der gesamten Reise nicht einmal das Gefühl in Gefahr zu sein, überall haben wir uns total sicher gefühlt!
Die gesamte Tour verlief völlig ohne Hektik oder Stress (auch wenn wir manchmal sehr zeitig aufstehen mussten), alles war bereits bestens organisiert! Trotzdem hätten wir auf Wunsch auch jederzeit eine andere Strecke wählen oder eine zusätzliche Pause einlegen oder auch irgendwo länger verweilen können! Kurz gesagt: Eine geniale Rundreise, die jeden Euro Wert ist!
Da wir noch ganz viel nicht gesehen und entdeckt haben (Norden und Osten), wissen wir heute schon, dass wir dieses Land noch einmal besuchen werden.
Sicherlich können wir damit auch den durch Tsunami und Bürgerkrieg gebeutelten Menschen helfen, ihr Land wieder aufzubauen.
Ayubowan Antje und Matthias Kropp
Ayubowan Antje und Matthias Kropp
Laos Reisen
Im Land der 1 Million Elefanten
Reise: Laos - Land des Lächelns
Reise nach Laos im März/April 2010
Sonntag, 28. März 2010
Bangkok – Vientiane
„a&e reisen“, so heißt die Firma, als deren Kunde ich nach Laos reise. Dabei steht A für Abenteuer und E für Exotik, und von beidem soll diese Tour mit dem vielversprechenden Namen „Laos – Land des Lächelns“ möglichst viel bringen. Wieder wird es eine Reise ohne besonderen Luxus und Komfort sein, sondern die Teilnehmer sollen selbst gefordert werden und sich auch mal (körperlich) anstrengen müssen. Ab morgen wird sich erweisen, inwieweit man diesem Anspruch gerecht wird. Dann werde ich auch meine 9 Reisegefährten kennen lernen, die über Hanoi anreisen und gegen Mittag in Vientiane eintreffen sollen.
Für mich ist es die zweite Reise in dieses Land, nachdem ich Ende 2006 schon einmal wenige Tage in Vientiane und Luang Prabang verbracht habe.
Sonntag, 28. März 2010
Bangkok – Vientiane
„a&e reisen“, so heißt die Firma, als deren Kunde ich nach Laos reise. Dabei steht A für Abenteuer und E für Exotik, und von beidem soll diese Tour mit dem vielversprechenden Namen „Laos – Land des Lächelns“ möglichst viel bringen. Wieder wird es eine Reise ohne besonderen Luxus und Komfort sein, sondern die Teilnehmer sollen selbst gefordert werden und sich auch mal (körperlich) anstrengen müssen. Ab morgen wird sich erweisen, inwieweit man diesem Anspruch gerecht wird. Dann werde ich auch meine 9 Reisegefährten kennen lernen, die über Hanoi anreisen und gegen Mittag in Vientiane eintreffen sollen.
Für mich ist es die zweite Reise in dieses Land, nachdem ich Ende 2006 schon einmal wenige Tage in Vientiane und Luang Prabang verbracht habe.
Damals bin ich von Thailand auf dem Landweg über die „Freundschaftsbrücke“ eingereist, die den Mekong 20 km südlich von Vientiane überquert. Heute aber fliegt mich Thai Airways in einer knappen Stunde von Bangkok in die laotische Hauptstadt. Der Flughafen von Vientiane ist leer, sauber und aufgeräumt. Die Einreiseprozedur einschließlich Kofferausgabe ist rekordverdächtig schnell, denn 20 Minuten nach der Landung sitze ich schon im Taxi und habe in dieser Zeit auch noch Geld gewechselt, 845.000 Kip für 100 Dollar. Der größte laotische Geldschein – 50.000 Kip – ist weniger wert als 5 Euro. Der Flughafen liegt in einem Vorort der Stadt, die Fahrt bis zu meinem Hotel dauert keine 10 Minuten. Das „Beau Rivage“ liegt direkt am Mekong, der zur Zeit einen extrem niedrigen Wasserstand hat. Mehrere hundert Meter sandiges Ufer werden bald überschwemmt sein, wenn in der Regenzeit der jetzt eher kümmerliche Fluss zu einem gewaltigen Strom wird. Das Hotel sieht äußerlich unscheinbar aus, aber das Zimmer ist großzügig, sauber und sorgfältig, ja geradezu liebevoll ausgestattet, das „Beau Rivage“ wirkt sehr angenehm und sympathisch.
Das „Beau Rivage” liegt zwar mitten in der Stadt, aber seine Umgebung sieht eher ländlich aus, und die Uferstraße entlang des Mekong ist ein Sandweg fast ohne Verkehr. Erst nach einigen hundert Metern in Richtung „Stadtmitte“ ist sie geteert, man sieht dann auch einige Autos, und es sieht ein bisschen nach Stadt aus mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Kilometerweit sind am Ufer des Mekong größere Bauarbeiten zu beobachten, und auf einer Info-Tafel ist zu lesen, dass hier 30 Millionen Dollar aus Korea für Küstenschutz, Begradigung des Flusses und die Neugestaltung des Uferbereichs verbaut werden. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Thailand. Ich verlasse die Uferpromenade in Richtung Stadtmitte. Auch hier herrscht am heutigen Sonntag fast kein Verkehr, es gibt viele Boutiquen, Bäckereien, Restaurants und Tante-Emma-Läden, und kein Haus ist höher als 3-4 Stockwerke. Es herrscht eine Atmosphäre wie zur Siesta in südlichen Ländern. Das Stadtzentrum hätte Ähnlichkeit mit einer Kleinstadt in Frankreich – wenn die vielen Tempel nicht wären. Auch auf der „Rue Setthathirat“, einer der Haupteinkaufsstraßen, geht es sehr beschaulich, ruhig und provinziell zu. Die Beschriftung ist überall natürlich laotisch, da wo auch ausländische Zeichen verwandt werden, ist es meist Englisch, aber auf Straßenschildern ebenso wie an öffentlichen Gebäuden, also Ministerien usw. ist neben der laotischen Bezeichnung der Name auch auf französisch angezeigt, also „Rue ...“ oder „Boulevard ...“ oder „Ministère de la Justice“. In einem erstaunlich gut funktionierenden Internetcafe drängen sich ein Dutzend überwiegend junge ausländische Touristen, und in einer prächtigen Tempelanlage gleich gegenüber mühen sich junge Mönche bei Bauarbeiten mit schweren Schubkarren ab.
Montag, 29. März 2010
Vientiane
Um 10:30 Uhr treffen meine Reisegefährten für die nächsten 2 Wochen ein. Unser Führer namens Bounhang – er möchte aber Hang genannt werden – hat sie am Flughafen abgeholt. Wir sind insgesamt 10 Personen. Meine Reisegefährten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 60 Jahre alt. Es ist – wie sich bald herausstellen wird – eine sehr angenehme Gruppe ohne Außenseiter, Besserwisser oder Zuspätkommer, alle sprechen gut Englisch, und natürlich haben alle reichlich Reise- und Asienerfahrung. Reise-Greenhorns kommen nicht nach Laos.
Die Avenue Lane Xang ist die Prachtstraße der Stadt, so etwas wie die Champs Elysées von Vientiane, und an ihrem nördlichen Ende steht der Patouxay, ein gewaltiger Triumphbogen. Hier beginnen wir unsere heutige Besichtigungstour. Der Patouxay, ein architektonisch etwas skurriles Bauwerk, ist weniger als 50 Jahre alt und wird in Stadtplänen auch als „Victory Monument“ bezeichnet, das an die Helden der kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1975 erinnern soll. Im schmuddeligen Innern bieten Souvenirverkäufer ihre Waren an, und von der Spitze des Gebäudes in ca. 50 m Höhe hat man einen schönen Blick über die Stadt. Danach steuern wir den Morgenmarkt (Talat Sao) von Vientiane an, der ebenfalls ein beliebtes Touristenziel ist. Natürlich habe ich ihn auch 2006 schon besucht, aber seither hat er sich ganz wesentlich verändert. Der alte traditionelle, etwas chaotische und manchmal schmutzige Markt existiert nicht mehr, sondern an seiner Stelle steht jetzt ein modernes Gebäude mit Dutzenden Geschäften, Ständen und Lokalen – ein riesiger Fortschritt für diejenigen, die hier einkaufen, aber ein Verlust für fremde Besucher, denn solche Läden wie im neuen Morgenmarkt findet man fast überall auf der Welt.
Wir besuchen 3 der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer der Stadt. Das Wat Sisaket ist das älteste Gebäude der Stadt, eines der wenigen in ursprünglicher Form erhaltenen Baudenkmäler in Vientiane. In Wandelgängen, die – ähnlich einem Kreuzgang an christlichen Kirchen – das eigentliche Wat umschließen, sind viele tausend (ursprünglich fast 10.000) kleine Buddhafiguren aufgestellt, völlig offen und ungesichert. Wie viele der Figuren mögen schon Beute kleptomanisch veranlagter Touristen geworden sein? Nur wenige Minuten entfernt liegt in einer schönen Gartenanlage Ho Pha Keo, das heute weniger als religiöse Stätte sondern eher als nationales Kunstmuseum gilt mit dem Jadebuddha als wichtigstem Schaustück. Das Wat Simuong ist ein bei den Einheimischen ganz besonders beliebtes Heiligtum. Gemäß einer alten Legende opferte sich hier ein schwangeres Mädchen zum Wohl der Stadt, und seither ist Wat Simuong eine Art Wallfahrtsort für Paare, die sich viele und gesunde Nachkommen wünschen – mit durchschlagendem Erfolg offenbar, denn der Kinderreichtum in diesem Land ist unglaublich: Mehr als 60% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre, aus deutscher Sicht sicherlich ein Traumwert, aber wer soll den vielen jungen Laoten Arbeit und Auskommen geben? Laos ist nicht nur eines der jüngsten, sondern auch eines der ärmsten Länder der Welt.
Abschluss und Höhepunkt dieser ersten Besichtigungsrunde ist das goldglänzende That Luang, das Wahrzeichen der Stadt und des ganzen Landes, erbaut im 16. Jahrhundert von König Setthathirath. Dessen Denkmal am Eingang des gewaltigen Komplexes sieht aber wenig königlich aus, sondern mit seinem Cowboyhut und seinem Schwert (das aussieht wie ein Gewehr) lässig auf den Knien gleicht der König eher John Wayne in einem Western. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut ist die fast 50 m hohe Stupa ein Symbol der Nation. Vor dem That Luang liegt ein riesiger Platz, der bei verschiedenen Anlässen für Paraden, Ausstellungen oder Feste genutzt wird.
Nach diesem ersten Tag kennen wir unseren Führer Hang etwas besser. Er scheint ein netter Kerl zu sein, spricht ganz ordentlich deutsch – das hat er in der DDR gelernt – und man kann ihn gut verstehen. Wie viele Reiseleiter ist er bei seinen Erläuterungen manchmal zu ausführlich und verliert sich in Einzelheiten, die man besser im Reiseführer nachlesen kann.
Die Einwohnerzahl von Vientiane beträgt zwischen 400.000 bis zu 1 Million, je nachdem, ob nur das eigentliche Stadtgebiet oder der größere Hauptstadtbezirk gemeint ist. Die Stadt gilt als verschlafenste der südostasiatischen Metropolen, in der am Abend die Bürgersteige hochgeklappt werden. Wer nach Mitternacht noch ein Bier trinken möchte, müsste sich auf das andere Ufer des Mekong begeben, dort nämlich liegt Thailand. Aber es ist eine sympathische Stadt mit vielen einladenden Lokalen. Wenn man die Speisekarte liest oder die Schaufensterauslagen sieht, glaubt man in Frankreich zu sein, denn überall stößt man auf Begriffe wie Croissant, Crèpe, Baguette, Bistro ..., aber gesprochenes Französisch ist kaum zu hören, obwohl das Land von 1893 bis 1949 französische Kolonie war. Mit einem gemeinsamen Essen mit typisch laotischen Speisen und farbenprächtigen Tänzen einer Folkloregruppe klingt dieser erste Tag aus.
Dienstag, 30. März 2010
Vientiane
Heute gibt es ungeplant einige Stunden an freier Zeit. Eigentlich stand ein Besuch bei der Dong Dok-Universität auf dem Programm, wo wir mit Studenten und Lehrkräften sprechen sollten. Aber Hang teilt uns mit, dass dieser Besuch leider nicht zu Stande kommt. Das überrascht mich ganz und gar nicht, denn ein freies Gespräch ihrer Studenten mit westlichen Besuchern wird den Verantwortlichen wenig geheuer sein, müssen sie doch befürchten, dass dabei auch über Demokratie, Menschenrechte, freie Wahlen usw. diskutiert würde, und das kann nicht im Sinne der allein regierenden Partei sein.
Statt der Universität besuchen wir einen weiteren Markt und fahren dann in Richtung Süden ca. 30 km aus der Stadt hinaus, vorbei an der nach Thailand führenden „Freundschaftsbrücke“ und erreichen schließlich den Buddha-Park Xieng Khouan. Der Begriff „Buddha-Park“ ist eigentlich etwas irreführend, denn was hier zu sehen ist, sind nicht nur Buddhas sondern Dutzende von z.T. skurrilen Figuren aus unterschiedlichen Religionswelten. Der Künstler, der vor ca. 50 Jahren diesen Park anlegte, hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen und neben Buddha in unterschiedlichen Posen auch hinduistische Götter, Tierfiguren und Fabelwesen abgebildet. Größtes Einzelstück ist ein rundes Gebäude, das wie ein Kürbis aussieht und das man betreten und sich dann in schmalen Gängen und Stiegen nach oben vorarbeiten kann, bis man in ca. 10 m Höhe den Gipfel des Kürbis erreicht, ins Freie tritt und einen schönen Überblick über die gesamte Anlage hat.
Mittwoch, 31. März 2010
Vientiane – Vang Vieng
Heute verlassen wir die laotische Hauptstadt und starten unsere Tour, die uns weiter in den Norden des Landes führen soll. Vorher aber gratulieren alle Claudia – unserer Jüngsten – zu ihrem heutigen Geburtstag. In einem Kleinbus mit 20 Sitzen fahren wir auf der N 13 nach Norden, bei mäßigem Verkehr und durch eine zunächst ruhige und flache Landschaft. Unser Fahrer – wie auch alle übrigen in den kommenden Tagen – ist höflich und hilfsbereit, und er fährt vorsichtig und rücksichtsvoll. Unser Tagesziel ist der Ort Vang Vieng, etwa 165 km von Vientiane entfernt. Auf halber Strecke ändert sich die Landschaft, sie wird gebirgig, und unser Auto muss auf der jetzt serpentinenartigen Straße einige Höhen überwinden.
Auf dem Weg nach Vang Vieng wird Halt gemacht, um 2 Höhlen zu besichtigen, die Chang- und die Xang-Höhle, weil es dort Buddhafiguren und interessante Stalaktiten zu sehen gibt. Ich selbst verzichte auf den Besuch dieser kalten Höhlen, weil ich mir – vermutlich durch die überall blasenden Klimaanlagen – eine Halsentzündung eingefangen habe und so heiser bin, dass ich kaum ein Wort sprechen kann.
Vang Vieng ist ein typischer Backpacker-Ort, also ein Ziel für jüngere Rucksacktouristen, die meist unterwegs sind mit wenig Geld und die vor allem Spaß mit Gleichgesinnten suchen, also lautstarkes Feiern, Alkohol und oft genug wohl auch Drogen. Die scheint es hier zu geben, denn Hang erklärt uns, dass in Vang Vieng viele Produkte mit dem Zusatz „happy“ angeboten werden, also z.B. „happy coffee“ oder „happy coke“ oder „happy pizza“, d.h. diese Dinge sind „veredelt“ mit irgendwelchen Substanzen, die eigentlich auch in Laos ganz sicher verboten sind. Es gibt eine große Hauptstraße durch den Ort, und diese ist gesäumt von unzähligen Restaurants, Souvenirläden, Massagestudios, Internetshops und Geldwechselstuben.
Die Natur rund um Vang Vieng ist spektakulär, eine Landschaft mit steilen Bergkegeln wie in der vietnamesischen Halong-Bucht. Das Tal, in dem Vang Vieng mit seinen ca. 12.000 Einwohnern liegt, wird durchflossen vom Fluss Nam Song, und vom Balkon meines Zimmers im „Elephant Crossing Hotel“ habe ich einen Blick, wie er schöner kaum sein könnte: im Vordergrund die gepflegte Gartenanlage des Hotels, dann der Nam Song und direkt dahinter bizarre Kalksteinfelsen. Um zum Hotel zu gelangen, überqueren wir eine große asphaltierte, jetzt etwas verwilderte freie Fläche, die Landebahn eines ehemaligen Flughafens, der in den Indochinakriegen eine wichtige Rolle spielte. Am Abend kehren wir gemeinsam zum Essen in einem Lokal ein und stoßen dabei an auf unser Geburtstagskind Claudia.
Donnerstag, 1. April 2010
Vang Vieng
Kurz nach 09:00 Uhr starten wir zu einer Fahrradtour außerhalb von Vang Vieng. Unsere Damen maulen ein bisschen, weil nicht alle von ihnen Mountainbikes, wie die Männer, zugeteilt bekommen haben. Dazu besteht aber kein Anlass, denn es wird überwiegend auf der Straße gefahren. Trotz Straße und etwas Autoverkehr ist es eine schöne Fahrt, denn sie führt vorbei an einer eindrucksvollen Felsenlandschaft, und das Wetter ist perfekt. Wir machen Halt an einer Schule und stören dort den Unterricht, indem wir durch die offenen Fenster in die Klassen schauen und fotografieren, aber die Lehrer nehmen daran keinen Anstoß. Während der Pause sind wir dann natürlich die Sensation für die Kinder, die nicht nur uns Farang, also die fremden Ausländer, sondern auch unsere Fahrräder neugierig betrachten. Dann geht es weiter, bis nach etwa 2 Stunden Pause am Fluss gemacht wird. Wir müssen den Nam Song auf einer wackligen Holzbrücke überqueren und rasten am Ufer, wo fleißige Hände schon mit der Zubereitung unseres Picknicks beschäftigt sind. Einige nutzen die Zeit zum Baden im Fluss, ich lasse es mir nicht nehmen, den Nam Song noch einmal zu überqueren auf einem in ca. 10 m Höhe mit 2 Seilen befestigten Steg, auf dem man sich ein bisschen wie Indiana Jones vorkommt. Für die Bewohner ist dies aber in der Regenzeit die einzige Möglichkeit den Fluss zu überqueren, die Holzbrücke ist dann überflutet, oder sie existiert gar nicht mehr und muss jedes Jahr neu gebaut werden.
Nach dem Mittagspicknick wechseln wir das Verkehrsmittel, denn jetzt ist Kajakfahren angesagt, je 2 Personen in einem Boot, und mein Kajakpartner wird Berthold sein. Wir lernen Yong kennen, einen bemerkenswerten fröhlichen jungen Kerl, der für den Rest des Tages unser lokaler Führer sein wird. Trotz seiner jugendlichen 22 Jahre hat er keine Scheu, den weit älteren Lang-nasen gegenüber selbstbewusst als Lehrer und Führer aufzutreten. Er gibt uns eine ausführliche Einweisung in die Handhabung des Kajaks und in die Tücken des Nam Song. Jeder bekommt einen Helm und eine Schwimmweste, alles, was unbedingt mit an Bord soll, wird wasserdicht verpackt und befestigt, und dann geht es los. Für Kajakfahren ist diese Jahreszeit nicht besonders günstig, denn der Strom führt wenig Wasser. Dadurch kann es zwar kaum passieren, dass jemand, der ins Wasser fällt, ertrinkt, aber dafür gibt es unzählige schwer erkennbare Felsen und Untiefen dicht unter der Wasseroberfläche, auf die das Boot leicht auflaufen und dann kentern kann. Bald schon findet sich die Besatzung eines unserer 7 Boote im Wasser wieder, und auch Berthold und ich haben bald erste Bodenberührung, so dass einer von uns ausbooten muss, um das festhängende Kajak wieder flott zu machen. Es gibt viele kleinere Stromschnellen, nicht richtig gefährlich, aber man muss doch aufpassen, sonst bekommt man schnell Schlagseite oder dreht sich im Kreis. Wo das Wasser flach und ruhig ist, herrscht nur eine sehr geringe Strömung, so dass man ordentlich arbeiten muss, um das Kajak voranzubringen. Auf diese Weise vergehen 1½ Stunden, die nie langweilig und manchmal auch etwas anstrengend sind.
Dann machen wir Stopp an Land, um eine Höhle zu besuchen. Schon wieder eine Höhle, mag mancher von uns denken, aber dies ist eine Höhle der besonderen Art. Hier sind keine Buddhafiguren oder besonders schöne Stalagmiten oder Stalaktiten zu bewundern, sondern das Erlebnis besteht im Durchwandern der Höhle als solche. Besucht man sie zur Regenzeit, muss man ein Stück schwimmen, um überhaupt in sie hineinzukommen, wir müssen das nicht, sondern haben lediglich einen etwa 1 m tiefen Wassertümpel zu durchwaten. Dann sind wir in der stockdunklen Höhle. Yong verteilt 2 oder 3 kleine Taschenlampen und einige Kerzen, die aber nur punktuell ein bisschen Licht geben, und dann bewegen wir uns zentimeterweise vorwärts. Vorsicht ist angeraten, denn der Boden ist uneben, überall liegen große und kleine Felsbrocken herum oder lauern mehr oder weniger tiefe Löcher im Boden. Unser Führer Yong zeigt uns ein 1-2 m breites und – wie er sagt – 200 m tiefes Loch. In der Höhle haben im Krieg bis zu 1.000 Menschen Zuflucht vor Bomben gesucht, und dieses Loch habe ihnen als Toilette gedient, erklärt er uns. Er will uns erschrecken oder erheitern, auf jeden Fall aber beeindrucken, als er gewagt und freihändig über das tiefe Loch hinüberturnt. Der dann folgende Anstieg ist nichts für Klaustrophobe, denn jetzt geht es durch schmale Durchlässe und Spalten steil nach oben, z.T. so eng, dass Yong uns anweisen muss, welcher Fuß zuerst wohin zu setzen ist, um überhaupt hindurchzukommen – das alles in fast vollständiger Dunkelheit. Einige von uns verzichten auf dieses Stück Abenteuerurlaub und verlassen die Höhle auf dem Weg, auf dem wir in sie hineingekommen sind. Wir anderen schaffen es kletternd und kriechend zurück ans Tageslicht. Dieser Höhlenbesuch war zweifellos ein Höhepunkt.
Wir besteigen wieder unsere Kajaks für weitere 30 Minuten, diesmal in ruhigem und etwas tieferem Wasser. Nach einigen Minuten schallt uns laute Musik entgegen, und dann passieren wir auf mehreren hundert Metern die Partyzone von Vang Vieng. Überall an den Ufern sitzen Gruppen von feiernden Jugendlichen, die sich hier mit Bier, Musik und wer weiß womit sonst noch vergnügen. An vielen großen Bäumen hängen Seile, mit denen man über das Wasser hinausschwingen kann, um dann aus 3 oder 4 m Höhe ins Wasser zu plumpsen, das hier auch tief genug dazu ist. Beliebt sind auch aufgepumpte LKW-Schläuche, in denen sich viele auf dem Wasser treiben lassen. Alle scheinen gut drauf zu sein, viele winken uns fröhlich zu, aber dieser Teil von Vang Vieng wirkt doch so, wie ich mir den berühmt-berüchtigten Ballermann in Mallorca vorstelle. In den letzten Minuten müssen wir noch einmal hart arbeiten, um unsere Kajaks zu bewegen, denn die Strömung ist hier fast null. Dann aber erreichen wir die Anlegestelle gleich neben unserem Hotel, und ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Freitag, 2. April 2010
Vang Vieng – Luang Prabang
Wir verlassen Vang Vieng in Richtung Norden auf einer Strecke, die als schönster Abschnitt der Staatsstraße 13 gilt. Bald lassen wir die von Karstkegeln übersäte Ebene hinter uns, und dann windet sich die Straße in unzähligen Serpentinen bis auf fast 1.500 m Höhe, wo mehrere Pässe zu überwinden sind. Früher galt es als gefährlich, sich auf dieser Straße zu bewegen, denn es gab viele Überfälle durch Straßenräuber, aber heute kann davon keine Rede mehr sein. Nach etwa der Hälfte unserer knapp 200 km langen Tagesetappe erreichen wir die Grenze zur Provinz Luang Prabang, die mein Reiseführer das „Schmuckstück des Landes“ nennt und machen einen Stopp in einem Dorf der Khmu, die mit fast einer halben Million Menschen, die zweitgrößte ethnische Gruppe (nach den Lao) im Lande sind. Sie wohnen im Norden von Laos in den Provinzen Luang Prabang und Xiang Khoang an der Grenze zu Vietnam. Wieder haben wir Gelegenheit zu einem kleinen Einblick in das staatliche Bildungswesen, als wir die Grundschule des Ortes besuchen. Vielleicht ist es Zufall, aber wann immer wir irgendwo in ein Klassenzimmer schauen, sitzt der Lehrer oder die Lehrerin abseits an einem Tisch, während die Kinder sich selbst überlassen sind und sich irgendwie beschäftigen. Die Analphabetenquote in Laos ist erschreckend hoch, der Standard der meisten Schulen vermutlich ebenso erschreckend niedrig, oft fehlt es am Allernötigsten, und wer etwas begütert ist, schickt sein Kind auf eine Privatschule – in einem Staat, der sich sozialistisch nennt und eigentlich „Bildung für alle“ propagiert.
Die Landschaft, die wir auf dem Weg nach Luang Prabang durchfahren, ist ausgesprochen schön, aber an vielen Stellen bietet sie dennoch einen traurigen Anblick. Viele Hänge sind abgeholzt, riesige abgebrannte Berghänge verunstalten das Bild, unzählige große weiße Flecken zeigen an, wo die Feuer gelegt wurden, unser Feuerwehrmann Thorsten liefert dazu sachkundige Erläuterungen. Diese Brandrodungen erfolgen ganz legal – aber dazu später mehr.
Um 17:00 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Luang Prabang, aber bevor wir in unser Hotel gelangen, müssen wir das Transportmittel wechseln, denn für das Zentrum von Luang Prabang – UNESCO-Weltkulturerbe seit 1995 – gelten strenge Regeln, nur kleine Fahrzeuge dürfen es befahren. Auch unser relativ kleiner Bus ist noch zu groß, und wir müssen in einen 12-Sitzer umsteigen, während unser Gepäck in einem Tuk-Tuk, einem landesüblichen offenen Motorradtaxi, befördert wird. Diese kleine Unbequemlichkeit lohnt sich aber, denn unser schönes Hotel „Villa Saykham“ ist ideal mitten in der Stadt gelegen. 2006 wohnte ich mit meinen Reisegefährten etwas außerhalb, also besser erreichbar, musste aber jedes Mal 20 Minuten zu Fuß gehen, um in die Stadtmitte zu kommen, jetzt sind es nicht einmal 2 Minuten.
Luang Prabang gilt als besterhaltene Stadt in Südostasien, als einer der romantischsten und friedlichsten Orte des Kontinents. Es hat knapp 50.000 Einwohner, von denen etwa 1.000 Mönche sind, die das Bild und die Atmosphäre der Stadt entscheidend mitprägen. Fast 40 Tempel beherrschen das Stadtbild, dazwischen Kolonialbauten, kleine Gäste- und Bürgerhäuser, aber keine großen Hotels. Unvergesslich ist es, am Mekong entlang zu schlendern, auf der einen Seite der Fluss mit bunt erleuchteten Lokalen davor, auf der anderen Seite die etwas verträumt wirkende Stadt mit dem 150 m hohen Phou Si in ihrem Zentrum.
Samstag, 3. April 2010
Luang Prabang – Luang Namtha
Heute steht uns eine lange und unbequeme Busfahrt bevor, denn bis zum Tagesziel Luang Namtha, weniger als 20 km entfernt von der chinesischen Grenze, sind es über 300 km, und das bedeutet mehr als 10 Stunden mühsame Fahrt. Der Straßenverkehr ist weiterhin sehr mäßig, meist LKWs, aber auch Motorräder und –roller, hauptsächlich aus chinesischer Produktion. Die meisten Fahrer tragen einen Helm, denn das ist hier Pflicht. Wer ohne Helm erwischt wird, muss 30.000 Kip (knapp 3 Euro) Strafe zahlen, so viel wie auch der Helm selber kostet. Die Verkehrsdisziplin ist relativ gut, man sieht keine selbstmörderischen Raser oder gefährlichen Überholer, und es wird – für südostasiatische Verhältnisse – erstaunlich wenig gehupt. Noch ist die Straße gut, als unser Bus eine Reifenpanne hat, die uns einen unfreiwilligen Stopp von etwa 30 Minuten beschert, den einige von uns auf der Straße verbringen, indem wir dem Bus vorausmarschieren.
Bis Pak Mong, d.h. nach Kilometern gerechnet etwa einem Drittel der Strecke, fahren wir nach Norden auf der relativ guten Staatsstraße 13. Dann verlassen wir diese, wenden uns nach Westen und folgen der N 1, und nun verschlechtern sich die Straßenverhältnisse und Fahrbedingungen von Stunde zu Stunde. Der Straßenzustand ist erbärmlich, und daher wird auch eifrig an der Straße gebaut, aber das bedeutet weitere Verzögerungen. Wir sehen viele Arbeiter, die in der Tropenhitze ohne Maschinen, sondern mit primitivsten Mitteln, mit Schaufeln und bloßen Händen daran arbeiten, dass Touristen bald hier etwas flotter vorankommen. Aber der wichtigste Grund für die baulichen Aktivitäten ist nicht der Tourismus, sondern sind wirtschaftliche Interessen des großen und nahen Nachbarn China. Chinesische Investoren sind es auch, die – ganz legal und offiziell – hinter den überall sichtbaren Brandrodungen stehen. Der Deal soll so funktionieren: Die laotische Regierung verkauft an chinesische (Staats-?)-Firmen Lizenzen zum Abholzen großer Waldflächen in an China angrenzenden Gebieten. Auf den so gewonnenen Arealen lassen die chinesischen Investoren anschließend schnell wachsende Kautschukbäume pflanzen, um daraus Gummi für ihre Industrie zu gewinnen. Für diese Geschäfte braucht man leistungsfähige Straßen, und die werden z.Zt. gebaut. Natürlich kann man als Außenstehender nicht in die Interna eines solchen Deals schauen, ein mehr als ungutes Gefühl bleibt aber zurück. Da verkauft ein bettelarmes Land seine Natur an einen übermächtigen Nachbarn, der dadurch nicht nur Rohstoffe, sondern auch an wirtschaftlicher Dominanz und politischem Einfluss gewinnt. Und was haben die betroffenen Dörfer und Bauern davon? Wir wissen es nicht.
An einer Baustelle müssen wir 20 Minuten lang warten, weil Rohre unter der Straße verlegt werden. Viele LKWs aus der Gegenrichtung, meist mit chinesischen Kennzeichen und beladen mit Sand und Steinen, dürfen als erste passieren, als der Weg wieder frei ist. Dann quält sich unser Bus über die Baustelle und weiter auf jämmerlich schlechter Straße durch eine Gebirgslandschaft, die richtig schön sein könnte, wenn die vielen leergebrannten Hänge nicht wären. Jetzt, zur Trockenzeit, dürfte die Fahrt hier einigermaßen sicher sein, zur Regenzeit aber muss hier permanente Erdrutschgefahr bestehen, denn fast durchgehend wird die Straße auf der Bergseite von steilen und ungesicherten Hängen begrenzt.
In Ban Song Cha, einem Hmong-Dorf, halten wir an, und Hang macht mit uns einen kleinen Rundgang und erklärt dabei einiges über die Lebensweise der Hmong. Es gibt etwa 250.000 Angehörige der Hmong-Minderheit in Laos. Im Vietnamkrieg haben sie mit den Amerikanern sympathisiert und sie unterstützt, und daher sind viele von ihnen nach Kriegsende in die USA ausgewan-dert, von denen aber – so erklärt uns Hang – heute etliche wieder zurückkommen. Die Lebensbedingungen hier, wie auch in anderen Dörfern, die wir sehen, sind erbärmlich, kein Haus hat – soweit erkennbar – Strom- oder Wasseranschluss. Das Land ist bettelarm und von internationaler Hilfe abhängig, aber dennoch sieht man nirgendwo in Laos Bettler. In einem Haus an der Hauptstraße ist die Krankenstation des Dorfs untergebracht. Die Tür steht offen, aber niemand ist anwesend, so dass wir neugierig und ungeniert den Behandlungsraum des Arztes und das einzige – zum Glück nicht belegte – Krankenzimmer betreten und anschauen können. Letzteres ist ein dunkler schmuddeliger Raum mit zwei Bettgestellen, auf denen zusammengeknüllt Decken liegen, die man nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte. Im Arztzimmer könnten wir uns ungestraft an offen herumliegenden Spritzen und Medikamenten bedienen und – falls wir etwas verstehen könnten – in den Aufzeichnungen des Arztes lesen. An der Wand hängen Poster (eines auf Deutsch) über Körperorgane, Krankheiten und Verhütung. Auf der Fensterbank steht ein stattliches Holzmodell, an dem Patienten den Umgang mit Kondomen praktisch üben können. Besonders interessiert schaut sich natürlich Berthold um. Ob er hier etwas für seine Praxis lernen kann? Dann erscheint zwar nicht der Doktor, aber immerhin seine Gehilfin, die Krankenschwester des Dorfs. Sie hat ein Baby auf dem Arm und beantwortet freundlich und unbefangen unsere Fragen.
Bei einem kurzen Mittagsstopp in Muang Rai bestellen fast alle Nudelsuppe mit Chicken. Das ist inzwischen fast so etwas wie ein Standardgericht bei Pausen, denn dabei kann man wenig falsch machen, und es geht schnell. Im Übrigen ist das laotische Essen bisher etwas enttäuschend, es schmeckt zwar meistens ganz gut, aber die große Begeisterung will sich nicht einstellen. Auch das Nationalgericht Laap – Gehacktes aus Fisch, Huhn, Schwein, Rind oder Büffel zusammen mit Gewürzen und Kräutern – wird wohl nicht mein Lieblingsessen werden. Auf kulinarische Kuriositäten wie Heuschrecken, Käfer, Hühnerköpfe und -füße, Mehlwürmer, Ameiseneier usw. hat keiner von uns so recht Appetit. Laotischer Kaffee ist stets so schwarz, dass er auch mit viel Kaffeeweißer kaum aufzuhellen ist, aber besonders stark ist er nicht. Größter Beliebtheit erfreut sich hingegen das einheimische „Beerlao“, das in großen Flaschen von 0,64 l serviert wird und sehr gut zu trinken ist. Manchmal ist es leider nicht kalt genug, und dann sehen wir mit Schaudern, wie Hang – ebenso wie seine Landsleute – das kostbare Bier mit Eiswürfeln kühlt und verwässert.
Nach vielen Stunden Fahrt auf einer endlosen Holperstrecke fahren wir die letzten 20 km bis nach Luang Namtha auf einer komfortablen nagelneuen Straße, die mit thailändischer Hilfe gebaut wurde. Als wir dann endlich am Ziel sind, ist es 18:30 Uhr, am Morgen hatte uns Hang leichtsinnigerweise 16:00 Uhr als Ankunftszeit versprochen. Wir fahren nicht gleich zum Hotel sondern erst zum Büro von „Green Discovery“, einem laotischen Unternehmen, das sich für sanften und ökologischen Tourismus engagiert und dem wir uns für die beiden nächsten Tage anvertrauen. Dort gibt es eine ausführliche Einweisung in das bevorstehende Trekking. Dann checken wir endlich ein in unserem heutigen Hotel, dem „Boat Landing Guesthouse“, einer ökologisch gebauten Anlage mit Holzbungalows direkt am Fluss Nam Tha.
Sonntag, 4. April 2010
Luang Namtha – Ban Nam Lai
Heute wird in der Heimat das hochheilige Osterfest gefeiert, aber wir begehen es auf unsere Weise, nämlich mit einer zünftigen Dschungelwanderung. Zuerst besuchen wir aber am Morgen den Markt von Luang Namtha, und dabei erlebt Ute eine schmerzhafte Schrecksekunde, als sie an einer Stufe ausrutscht und der Länge nach hinfällt, aber außer einer zerrissenen Hose (die an Ort und Stelle provisorisch repariert wird) und einigen Schrammen ist ihr nichts passiert.
Dann beginnt um 09:30 Uhr unser Osterspaziergang im Nam Ha-Nationalpark. Wir werden geführt von Pet, einem 25-jährigen äußerst sympathischen Guide von „Green Discovery“, der gut Englisch spricht. Zusammen mit seinem Kollegen wird er heute und morgen mit uns zusammen sein. Auf meine Frage sagt er mir, dass unsere Tour nach dem Schwierigkeitsgrad zwischen „mittel“ und „schwierig“ einzustufen sei. Das Wetter und die Bedingungen sind perfekt, als wir zunächst durch Reisfelder marschieren, vorbei an arbeitenden Bauern und glotzenden Wasserbüffeln. Dann betreten wir Primärwald und wandern auf schmalen Pfaden in einer eindrucksvollen Urwaldlandschaft. Das Gelände ist nicht einfach, denn es geht munter bergauf und bergab, über große Steine, Wurzeln und Baumstämme, auf lehmigem oder steinigem Untergrund, mit Abschnitten, in denen man eher klettern als wandern muss. Dann beginnt ein steiler Anstieg, der einschließlich kleinerer Pausen etwa eine Stunde dauert, aber alle sind fit und schaffen diese erste Herausforderung ohne größere Probleme.
Bei einer kurzen Rast schreit Claudia plötzlich auf, denn sie hat an ihren Schuhen Blutegel entdeckt, die aber entfernt werden, bevor sie sich an ihrem Blut laben können. Jeder untersucht sich also auf Blutspuren, und tatsächlich entdecke ich an meinem linken Hosenbein einen Blutfleck. Ich bin das einzige Opfer, die Blutegel haben offenbar einen erlesenen Geschmack, dass sie nur meine seltene Blutgruppe AB mögen und die anderen verschmähen. Pet verarztet meine beiden Wunden, und dann marschieren wir weiter. Er erzählt, dass es in dieser Gegend viele Giftschlangen gibt, aber heute (und auch morgen) bekommen wir kein einziges Exemplar zu Gesicht.
Als wir Mittagspause machen, sehe ich, dass die Blutflecken an meiner Hose immer größer werden, und als ich die Wunden freilege, stellt sich heraus, dass sie weiterhin kräftig bluten. Wieder muss Pet erste Hilfe leisten, und er tut es auf seine Weise: Er macht ein paar Schritte in den Urwald, sucht und findet eine Pflanze, schneidet sie ab, zerreibt sie und streicht mir die zerriebenen Pflanzenteile auf meine Wunden. Die Wirkung ist eindrucksvoll, denn augenblicklich hört die Blutung auf. Schmerzen verspüre ich nicht, weder jetzt noch als die Biester mich attackiert haben. Dann wird das Mittagessen serviert, das unsere Guides aus Luang Namtha mitgebracht haben. Es gibt Reis, Gemüse, Salate, gehacktes Fleisch – alles auf Bananenblättern serviert, und es schmeckt sehr gut.
Beim Weitermarsch folgt unser Pfad für lange Zeit einem kleinen Fluss, den wir immer wieder überqueren müssen. Das geschieht – jetzt in der Trockenzeit – manchmal auf großen im Wasser liegenden Steinen, meist aber über Baumstämme, die man über den Fluss gelegt hat. Einige dieser Baumbrücken sind gut zu begehen, weil der Baum groß und breit genug ist oder gar 2 oder 3 Stämme nebeneinander die Brücke bilden, viele aber sind schmal und rund und erfordern Balancierfähigkeiten und manchmal auch etwas Mut. Immer wieder ist die helfende Hand von Pet und seinem Gehilfen gefragt, um besonders unseren Damen ans andere Ufer zu verhelfen. Am Ende des Tages dürften es an die 50 Baumbrücken sein, die wir gemeistert haben.
Es geht über Stock und Stein, über manchmal lehmigen und rutschigen, dann wieder steinigen Waldboden, über große Wurzeln, quer liegende Bäume, große Felsbrocken, manchmal steil bergauf oder abwärts, so dass Kletterfähigkeiten gefragt sind. Es ist anstrengend, und jede Verschnaufpause wird dankbar begrüßt, aber es ist ein tolles Trekkingerlebnis in fantastischer Natur. Und wir sind allein, nicht einen weiteren Besucher bekommen wir in diesen 2 Tagen zu Gesicht.
Nach 13 km haben wir unser Tagesziel erreicht, das Akha-Dorf Ban Nam Lai, wo wir im Dorfgemeinschaftshaus übernachten werden. Es liegt etwas abseits des Dorfes, nicht weit entfernt von einem größeren Bach, wo man ein Minimum an persönlicher Hygiene erledigen kann. Die Luft riecht etwas verbrannt, denn an einem gegenüberliegenden Berghang lodern einige Rodungsfeuer, hier befinden wir uns nicht mehr im Nam Ha-Nationalpark. Vor dem Haus werden wir bereits von der neugierigen Dorfjugend erwartet. Die ca. 70.000 Akha sind eine der vielen Minderheiten in Laos mit ganz eigener Kultur und anderer Sprache. Auch unser Führer Hang ist hier mit seinem Latein bzw. seinem Laotisch am Ende und kann sich mit den meisten Dorfbewohnern ebenso wenig verständigen wie wir. Als wir durch das Dorf wandern, findet auf einem großen Platz in der Mitte gerade eine Versammlung statt, und man bedeutet uns, dass Fremde dort unerwünscht sind. Tagt hier das Dorfparlament, ist es ein Treffen der Dorfältesten, eine religiöse Zeremonie, vielleicht eine Art Gerichtsverhandlung? – Keine Ahnung!
Wir sehen im Dorf etwa 10 kleinere, auf hohen Stelzen gebaute Holzhäuser, die als Liebeshütten dienen und in denen sich die Dorfjugend – ab 15 Jahren – ganz offiziell und von den Familien gefördert zu intimen Rendezvous trifft. Dabei wechseln die Partner, bis der/die Richtige gefunden ist. Damit sie dabei nichts falsch machen, werden die Jungen vorher von einer erfahrenen Frau angelernt und mit den Techniken der körperlichen Freuden vertraut gemacht. Diese lockeren Sitten bestehen nur bei den Akha, im übrigen Laos geht es züchtig zu, und Zugang zu den Liebeshütten haben auch keine Auswärtigen und natürlich schon gar nicht neugierige Farang.
Als ich mir an unserer Schlafstätte am Abend Schuhe und Strümpfe ausziehe, ist mein rechter Strumpf blutdurchtränkt, und ich entdecke in ihm die Überreste eines weiteren Blutegels. Dreimal also haben sich die Egel an mir vergriffen, aber dieser Dritte musste für die Untat mit seinem Leben bezahlen. Im Gemeinschaftshaus sind für uns auf einem ca. ½ m hohen Podest in einer langen Reihe 12 Lager vorbereitet, wo jeder eine Matratze, grobes Bettzeug und einen Schlafsack vorfindet. Über den Schlafplätzen sind Moskitonetze gespannt, die uns vor unerwünschten Besuchern schützen sollen. Gegenüber der Schlafabteilung lodern in dem großen Raum zwei Feuerstellen, an denen sich fleißige Hände um unser Abendessen bemühen, das dann auf einem niedrigen runden Tisch angerichtet wird, um den herum wir auf ca. 20 cm hohen Bänkchen hocken. Es gibt natürlich Reis, verschiedene Gemüse, auch ein bisschen Fleisch, alles ökologisch korrekt auf oder in Bananenblättern serviert. Dazu schenkt Hang einen Reisschnaps aus, der in der Kehle ziemlich brennt, aber nicht übel schmeckt.
Während wir im Gemeinschaftshaus unser Abendessen verzehren, warten draußen ca. 12 Mädchen aus dem Dorf auf ihren Einsatz. Sie sind 14-15 Jahre alt und sollen uns fremde Besucher nach dem Abendessen massieren. Nicht alle von uns machen Gebrauch von dieser Möglichkeit, aber 6 oder 7 strecken sich dann auf ihren Lagern aus, und die Mädchen machen sich an die Arbeit, zum Teil sogar zu zweit pro Kunden. Eine macht sich an meinen Beinen zu schaffen, während die andere sich meinem Oberkörper widmet. Von ernsthafter Massage kann natürlich keine Rede sein, aber unsere Masseurinnen drücken, kneten und ziehen eifrig an unseren Beinen und Armen herum. Dabei schnattern, lachen und kichern sie ununterbrochen, und man würde gern verstehen, was sie an vermutlich nicht immer schmeichelhaften Bemerkungen über die langnasigen Farang von sich geben. Plötzlich nach etwa 30 Minuten stellen sie wie auf Kommando ihre Arbeit ein und sind sofort verschwunden, so schnell, dass mir nicht einmal Gelegenheit bleibt, ihnen für ihre Dienste einen Schein in die Hand zu drücken. Manche von uns rümpfen die Nase über diese Einlage, sehen darin gar eine Vorstufe von Prostitution, aber damit hatte diese Massage wahrlich nichts zu tun, sie war einfach ein harmloser Spaß.
Nach dem Abendessen und etlichen Beerlao, angereichert durch Reisschnaps, ist Zapfenstreich. Natürlich findet das Schlafen im Gemeinschaftshaus unter erschwerten Bedingungen statt: Das Lager ist nicht gerade bequem, das Bettzeug grob, Hang schnarcht, Gert irrt mitten in der Nacht durch den Raum und findet seinen Schlafplatz nicht mehr, und hin und wieder wird die nächtliche Ruhe durch Tiergeräusche oder herabstürzende Baumstämme unterbrochen. Aber irgendwann ist auch diese Nacht vorbei.
Montag, 5. April 2010
Ban Nam Lai – Luang Namtha
Zum Frühstück gibt es Reis, Kräuteromelett und gebratenen Kohl, und danach könnte unsere Dschungeltour eigentlich weitergehen. Der Abmarsch zieht sich aber hin, denn unsere Helfer müssen auch noch das Mittagessen bereiten, das sie mitführen und uns später servieren werden. Der uns heute bevorstehende Marsch wird länger sein als gestern, zwei unserer Damen verzichten nach den gestrigen Erfahrungen darauf und ziehen es vor, mit einem Tuk-Tuk nach Luang Namtha zurückzufahren. Während wir auf den Abmarsch warten, setze ich mich auf eine Bank vor dem Gemeinschaftshaus und mache ein paar Notizen. Ich verteile dabei keine Geschenke, und es gibt auch nichts zu sehen, aber dennoch bin ich im Nu von ca. 20 Kindern umzingelt, die mir fasziniert zuschauen, wie ich mit einem Bleistift in mein Heft schreibe.
Als wir um 09:00 Uhr starten, ist es knackig heiß, und bald sind wir wieder im Nationalpark mit seiner fantastischen Ruhe. Es ist tatsächlich ein stiller Urwald, es gibt keine Tiergeräusche, kaum Vogelgezwitscher, die einzigen Laute produzieren wir selbst. Wieder haben wir die Natur ganz für uns allein, ganz selten mal sehen wir Einheimische, aber keine anderen Trekkingtouristen. Ähnliche Touren bietet „Green Discovery“ auch anderswo an, z.B. an Orten wie Vang Vieng oder Luang Prabang, die ohne stundenlange quälende Anfahrt zu erreichen sind. Dort aber wäre man unterwegs zusammen mit (vielen?) anderen Besuchergruppen. In unserer Gruppe wird daher diskutiert, ob sich die lange und mühsame Fahrt nach Luang Namtha lohnt, und meine persönliche Antwort auf diese Frage ist ein eindeutiges Ja.
Auch heute sind wieder viele Baumstammbrücken zu überwinden, Pet zählt mit und kommt bis 26. Einige der Stämme wirken etwas morsch, und tatsächlich bricht eine der Baumbrücken unter ihm zusammen, zum Glück eine, die weniger als zwei Meter hoch war, so dass ihm nichts passiert und er mit perfekter Haltung auf dem Boden landet. Man muss bei jedem Schritt aufpassen, überall kann man auf Steinen, Blättern und Ästen ausrutschen. Diese Binsenweisheit beherzige ich nicht, als ich auf einen brüchigen Stamm trete, der wegbricht und ich dann ungeplante Bodenberührung habe, mit dem Gesicht auf einem Stein aufschlage, mich aber nur unwesentlich verletze.
Die Mittagspause verläuft wie gestern: Liebevoll und ökologisch korrekt auf Bananenblättern wird unser Essen angerichtet, während wir in der heißen und drückenden Luft unter einem Holzdach rasten. Nach dem Essen brechen wir auf zur letzten Etappe, marschieren wieder bergauf und bergab durch Urwald und Unterholz und üben uns immer wieder im Balancieren auf mehr oder weniger schmalen Baumstämmen. Am Nachmittag verlassen wir den Urwald und Nationalpark und marschieren dann noch einige Stunden in einem offeneren Gelände, wo hässliche Brandrodungsspuren nicht zu übersehen sind. Der Kontrast zwischen der unversehrten Urlandschaft des Nationalparks und den riesigen abgebrannten Berghängen außerhalb des Parks ist deprimierend. Außerhalb des Waldes lässt es sich leichter gehen, aber es ist umso heißer, denn jetzt sind wir der Sonne ziemlich schutzlos ausgeliefert.
Gegen 17:00 Uhr und nach 16 km Fußmarsch sind wir am Ziel, wo uns ein Tuk-Tuk erwartet, das von den meisten mit Erleichterung begrüßt wird. Der heutige Marsch war lang und anstrengend und hat Spuren hinterlassen, an Füßen und Beinen, an schmerzenden Rücken und in Form von allgemeiner Erschöpfung, die meisten sind irgendwie gezeichnet durch kleinere Stürze, Insektenbisse, Kratzer oder sonstige Blessuren. Wieder übernachten wir im „Boat Landing Guesthouse“, wo nach diesem Tag zunächst einmal ein kaltes Beerlao besonders gut schmeckt.
Dienstag, 6. April 2010
Luang Namtha – Nong Kiau
Das ist ein ereignisloser Tag, der fast ausschließlich aus einer langweiligen Busfahrt besteht. Von Luang Namtha bis zum Tagesziel, dem Ort Nong Kiau, sind es zwar „nur“ 250 km, aber für diese Strecke benötigen wir einschließlich einer Mittagspause und einer 30-minütigen Dorfbesichtigung mehr als 9 Stunden. Den allergrößten Teil unserer heutigen Fahrtroute kennen wir schon von der Herfahrt, so dass wenig Neues zu entdecken ist. Wir fahren kurz nach 08:00 Uhr ab und sind nach 17:00 Uhr am Ziel. Unterwegs müssen wir wieder die quälenden Baustellenabschnitte passieren, die wir vom Samstag in unguter Erinnerung haben. Wieder machen wir Mittagsrast in Muang Rai, und später wandern wir durch ein Dorf der „Blauen Hmong“.
Nong Kiau ist ein sympathischer Ort mit einer imposanten Brücke über den Nam Ou. Das Hotel „Riverside“ trägt seinen Namen zu Recht, denn es liegt genau am Flussufer, und von der Terrasse meines Holzbungalows habe ich einen spektakulären Blick auf den Fluss, den Ort und die Brücke.
Mittwoch, 7. April 2010
Nong Kiau – Luang Prabang
Heute ist Bootfahren angesagt. Statt vieler Stunden im Bus verbringen wir fast die gleiche Zeit auf dem Wasser auf dem Weg von Nong Kiau nach Pak Ou. Dort erst werden wir unseren Bus wiedersehen, der uns nach Luang Prabang bringen soll. Zunächst aber bewegen wir uns mit unserem Boot ab 07:45 Uhr in die falsche Richtung, nämlich nach Norden, um das Dorf Muang Ngoi zu besuchen. Was sich unser Reiseveranstalter bei diesem Programmpunkt gedacht hat, bleibt sein Geheimnis, denn Muang Ngoi erweist sich als wenig einladender Ort, in dem sich Dutzende von langhaarigen und unrasierten Backpackern tummeln. Das Dorf ist Ausgangspunkt für Trekking- und Kajaktouren, bietet ansonsten aber wenig. Wir besichtigen ein Kloster, in dem ein Mönch und 6 Novizen zu Hause sind, den eigentlich noch vorgesehenen Besuch einer Höhle schenken wir uns.
Dann treten wir die Bootsfahrt nach Süden an und passieren nach einer knappen Stunde noch einmal Nong Kiau auf der langen Fahrt in Richtung Luang Prabang. Die Landschaft ist schön, z.T. sogar spektakulär mit mächtigen und bizarren Kalksteinfelsen an beiden Ufern des Nam Ou, aber leider ist dies ein zwar heißer, aber diesiger Tag, so dass die Sichtverhältnisse und Fotografierbedingungen ziemlich eingeschränkt sind. Der Nam Ou ist jetzt – in der Trockenzeit – etwa so breit wie der Rhein, und er führt sehr wenig Wasser, so dass unser Kapitän sorgfältig navigieren muss, denn es gibt unzählige Untiefen, Sandbänke, kleine Inseln und scharfe Felsen. Das Boot ist leidlich bequem, aber nach einigen Stunden tun Beine, Rücken und Muskeln doch weh. Es ist zwar keines der Speedboote, die auf dem Mekong Umwelt- und Gehörschäden verursachen, aber auch unser Motor knattert mit nervender Lautstärke. Außer einer kleinen logistischen Pause gibt es keinen Halt unterwegs.
Am Nachmittag können wir auf einem viele Kilometer langen Abschnitt Goldwäscher bei der Arbeit beobachten. Einige Dutzend Bagger holen Erde und Steine vom Grund des Flusses und schaufeln sie auf mehrstufige Schüttelsiebe, auf denen immer kleinere Steine und Sandkörner durchfallen. Wie auf diese Weise goldhaltiges Gestein ausgesiebt und gewonnen werden kann, ist mir nicht ganz klar, aber es muss funktionieren, sonst würde man hier nicht solchen Aufwand betreiben. Zusätzlich zu den Maschinen sieht man viele Menschen, die am Ufer hocken und in großen Schalen Sand und Steine mit kreisenden Bewegungen auswaschen und nach Gold durchsuchen – so wie man es aus Abenteuerfilmen und Western kennt. Hang erklärt uns, dass es vietnamesische Investoren sind, die hier Gold schürfen und dabei gehörig die schöne Natur verschandeln, denn die vielen aufgehäuften Abraumhalden und die lauten Bagger und Siebe verursachen eine erhebliche optische und akustische Umweltverschmutzung.
Bei Pak Ou (= „Mündung des Ou“) verlassen wir den Nam Ou und sind dann auf dem Mekong, der Mutter aller südostasiatischen Flüsse. Er ist mit 4.500 km einer der längsten Flüsse der Welt, zur Regenzeit mehrere Kilometer breit und auch jetzt ein mächtiger Strom. Unser Boot überquert den Fluss, und dann gehen wir an Land, um die berühmten Höhlen bei Pak Ou zu besuchen, die auf dem Programm fast jeder Laos-Reise stehen. Hier, in der nur wenige Meter tiefen Höhle, gibt es Tausende von großen und kleinen Buddhafiguren zu sehen, die gläubige Spender hier platziert haben, aber die eigentliche Attraktion dieses Ortes ist die spektakuläre Aussicht, die man aus der Höhle heraus auf den Fluss hat. Wer die kleine Anstrengung nicht scheut, kann 252 Stufen hoch klettern und dann noch eine weitere Höhle anschauen, in der es aber kaum etwas zu sehen gibt. Wir setzen über auf das andere Mekong-Ufer und machen dann noch einen Stopp in einem Dorf, in dem Textilien, Töpferwaren sowie Schnaps mit oder ohne eingelegte Schlangen, Skorpione, Käfer usw. verkauft werden.
Endlich, nach einem langen Tag, erreichen wir am Abend Luang Prabang, müssen wieder umsteigen, um zu unserem Hotel zu kommen, und dann finde ich mich sogar im gleichen Zimmer wieder wie vor fast einer Woche.
Donnerstag, 8. April 2010
Luang Prabang
Die Stadt Luang Prabang ist die größte Touristenattraktion in Laos, und entsprechend riesig sind die Besucherzahlen, aber – anders als anderswo – stören die vielen Fremden hier nicht, im Gegenteil: Sie gehören zu Luang Prabang wie die unzähligen Bistros, Cafes und Restaurants, sie sind Teil der Atmosphäre, die den Reiz dieser Stadt ausmacht, eine ziemlich einzigartige Mischung aus traditionell-laotischer Kultur und kolonialen Einflüssen aus französischer Zeit. Die heutige Bebauung stammt im Wesentlichen aus den 30er Jahren, und seither ist das Stadtbild nicht durch hässliche Neubauten oder Hochhäuser verschandelt sondern im ursprünglichen Zustand erhalten worden. Die Häuser sind in gutem Zustand, die Straßen in der Innenstadt sind gut und sauber, es gibt ordentliche Bürgersteige, d.h. man sieht den relativen Wohlstand, der hier herrscht. Luang Prabang ist fantastisch gelegen auf einer Art Halbinsel zwischen den Flüssen Mekong und Nam Khan und umgeben von bizarr geformten Bergen. Der Phou Si, ein ca. 150 m hoher Berg mit einem Tempel auf seiner Spitze, liegt im Zentrum der Stadt und ist über 328 Stufen zu besteigen.
Ein Besuch des Nationalmuseums, des früheren Königspalastes, ist ein Muss, auch wenn er etwas beschwerlich ist. Es gibt viel zu sehen, und alles wird bestens präsentiert, dennoch ist es mühsam und ermüdend, von Raum zu Raum zu laufen, unzählige Details über die Könige zu hören, die hier residiert haben, und das alles gemeinsam mit anderen Besuchergruppen, die alle das Gleiche in unterschiedlichen Sprachen zu hören bekommen. 1975 wurden der letzte König und seine Familie ganz unköniglich aus dem Palast hinauskomplimentiert, aber immerhin erhielten die neuen Machthaber das Gebäude und seine Schätze für die Nachwelt.
Danach ist es Zeit für eine Wat-Wanderung, die natürlich ebenfalls zum Pflichtprogramm in Luang Prabang gehört. Ca. 40 Tempel (= Wat) gibt es hier, und wir bzw. unsere Reiseleitung haben 3 davon für kurze Besuche ausgesucht: Wat Visounnarath, Wat Sene, Wat Xiengthong. Die Tempel sind nicht nur Orte, an denen man betet, meditiert oder spendet, hier geht es – anders als z.B. in christlichen Kirchen – meist auch recht profan zu, d.h. hier sitzt, ruht oder schläft man auch, hier hält man ein Schwätzchen, und in einem Wat übernachten auch Mönche, die auf Besuch hier sind. Das Innere vieler Wats sieht daher oft unaufgeräumt und wenig gepflegt aus. Unser erstes Ziel Wat Visounnarath – im 16. Jahrhundert errichtet, zerstört und in heutiger Gestalt knapp 100 Jahre alt – ist vor allem durch seine Sammlung von Buddhafiguren bekannt. Unter einem großen Dach liegt ein Langboot, das an den in der Regenzeit stattfindenden traditionellen Bootsrennen auf dem Nam Khan teilnimmt. Auch im für seine Goldverzierungen berühmten Wat Sene liegt eine große Piroge, die im August bei den Rennen mit 50 Ruderern bemannt wird. Wat Xiengthong schließlich, der prächtigste und wichtigste Tempel in Luang Prabang, gelegen am Zusammenfluss von Nam Khan und Mekong, gilt als Meisterwerk laotischer Architektur.
Am Nachmittag machen einige von uns einen Ausflug etwa eine Stunde außerhalb von Luang Prabang. Unser Ziel ist der Wasserfall von Kuang Si, ein wunderschönes waldiges Gelände, in dem das Wasser in mehreren Stufen herunterfällt und dabei kleinere Seen bildet, in denen man z.T. baden und schwimmen kann, eine Möglichkeit, von der Einheimische und Touristen in gleicher Weise Gebrauch machen. Direkt daneben gibt es eine Bärenstation, in der Bären gehalten und aufgepäppelt werden, die vorher hilflose Waisen waren oder von den laotischen Behörden aus Gefangenschaft oder Misshandlung gerettet wurden.
Eine besondere Sehenswürdigkeit von Luang Prabang ist der Nachtmarkt, der täglich zwischen 17:00 und 22:00 Uhr auf einem dann abgesperrten Teil der Hauptstraße der Stadt abgehalten wird. Dieser Markt wird ausschließlich von den fremden Besuchern genutzt, und entsprechend ist das Angebot, nämlich Kunsthandwerk aller Art, Textilien, Souvenirs und vieles mehr. Die Verkäuferinnen sitzen auf dem Boden und haben in der Regel keine Verkaufsstände, sondern ihre Waren sind sauber auf der Straße ausgebreitet. Dazwischen sind Gänge freigehalten, auf denen die Touristen und potenziellen Käufer vorbeiflanieren.
Freitag, 9. April 2010
Luang Prabang
An jedem Morgen gegen 06:00 Uhr ertönen die Trommeln, die den morgendlichen Rundgang der Mönche ankündigen, bei dem sie die Gaben der Gläubigen für das Frühstück und den Tag entgegennehmen. Sie kommen aus ihren Tempeln und Klöstern und bewegen sich auf festgelegten Wegen durch die Stadt, wo sie von den Spendern – und auch von zahlreichen fotografierwütigen Touristen – erwartet werden. Auf einer Straße direkt neben unserem Hotel haben sich viele Gläubige – überwiegend Frauen – mit den Geschenken niedergelassen, die sie den Mönchen zugedacht haben. Hauptsächlich sind es Lebensmittel wie Reis, Bananen und Gemüse, aber man sieht auch Geldscheine, die den Mönchen übergeben werden sollen. Dann nähert sich die lange Reihe der Mönche, und die neugierigen Langnasen machen ihre Kameras bereit. Die Mönche defilieren einzeln an den Spendern vorbei, die ihnen jeweils eine Handvoll Reis oder andere Gaben in die mitgeführten Körbe legen. Sie werden begleitet von Jungen, die Plastiktüten mit sich führen, in die der Inhalt eines Sammelkorbs geleert wird, sobald er voll ist. Als Besucher muss man kein ungutes Gefühl haben, den Mönchen und den Spendern hautnah zuzuschauen und sie zu fotografieren. Niemand nimmt daran Anstoß, die Anwesenheit von neugierigen Langnasen stört hier keinen, einige Mönche stehen selbst etwas abseits und fotografieren ebenso wie die Farang. Mit Betteln hat dieses Einsammeln von Geschenken nichts zu tun, die Mönche bedanken sich auch nicht für die Gaben, im Gegenteil: Die Spender verneigen sich ehrfürchtig vor den Mönchen, dankbar dafür, dass ihnen Gelegenheit gegeben wurde, eine gute Tat zu begehen und dass ihre Geschenke angenommen wurden.
Ein letztes Mal gibt es heute Gelegenheit, den eigenen Fitnessstand zu testen bzw. zu verbessern, denn Mountainbikefahren steht auf unserem Programm. Unsere Fahrräder stehen bereit am Büro von „Green Discovery“, deren Kunden wir heute wieder sind. Es gibt eine kurze Einweisung, jeder bekommt einen Helm und seinen Wasservorrat, und dann geht es los, in langer Reihe zunächst durch die Stadt, dann vorbei am Flughafen bis zu einem Dorf, das für die Herstellung von Messern bekannt ist. Wir schauen den Schmieden (und Schmiedinnen!) bei ihrer Schwerstarbeit zu, wie sie mit massivem Körpereinsatz das glühende Eisen mit Hämmern und Zangen bearbeiten.
Wir haben das Dorf noch nicht wieder verlassen, als Thorsten einen Sturz hinlegt, der zum Glück leichter ist als er aussah. In einer lehmigen Kuhle rutscht sein Rad weg, er landet mit filmreifem Salto im Matsch und sieht anschließend aus, als hätte er an einem Schlammringkampf teilgenommen. Zum Glück ist er ohne ernsthafte Verletzung davongekommen, so dass wir unsere Tour bald fortsetzen können. Die Fahrtstrecke hat es manchmal in sich, denn es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Gefälle und Steigungen, die teilweise ganz schön giftig sind, und das alles in brüllender Hitze, der Wasserverbrauch ist daher enorm. Leider fahren wir überwiegend auf einer steinigen Straße, auf der zwar nur wenige Fahrzeuge verkehren, aber das sind dann oft LKWs, die Staub und Lärm um sich verbreiten. Auf einem Weg abseits der Straße, wo es besonders steil bergab geht, steigen alle ab und schieben ihr Rad, nur ich will es besser wissen und werde prompt für meinen Übermut bestraft. Nach einigen Metern gehe ich zu Boden, zum Glück aber ohne Personen- oder Materialschaden.
Wir machen kurze Pause an einem Fluss und besuchen das Grab von Henri Mouhot, einem Franzosen, der als der Wiederentdecker von Angkor Wat in Kambodscha gilt und 1861 in der Nähe von Luang Prabang an Malaria gestorben ist. Am Flussufer machen einige Einheimische Picknick in einem Gelände, in dem man Tische und Bänke für Hunderte Besucher aufgebaut hat. Diese werden ab morgen hierher strömen, um hier in der Natur mit Essen, Musik und Party das Neujahrsfest zu feiern.
Wir aber setzen unsere Radtour fort und arbeiten vorab schon einmal die Kalorien ab, die wir bei der folgenden Mittagspause zu uns nehmen. Wir rasten in einem Lokal mitten im Wald, wo uns unsere Guides das mitgeführte Lunchpaket servieren. Das Lokal ist zugleich Zentrum eines Elefantencamps. Früher wurde Laos das „Land der eine Million Elefanten“ genannt, heute sollen es laut Hang noch etwa tausend sein, und ca. ein Dutzend von ihnen leben in diesem Camp, wo sie sowohl für Arbeiten im Wald als auch für touristische Zwecke eingesetzt werden. Für unsere vormittägliche Quälerei auf dem Mountainbike werden wir nach dem Essen mit einem einstündigen Elefantenritt belohnt, und dabei teile ich mir mit Berthold eine 35-jährige Elefantendame. Wir durchwaten zunächst einen See, und dann geht es auf und ab auf schmalen Pfaden quer durch den Wald, 5 Elefanten in Reihe hintereinander. Nach einiger Zeit bietet unser Mahut einen Platztausch an, und Berthold übernimmt seinen Platz auf dem Elefantenhaupt. Ich bin nicht böse darüber, dass ich im Tragegestell auf dem Elefantenrücken verbleibe, denn unser Elefant hat die unfeine Gewohnheit, in regelmäßigen Abständen aus vollem Rüssel um sich zu prusten, und den Hauptteil dieser unfreiwilligen Dusche bekommt der ab, der ganz vorne sitzt. Macht unsere Elefantin das immer so, oder weiß sie, dass in wenigen Tagen das Wasserfest Boun Pi Mai gefeiert wird und übt dafür schon mal?
Dann haben die Elefanten ihre Schuldigkeit getan und werden mit Streicheleinheiten und Bananen belohnt. Wir müssen uns jetzt wieder mit eigener Muskelkraft fortbewegen und besteigen unsere Räder für die letzte Etappe dieser Tour. Die führt uns kurz vor dem Ziel zu einer schön gelegenen mehrstöckigen Pagode, die von oben bis unten mit bunten Bildern aus dem Leben und der Lehre Buddhas bemalt ist. Teilweise sind die Darstellungen sehr realistisch, ja geradezu blutrünstig, und es kann einem angst und bange werden, wenn man sieht, welche schrecklichen Strafen Ehebrecher und andere Sünder erwarten.
Als wir wieder in Luang Prabang sind, ist nicht nur dieser schweißtreibende Tag auf dem Mountainbike zu Ende, sondern eigentlich auch die ganze Reise, denn der heutige gemeinsame Abschiedsabend ist der letzte Programmpunkt von „Laos – Land des Lächelns“, und morgen fliegen die meisten von uns zurück in die Heimat. Hang hat für uns einen Tisch im „Cafe de Mali“ bestellt, einem schön gelegenen Restaurant am Mekong. Wir sitzen draußen in schwüler abendlicher Tropenhitze und genießen ein letztes Mal den Blick auf diesen bemerkenswerten Strom. Es gibt allerlei laotische Spezialitäten, von denen das Beerlao am besten schmeckt. Mit einer kurzen Ansprache dankt Thorsten in unser aller Namen unserem Führer Hang für seine Dienste und überreicht ihm, was wir vorher gesammelt haben. Er war ein ordentlicher Führer und Reisebegleiter, manchmal etwas passiv, aber er hat seinen Job nicht schlecht gemacht. Das habe ich – und wahrscheinlich alle anderen – auch schon anders erlebt. Wir, seine Schäflein, tauschen untereinander Adressen aus, versprechen irgendwie in Kontakt zu bleiben.
Samstag, 10. April 2010
Luang Prabang
Am Tag des Abschieds und der Abreise wird noch einmal gefeiert, und zwar der Geburtstag von Annette. Im schönen Innenhof unseres Hotels wird beim Frühstück „Happy Birthday“ angestimmt, Hang spendiert eine bunte Torte, und die Tochter unseres Hoteliers überreicht einen Blumenstrauß.
Das buddhistische Neujahrs- und Wasserfest beginnt zwar erst übermorgen, aber man übt schon eifrig. An fast jeder Ecke lauern um die Mittagszeit jetzt Kinder und Jugendliche, die Passanten und vorbeifahrende Fahrrad- und Motorrollerfahrer mit Wasser attackieren, und natürlich werden fremde Besucher nicht ausgenommen, im Gegenteil, sie sind besonders dankbare Ziele. Thomas erscheint durchnässt von oben bis unten, als wir uns um 14:00 Uhr versammeln, um Abschied zu nehmen. 7 von uns reisen heute über Hanoi zurück in die Heimat, Annette und Thomas bleiben noch einige Tage länger in Luang Prabang, und ich fliege morgen zu einem Zwischenaufenthalt in Bangkok und dann nach Hause.
Am Nachmittag besteige ich den Phou Si und hole den Besuch nach, den ich vorgestern geschwänzt habe, aber die Hoffnung, dass die Wetter- und Sichtbedingungen heute besser sind, erfüllt sich nicht, denn auch heute ist es diesig und die Sicht schlecht. Insgesamt gibt es aber keinen Grund, um über das Wetter zu klagen, denn bei unseren Unternehmungen der letzten 2 Wochen war es stets heiß, sonnig und manchmal geradezu perfekt.
Seit Jahren habe ich – außer Brunei Darussalam – alle Länder Südostasiens mehrfach besucht, einige kannte ich schon aus der Zeit, als ich in Tokio bzw. Manila lebte. Bei meinen Reisen war ich unterwegs in kleineren Gruppen oder auch allein und individuell. Diese Reise nach Laos gehört zu den Höhepunkten meiner südostasiatischen Reiseerfahrungen, denn
* sie führte in ein wunderschönes, hochinteressantes und touristisch unverdorbenes Land,
* sie bot einen gelungenen Mix aus kulturellen Sehenswürdigkeiten und einem abwechslungsreichen Sportprogramm mit Trekking, Kajak- und Fahrradtouren,
* ich war zusammen mit angenehmen, intelligenten und reisekundigen Gefährten,
* die Reise war bestens vorbereitet und organisiert und verlief ohne nennenswerte Pannen.
Das „Beau Rivage” liegt zwar mitten in der Stadt, aber seine Umgebung sieht eher ländlich aus, und die Uferstraße entlang des Mekong ist ein Sandweg fast ohne Verkehr. Erst nach einigen hundert Metern in Richtung „Stadtmitte“ ist sie geteert, man sieht dann auch einige Autos, und es sieht ein bisschen nach Stadt aus mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Kilometerweit sind am Ufer des Mekong größere Bauarbeiten zu beobachten, und auf einer Info-Tafel ist zu lesen, dass hier 30 Millionen Dollar aus Korea für Küstenschutz, Begradigung des Flusses und die Neugestaltung des Uferbereichs verbaut werden. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Thailand. Ich verlasse die Uferpromenade in Richtung Stadtmitte. Auch hier herrscht am heutigen Sonntag fast kein Verkehr, es gibt viele Boutiquen, Bäckereien, Restaurants und Tante-Emma-Läden, und kein Haus ist höher als 3-4 Stockwerke. Es herrscht eine Atmosphäre wie zur Siesta in südlichen Ländern. Das Stadtzentrum hätte Ähnlichkeit mit einer Kleinstadt in Frankreich – wenn die vielen Tempel nicht wären. Auch auf der „Rue Setthathirat“, einer der Haupteinkaufsstraßen, geht es sehr beschaulich, ruhig und provinziell zu. Die Beschriftung ist überall natürlich laotisch, da wo auch ausländische Zeichen verwandt werden, ist es meist Englisch, aber auf Straßenschildern ebenso wie an öffentlichen Gebäuden, also Ministerien usw. ist neben der laotischen Bezeichnung der Name auch auf französisch angezeigt, also „Rue ...“ oder „Boulevard ...“ oder „Ministère de la Justice“. In einem erstaunlich gut funktionierenden Internetcafe drängen sich ein Dutzend überwiegend junge ausländische Touristen, und in einer prächtigen Tempelanlage gleich gegenüber mühen sich junge Mönche bei Bauarbeiten mit schweren Schubkarren ab.
Montag, 29. März 2010
Vientiane
Um 10:30 Uhr treffen meine Reisegefährten für die nächsten 2 Wochen ein. Unser Führer namens Bounhang – er möchte aber Hang genannt werden – hat sie am Flughafen abgeholt. Wir sind insgesamt 10 Personen. Meine Reisegefährten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 60 Jahre alt. Es ist – wie sich bald herausstellen wird – eine sehr angenehme Gruppe ohne Außenseiter, Besserwisser oder Zuspätkommer, alle sprechen gut Englisch, und natürlich haben alle reichlich Reise- und Asienerfahrung. Reise-Greenhorns kommen nicht nach Laos.
Die Avenue Lane Xang ist die Prachtstraße der Stadt, so etwas wie die Champs Elysées von Vientiane, und an ihrem nördlichen Ende steht der Patouxay, ein gewaltiger Triumphbogen. Hier beginnen wir unsere heutige Besichtigungstour. Der Patouxay, ein architektonisch etwas skurriles Bauwerk, ist weniger als 50 Jahre alt und wird in Stadtplänen auch als „Victory Monument“ bezeichnet, das an die Helden der kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1975 erinnern soll. Im schmuddeligen Innern bieten Souvenirverkäufer ihre Waren an, und von der Spitze des Gebäudes in ca. 50 m Höhe hat man einen schönen Blick über die Stadt. Danach steuern wir den Morgenmarkt (Talat Sao) von Vientiane an, der ebenfalls ein beliebtes Touristenziel ist. Natürlich habe ich ihn auch 2006 schon besucht, aber seither hat er sich ganz wesentlich verändert. Der alte traditionelle, etwas chaotische und manchmal schmutzige Markt existiert nicht mehr, sondern an seiner Stelle steht jetzt ein modernes Gebäude mit Dutzenden Geschäften, Ständen und Lokalen – ein riesiger Fortschritt für diejenigen, die hier einkaufen, aber ein Verlust für fremde Besucher, denn solche Läden wie im neuen Morgenmarkt findet man fast überall auf der Welt.
Wir besuchen 3 der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer der Stadt. Das Wat Sisaket ist das älteste Gebäude der Stadt, eines der wenigen in ursprünglicher Form erhaltenen Baudenkmäler in Vientiane. In Wandelgängen, die – ähnlich einem Kreuzgang an christlichen Kirchen – das eigentliche Wat umschließen, sind viele tausend (ursprünglich fast 10.000) kleine Buddhafiguren aufgestellt, völlig offen und ungesichert. Wie viele der Figuren mögen schon Beute kleptomanisch veranlagter Touristen geworden sein? Nur wenige Minuten entfernt liegt in einer schönen Gartenanlage Ho Pha Keo, das heute weniger als religiöse Stätte sondern eher als nationales Kunstmuseum gilt mit dem Jadebuddha als wichtigstem Schaustück. Das Wat Simuong ist ein bei den Einheimischen ganz besonders beliebtes Heiligtum. Gemäß einer alten Legende opferte sich hier ein schwangeres Mädchen zum Wohl der Stadt, und seither ist Wat Simuong eine Art Wallfahrtsort für Paare, die sich viele und gesunde Nachkommen wünschen – mit durchschlagendem Erfolg offenbar, denn der Kinderreichtum in diesem Land ist unglaublich: Mehr als 60% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre, aus deutscher Sicht sicherlich ein Traumwert, aber wer soll den vielen jungen Laoten Arbeit und Auskommen geben? Laos ist nicht nur eines der jüngsten, sondern auch eines der ärmsten Länder der Welt.
Abschluss und Höhepunkt dieser ersten Besichtigungsrunde ist das goldglänzende That Luang, das Wahrzeichen der Stadt und des ganzen Landes, erbaut im 16. Jahrhundert von König Setthathirath. Dessen Denkmal am Eingang des gewaltigen Komplexes sieht aber wenig königlich aus, sondern mit seinem Cowboyhut und seinem Schwert (das aussieht wie ein Gewehr) lässig auf den Knien gleicht der König eher John Wayne in einem Western. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut ist die fast 50 m hohe Stupa ein Symbol der Nation. Vor dem That Luang liegt ein riesiger Platz, der bei verschiedenen Anlässen für Paraden, Ausstellungen oder Feste genutzt wird.
Nach diesem ersten Tag kennen wir unseren Führer Hang etwas besser. Er scheint ein netter Kerl zu sein, spricht ganz ordentlich deutsch – das hat er in der DDR gelernt – und man kann ihn gut verstehen. Wie viele Reiseleiter ist er bei seinen Erläuterungen manchmal zu ausführlich und verliert sich in Einzelheiten, die man besser im Reiseführer nachlesen kann.
Die Einwohnerzahl von Vientiane beträgt zwischen 400.000 bis zu 1 Million, je nachdem, ob nur das eigentliche Stadtgebiet oder der größere Hauptstadtbezirk gemeint ist. Die Stadt gilt als verschlafenste der südostasiatischen Metropolen, in der am Abend die Bürgersteige hochgeklappt werden. Wer nach Mitternacht noch ein Bier trinken möchte, müsste sich auf das andere Ufer des Mekong begeben, dort nämlich liegt Thailand. Aber es ist eine sympathische Stadt mit vielen einladenden Lokalen. Wenn man die Speisekarte liest oder die Schaufensterauslagen sieht, glaubt man in Frankreich zu sein, denn überall stößt man auf Begriffe wie Croissant, Crèpe, Baguette, Bistro ..., aber gesprochenes Französisch ist kaum zu hören, obwohl das Land von 1893 bis 1949 französische Kolonie war. Mit einem gemeinsamen Essen mit typisch laotischen Speisen und farbenprächtigen Tänzen einer Folkloregruppe klingt dieser erste Tag aus.
Dienstag, 30. März 2010
Vientiane
Heute gibt es ungeplant einige Stunden an freier Zeit. Eigentlich stand ein Besuch bei der Dong Dok-Universität auf dem Programm, wo wir mit Studenten und Lehrkräften sprechen sollten. Aber Hang teilt uns mit, dass dieser Besuch leider nicht zu Stande kommt. Das überrascht mich ganz und gar nicht, denn ein freies Gespräch ihrer Studenten mit westlichen Besuchern wird den Verantwortlichen wenig geheuer sein, müssen sie doch befürchten, dass dabei auch über Demokratie, Menschenrechte, freie Wahlen usw. diskutiert würde, und das kann nicht im Sinne der allein regierenden Partei sein.
Statt der Universität besuchen wir einen weiteren Markt und fahren dann in Richtung Süden ca. 30 km aus der Stadt hinaus, vorbei an der nach Thailand führenden „Freundschaftsbrücke“ und erreichen schließlich den Buddha-Park Xieng Khouan. Der Begriff „Buddha-Park“ ist eigentlich etwas irreführend, denn was hier zu sehen ist, sind nicht nur Buddhas sondern Dutzende von z.T. skurrilen Figuren aus unterschiedlichen Religionswelten. Der Künstler, der vor ca. 50 Jahren diesen Park anlegte, hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen und neben Buddha in unterschiedlichen Posen auch hinduistische Götter, Tierfiguren und Fabelwesen abgebildet. Größtes Einzelstück ist ein rundes Gebäude, das wie ein Kürbis aussieht und das man betreten und sich dann in schmalen Gängen und Stiegen nach oben vorarbeiten kann, bis man in ca. 10 m Höhe den Gipfel des Kürbis erreicht, ins Freie tritt und einen schönen Überblick über die gesamte Anlage hat.
Mittwoch, 31. März 2010
Vientiane – Vang Vieng
Heute verlassen wir die laotische Hauptstadt und starten unsere Tour, die uns weiter in den Norden des Landes führen soll. Vorher aber gratulieren alle Claudia – unserer Jüngsten – zu ihrem heutigen Geburtstag. In einem Kleinbus mit 20 Sitzen fahren wir auf der N 13 nach Norden, bei mäßigem Verkehr und durch eine zunächst ruhige und flache Landschaft. Unser Fahrer – wie auch alle übrigen in den kommenden Tagen – ist höflich und hilfsbereit, und er fährt vorsichtig und rücksichtsvoll. Unser Tagesziel ist der Ort Vang Vieng, etwa 165 km von Vientiane entfernt. Auf halber Strecke ändert sich die Landschaft, sie wird gebirgig, und unser Auto muss auf der jetzt serpentinenartigen Straße einige Höhen überwinden.
Auf dem Weg nach Vang Vieng wird Halt gemacht, um 2 Höhlen zu besichtigen, die Chang- und die Xang-Höhle, weil es dort Buddhafiguren und interessante Stalaktiten zu sehen gibt. Ich selbst verzichte auf den Besuch dieser kalten Höhlen, weil ich mir – vermutlich durch die überall blasenden Klimaanlagen – eine Halsentzündung eingefangen habe und so heiser bin, dass ich kaum ein Wort sprechen kann.
Vang Vieng ist ein typischer Backpacker-Ort, also ein Ziel für jüngere Rucksacktouristen, die meist unterwegs sind mit wenig Geld und die vor allem Spaß mit Gleichgesinnten suchen, also lautstarkes Feiern, Alkohol und oft genug wohl auch Drogen. Die scheint es hier zu geben, denn Hang erklärt uns, dass in Vang Vieng viele Produkte mit dem Zusatz „happy“ angeboten werden, also z.B. „happy coffee“ oder „happy coke“ oder „happy pizza“, d.h. diese Dinge sind „veredelt“ mit irgendwelchen Substanzen, die eigentlich auch in Laos ganz sicher verboten sind. Es gibt eine große Hauptstraße durch den Ort, und diese ist gesäumt von unzähligen Restaurants, Souvenirläden, Massagestudios, Internetshops und Geldwechselstuben.
Die Natur rund um Vang Vieng ist spektakulär, eine Landschaft mit steilen Bergkegeln wie in der vietnamesischen Halong-Bucht. Das Tal, in dem Vang Vieng mit seinen ca. 12.000 Einwohnern liegt, wird durchflossen vom Fluss Nam Song, und vom Balkon meines Zimmers im „Elephant Crossing Hotel“ habe ich einen Blick, wie er schöner kaum sein könnte: im Vordergrund die gepflegte Gartenanlage des Hotels, dann der Nam Song und direkt dahinter bizarre Kalksteinfelsen. Um zum Hotel zu gelangen, überqueren wir eine große asphaltierte, jetzt etwas verwilderte freie Fläche, die Landebahn eines ehemaligen Flughafens, der in den Indochinakriegen eine wichtige Rolle spielte. Am Abend kehren wir gemeinsam zum Essen in einem Lokal ein und stoßen dabei an auf unser Geburtstagskind Claudia.
Donnerstag, 1. April 2010
Vang Vieng
Kurz nach 09:00 Uhr starten wir zu einer Fahrradtour außerhalb von Vang Vieng. Unsere Damen maulen ein bisschen, weil nicht alle von ihnen Mountainbikes, wie die Männer, zugeteilt bekommen haben. Dazu besteht aber kein Anlass, denn es wird überwiegend auf der Straße gefahren. Trotz Straße und etwas Autoverkehr ist es eine schöne Fahrt, denn sie führt vorbei an einer eindrucksvollen Felsenlandschaft, und das Wetter ist perfekt. Wir machen Halt an einer Schule und stören dort den Unterricht, indem wir durch die offenen Fenster in die Klassen schauen und fotografieren, aber die Lehrer nehmen daran keinen Anstoß. Während der Pause sind wir dann natürlich die Sensation für die Kinder, die nicht nur uns Farang, also die fremden Ausländer, sondern auch unsere Fahrräder neugierig betrachten. Dann geht es weiter, bis nach etwa 2 Stunden Pause am Fluss gemacht wird. Wir müssen den Nam Song auf einer wackligen Holzbrücke überqueren und rasten am Ufer, wo fleißige Hände schon mit der Zubereitung unseres Picknicks beschäftigt sind. Einige nutzen die Zeit zum Baden im Fluss, ich lasse es mir nicht nehmen, den Nam Song noch einmal zu überqueren auf einem in ca. 10 m Höhe mit 2 Seilen befestigten Steg, auf dem man sich ein bisschen wie Indiana Jones vorkommt. Für die Bewohner ist dies aber in der Regenzeit die einzige Möglichkeit den Fluss zu überqueren, die Holzbrücke ist dann überflutet, oder sie existiert gar nicht mehr und muss jedes Jahr neu gebaut werden.
Nach dem Mittagspicknick wechseln wir das Verkehrsmittel, denn jetzt ist Kajakfahren angesagt, je 2 Personen in einem Boot, und mein Kajakpartner wird Berthold sein. Wir lernen Yong kennen, einen bemerkenswerten fröhlichen jungen Kerl, der für den Rest des Tages unser lokaler Führer sein wird. Trotz seiner jugendlichen 22 Jahre hat er keine Scheu, den weit älteren Lang-nasen gegenüber selbstbewusst als Lehrer und Führer aufzutreten. Er gibt uns eine ausführliche Einweisung in die Handhabung des Kajaks und in die Tücken des Nam Song. Jeder bekommt einen Helm und eine Schwimmweste, alles, was unbedingt mit an Bord soll, wird wasserdicht verpackt und befestigt, und dann geht es los. Für Kajakfahren ist diese Jahreszeit nicht besonders günstig, denn der Strom führt wenig Wasser. Dadurch kann es zwar kaum passieren, dass jemand, der ins Wasser fällt, ertrinkt, aber dafür gibt es unzählige schwer erkennbare Felsen und Untiefen dicht unter der Wasseroberfläche, auf die das Boot leicht auflaufen und dann kentern kann. Bald schon findet sich die Besatzung eines unserer 7 Boote im Wasser wieder, und auch Berthold und ich haben bald erste Bodenberührung, so dass einer von uns ausbooten muss, um das festhängende Kajak wieder flott zu machen. Es gibt viele kleinere Stromschnellen, nicht richtig gefährlich, aber man muss doch aufpassen, sonst bekommt man schnell Schlagseite oder dreht sich im Kreis. Wo das Wasser flach und ruhig ist, herrscht nur eine sehr geringe Strömung, so dass man ordentlich arbeiten muss, um das Kajak voranzubringen. Auf diese Weise vergehen 1½ Stunden, die nie langweilig und manchmal auch etwas anstrengend sind.
Dann machen wir Stopp an Land, um eine Höhle zu besuchen. Schon wieder eine Höhle, mag mancher von uns denken, aber dies ist eine Höhle der besonderen Art. Hier sind keine Buddhafiguren oder besonders schöne Stalagmiten oder Stalaktiten zu bewundern, sondern das Erlebnis besteht im Durchwandern der Höhle als solche. Besucht man sie zur Regenzeit, muss man ein Stück schwimmen, um überhaupt in sie hineinzukommen, wir müssen das nicht, sondern haben lediglich einen etwa 1 m tiefen Wassertümpel zu durchwaten. Dann sind wir in der stockdunklen Höhle. Yong verteilt 2 oder 3 kleine Taschenlampen und einige Kerzen, die aber nur punktuell ein bisschen Licht geben, und dann bewegen wir uns zentimeterweise vorwärts. Vorsicht ist angeraten, denn der Boden ist uneben, überall liegen große und kleine Felsbrocken herum oder lauern mehr oder weniger tiefe Löcher im Boden. Unser Führer Yong zeigt uns ein 1-2 m breites und – wie er sagt – 200 m tiefes Loch. In der Höhle haben im Krieg bis zu 1.000 Menschen Zuflucht vor Bomben gesucht, und dieses Loch habe ihnen als Toilette gedient, erklärt er uns. Er will uns erschrecken oder erheitern, auf jeden Fall aber beeindrucken, als er gewagt und freihändig über das tiefe Loch hinüberturnt. Der dann folgende Anstieg ist nichts für Klaustrophobe, denn jetzt geht es durch schmale Durchlässe und Spalten steil nach oben, z.T. so eng, dass Yong uns anweisen muss, welcher Fuß zuerst wohin zu setzen ist, um überhaupt hindurchzukommen – das alles in fast vollständiger Dunkelheit. Einige von uns verzichten auf dieses Stück Abenteuerurlaub und verlassen die Höhle auf dem Weg, auf dem wir in sie hineingekommen sind. Wir anderen schaffen es kletternd und kriechend zurück ans Tageslicht. Dieser Höhlenbesuch war zweifellos ein Höhepunkt.
Wir besteigen wieder unsere Kajaks für weitere 30 Minuten, diesmal in ruhigem und etwas tieferem Wasser. Nach einigen Minuten schallt uns laute Musik entgegen, und dann passieren wir auf mehreren hundert Metern die Partyzone von Vang Vieng. Überall an den Ufern sitzen Gruppen von feiernden Jugendlichen, die sich hier mit Bier, Musik und wer weiß womit sonst noch vergnügen. An vielen großen Bäumen hängen Seile, mit denen man über das Wasser hinausschwingen kann, um dann aus 3 oder 4 m Höhe ins Wasser zu plumpsen, das hier auch tief genug dazu ist. Beliebt sind auch aufgepumpte LKW-Schläuche, in denen sich viele auf dem Wasser treiben lassen. Alle scheinen gut drauf zu sein, viele winken uns fröhlich zu, aber dieser Teil von Vang Vieng wirkt doch so, wie ich mir den berühmt-berüchtigten Ballermann in Mallorca vorstelle. In den letzten Minuten müssen wir noch einmal hart arbeiten, um unsere Kajaks zu bewegen, denn die Strömung ist hier fast null. Dann aber erreichen wir die Anlegestelle gleich neben unserem Hotel, und ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Freitag, 2. April 2010
Vang Vieng – Luang Prabang
Wir verlassen Vang Vieng in Richtung Norden auf einer Strecke, die als schönster Abschnitt der Staatsstraße 13 gilt. Bald lassen wir die von Karstkegeln übersäte Ebene hinter uns, und dann windet sich die Straße in unzähligen Serpentinen bis auf fast 1.500 m Höhe, wo mehrere Pässe zu überwinden sind. Früher galt es als gefährlich, sich auf dieser Straße zu bewegen, denn es gab viele Überfälle durch Straßenräuber, aber heute kann davon keine Rede mehr sein. Nach etwa der Hälfte unserer knapp 200 km langen Tagesetappe erreichen wir die Grenze zur Provinz Luang Prabang, die mein Reiseführer das „Schmuckstück des Landes“ nennt und machen einen Stopp in einem Dorf der Khmu, die mit fast einer halben Million Menschen, die zweitgrößte ethnische Gruppe (nach den Lao) im Lande sind. Sie wohnen im Norden von Laos in den Provinzen Luang Prabang und Xiang Khoang an der Grenze zu Vietnam. Wieder haben wir Gelegenheit zu einem kleinen Einblick in das staatliche Bildungswesen, als wir die Grundschule des Ortes besuchen. Vielleicht ist es Zufall, aber wann immer wir irgendwo in ein Klassenzimmer schauen, sitzt der Lehrer oder die Lehrerin abseits an einem Tisch, während die Kinder sich selbst überlassen sind und sich irgendwie beschäftigen. Die Analphabetenquote in Laos ist erschreckend hoch, der Standard der meisten Schulen vermutlich ebenso erschreckend niedrig, oft fehlt es am Allernötigsten, und wer etwas begütert ist, schickt sein Kind auf eine Privatschule – in einem Staat, der sich sozialistisch nennt und eigentlich „Bildung für alle“ propagiert.
Die Landschaft, die wir auf dem Weg nach Luang Prabang durchfahren, ist ausgesprochen schön, aber an vielen Stellen bietet sie dennoch einen traurigen Anblick. Viele Hänge sind abgeholzt, riesige abgebrannte Berghänge verunstalten das Bild, unzählige große weiße Flecken zeigen an, wo die Feuer gelegt wurden, unser Feuerwehrmann Thorsten liefert dazu sachkundige Erläuterungen. Diese Brandrodungen erfolgen ganz legal – aber dazu später mehr.
Um 17:00 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Luang Prabang, aber bevor wir in unser Hotel gelangen, müssen wir das Transportmittel wechseln, denn für das Zentrum von Luang Prabang – UNESCO-Weltkulturerbe seit 1995 – gelten strenge Regeln, nur kleine Fahrzeuge dürfen es befahren. Auch unser relativ kleiner Bus ist noch zu groß, und wir müssen in einen 12-Sitzer umsteigen, während unser Gepäck in einem Tuk-Tuk, einem landesüblichen offenen Motorradtaxi, befördert wird. Diese kleine Unbequemlichkeit lohnt sich aber, denn unser schönes Hotel „Villa Saykham“ ist ideal mitten in der Stadt gelegen. 2006 wohnte ich mit meinen Reisegefährten etwas außerhalb, also besser erreichbar, musste aber jedes Mal 20 Minuten zu Fuß gehen, um in die Stadtmitte zu kommen, jetzt sind es nicht einmal 2 Minuten.
Luang Prabang gilt als besterhaltene Stadt in Südostasien, als einer der romantischsten und friedlichsten Orte des Kontinents. Es hat knapp 50.000 Einwohner, von denen etwa 1.000 Mönche sind, die das Bild und die Atmosphäre der Stadt entscheidend mitprägen. Fast 40 Tempel beherrschen das Stadtbild, dazwischen Kolonialbauten, kleine Gäste- und Bürgerhäuser, aber keine großen Hotels. Unvergesslich ist es, am Mekong entlang zu schlendern, auf der einen Seite der Fluss mit bunt erleuchteten Lokalen davor, auf der anderen Seite die etwas verträumt wirkende Stadt mit dem 150 m hohen Phou Si in ihrem Zentrum.
Samstag, 3. April 2010
Luang Prabang – Luang Namtha
Heute steht uns eine lange und unbequeme Busfahrt bevor, denn bis zum Tagesziel Luang Namtha, weniger als 20 km entfernt von der chinesischen Grenze, sind es über 300 km, und das bedeutet mehr als 10 Stunden mühsame Fahrt. Der Straßenverkehr ist weiterhin sehr mäßig, meist LKWs, aber auch Motorräder und –roller, hauptsächlich aus chinesischer Produktion. Die meisten Fahrer tragen einen Helm, denn das ist hier Pflicht. Wer ohne Helm erwischt wird, muss 30.000 Kip (knapp 3 Euro) Strafe zahlen, so viel wie auch der Helm selber kostet. Die Verkehrsdisziplin ist relativ gut, man sieht keine selbstmörderischen Raser oder gefährlichen Überholer, und es wird – für südostasiatische Verhältnisse – erstaunlich wenig gehupt. Noch ist die Straße gut, als unser Bus eine Reifenpanne hat, die uns einen unfreiwilligen Stopp von etwa 30 Minuten beschert, den einige von uns auf der Straße verbringen, indem wir dem Bus vorausmarschieren.
Bis Pak Mong, d.h. nach Kilometern gerechnet etwa einem Drittel der Strecke, fahren wir nach Norden auf der relativ guten Staatsstraße 13. Dann verlassen wir diese, wenden uns nach Westen und folgen der N 1, und nun verschlechtern sich die Straßenverhältnisse und Fahrbedingungen von Stunde zu Stunde. Der Straßenzustand ist erbärmlich, und daher wird auch eifrig an der Straße gebaut, aber das bedeutet weitere Verzögerungen. Wir sehen viele Arbeiter, die in der Tropenhitze ohne Maschinen, sondern mit primitivsten Mitteln, mit Schaufeln und bloßen Händen daran arbeiten, dass Touristen bald hier etwas flotter vorankommen. Aber der wichtigste Grund für die baulichen Aktivitäten ist nicht der Tourismus, sondern sind wirtschaftliche Interessen des großen und nahen Nachbarn China. Chinesische Investoren sind es auch, die – ganz legal und offiziell – hinter den überall sichtbaren Brandrodungen stehen. Der Deal soll so funktionieren: Die laotische Regierung verkauft an chinesische (Staats-?)-Firmen Lizenzen zum Abholzen großer Waldflächen in an China angrenzenden Gebieten. Auf den so gewonnenen Arealen lassen die chinesischen Investoren anschließend schnell wachsende Kautschukbäume pflanzen, um daraus Gummi für ihre Industrie zu gewinnen. Für diese Geschäfte braucht man leistungsfähige Straßen, und die werden z.Zt. gebaut. Natürlich kann man als Außenstehender nicht in die Interna eines solchen Deals schauen, ein mehr als ungutes Gefühl bleibt aber zurück. Da verkauft ein bettelarmes Land seine Natur an einen übermächtigen Nachbarn, der dadurch nicht nur Rohstoffe, sondern auch an wirtschaftlicher Dominanz und politischem Einfluss gewinnt. Und was haben die betroffenen Dörfer und Bauern davon? Wir wissen es nicht.
An einer Baustelle müssen wir 20 Minuten lang warten, weil Rohre unter der Straße verlegt werden. Viele LKWs aus der Gegenrichtung, meist mit chinesischen Kennzeichen und beladen mit Sand und Steinen, dürfen als erste passieren, als der Weg wieder frei ist. Dann quält sich unser Bus über die Baustelle und weiter auf jämmerlich schlechter Straße durch eine Gebirgslandschaft, die richtig schön sein könnte, wenn die vielen leergebrannten Hänge nicht wären. Jetzt, zur Trockenzeit, dürfte die Fahrt hier einigermaßen sicher sein, zur Regenzeit aber muss hier permanente Erdrutschgefahr bestehen, denn fast durchgehend wird die Straße auf der Bergseite von steilen und ungesicherten Hängen begrenzt.
In Ban Song Cha, einem Hmong-Dorf, halten wir an, und Hang macht mit uns einen kleinen Rundgang und erklärt dabei einiges über die Lebensweise der Hmong. Es gibt etwa 250.000 Angehörige der Hmong-Minderheit in Laos. Im Vietnamkrieg haben sie mit den Amerikanern sympathisiert und sie unterstützt, und daher sind viele von ihnen nach Kriegsende in die USA ausgewan-dert, von denen aber – so erklärt uns Hang – heute etliche wieder zurückkommen. Die Lebensbedingungen hier, wie auch in anderen Dörfern, die wir sehen, sind erbärmlich, kein Haus hat – soweit erkennbar – Strom- oder Wasseranschluss. Das Land ist bettelarm und von internationaler Hilfe abhängig, aber dennoch sieht man nirgendwo in Laos Bettler. In einem Haus an der Hauptstraße ist die Krankenstation des Dorfs untergebracht. Die Tür steht offen, aber niemand ist anwesend, so dass wir neugierig und ungeniert den Behandlungsraum des Arztes und das einzige – zum Glück nicht belegte – Krankenzimmer betreten und anschauen können. Letzteres ist ein dunkler schmuddeliger Raum mit zwei Bettgestellen, auf denen zusammengeknüllt Decken liegen, die man nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte. Im Arztzimmer könnten wir uns ungestraft an offen herumliegenden Spritzen und Medikamenten bedienen und – falls wir etwas verstehen könnten – in den Aufzeichnungen des Arztes lesen. An der Wand hängen Poster (eines auf Deutsch) über Körperorgane, Krankheiten und Verhütung. Auf der Fensterbank steht ein stattliches Holzmodell, an dem Patienten den Umgang mit Kondomen praktisch üben können. Besonders interessiert schaut sich natürlich Berthold um. Ob er hier etwas für seine Praxis lernen kann? Dann erscheint zwar nicht der Doktor, aber immerhin seine Gehilfin, die Krankenschwester des Dorfs. Sie hat ein Baby auf dem Arm und beantwortet freundlich und unbefangen unsere Fragen.
Bei einem kurzen Mittagsstopp in Muang Rai bestellen fast alle Nudelsuppe mit Chicken. Das ist inzwischen fast so etwas wie ein Standardgericht bei Pausen, denn dabei kann man wenig falsch machen, und es geht schnell. Im Übrigen ist das laotische Essen bisher etwas enttäuschend, es schmeckt zwar meistens ganz gut, aber die große Begeisterung will sich nicht einstellen. Auch das Nationalgericht Laap – Gehacktes aus Fisch, Huhn, Schwein, Rind oder Büffel zusammen mit Gewürzen und Kräutern – wird wohl nicht mein Lieblingsessen werden. Auf kulinarische Kuriositäten wie Heuschrecken, Käfer, Hühnerköpfe und -füße, Mehlwürmer, Ameiseneier usw. hat keiner von uns so recht Appetit. Laotischer Kaffee ist stets so schwarz, dass er auch mit viel Kaffeeweißer kaum aufzuhellen ist, aber besonders stark ist er nicht. Größter Beliebtheit erfreut sich hingegen das einheimische „Beerlao“, das in großen Flaschen von 0,64 l serviert wird und sehr gut zu trinken ist. Manchmal ist es leider nicht kalt genug, und dann sehen wir mit Schaudern, wie Hang – ebenso wie seine Landsleute – das kostbare Bier mit Eiswürfeln kühlt und verwässert.
Nach vielen Stunden Fahrt auf einer endlosen Holperstrecke fahren wir die letzten 20 km bis nach Luang Namtha auf einer komfortablen nagelneuen Straße, die mit thailändischer Hilfe gebaut wurde. Als wir dann endlich am Ziel sind, ist es 18:30 Uhr, am Morgen hatte uns Hang leichtsinnigerweise 16:00 Uhr als Ankunftszeit versprochen. Wir fahren nicht gleich zum Hotel sondern erst zum Büro von „Green Discovery“, einem laotischen Unternehmen, das sich für sanften und ökologischen Tourismus engagiert und dem wir uns für die beiden nächsten Tage anvertrauen. Dort gibt es eine ausführliche Einweisung in das bevorstehende Trekking. Dann checken wir endlich ein in unserem heutigen Hotel, dem „Boat Landing Guesthouse“, einer ökologisch gebauten Anlage mit Holzbungalows direkt am Fluss Nam Tha.
Sonntag, 4. April 2010
Luang Namtha – Ban Nam Lai
Heute wird in der Heimat das hochheilige Osterfest gefeiert, aber wir begehen es auf unsere Weise, nämlich mit einer zünftigen Dschungelwanderung. Zuerst besuchen wir aber am Morgen den Markt von Luang Namtha, und dabei erlebt Ute eine schmerzhafte Schrecksekunde, als sie an einer Stufe ausrutscht und der Länge nach hinfällt, aber außer einer zerrissenen Hose (die an Ort und Stelle provisorisch repariert wird) und einigen Schrammen ist ihr nichts passiert.
Dann beginnt um 09:30 Uhr unser Osterspaziergang im Nam Ha-Nationalpark. Wir werden geführt von Pet, einem 25-jährigen äußerst sympathischen Guide von „Green Discovery“, der gut Englisch spricht. Zusammen mit seinem Kollegen wird er heute und morgen mit uns zusammen sein. Auf meine Frage sagt er mir, dass unsere Tour nach dem Schwierigkeitsgrad zwischen „mittel“ und „schwierig“ einzustufen sei. Das Wetter und die Bedingungen sind perfekt, als wir zunächst durch Reisfelder marschieren, vorbei an arbeitenden Bauern und glotzenden Wasserbüffeln. Dann betreten wir Primärwald und wandern auf schmalen Pfaden in einer eindrucksvollen Urwaldlandschaft. Das Gelände ist nicht einfach, denn es geht munter bergauf und bergab, über große Steine, Wurzeln und Baumstämme, auf lehmigem oder steinigem Untergrund, mit Abschnitten, in denen man eher klettern als wandern muss. Dann beginnt ein steiler Anstieg, der einschließlich kleinerer Pausen etwa eine Stunde dauert, aber alle sind fit und schaffen diese erste Herausforderung ohne größere Probleme.
Bei einer kurzen Rast schreit Claudia plötzlich auf, denn sie hat an ihren Schuhen Blutegel entdeckt, die aber entfernt werden, bevor sie sich an ihrem Blut laben können. Jeder untersucht sich also auf Blutspuren, und tatsächlich entdecke ich an meinem linken Hosenbein einen Blutfleck. Ich bin das einzige Opfer, die Blutegel haben offenbar einen erlesenen Geschmack, dass sie nur meine seltene Blutgruppe AB mögen und die anderen verschmähen. Pet verarztet meine beiden Wunden, und dann marschieren wir weiter. Er erzählt, dass es in dieser Gegend viele Giftschlangen gibt, aber heute (und auch morgen) bekommen wir kein einziges Exemplar zu Gesicht.
Als wir Mittagspause machen, sehe ich, dass die Blutflecken an meiner Hose immer größer werden, und als ich die Wunden freilege, stellt sich heraus, dass sie weiterhin kräftig bluten. Wieder muss Pet erste Hilfe leisten, und er tut es auf seine Weise: Er macht ein paar Schritte in den Urwald, sucht und findet eine Pflanze, schneidet sie ab, zerreibt sie und streicht mir die zerriebenen Pflanzenteile auf meine Wunden. Die Wirkung ist eindrucksvoll, denn augenblicklich hört die Blutung auf. Schmerzen verspüre ich nicht, weder jetzt noch als die Biester mich attackiert haben. Dann wird das Mittagessen serviert, das unsere Guides aus Luang Namtha mitgebracht haben. Es gibt Reis, Gemüse, Salate, gehacktes Fleisch – alles auf Bananenblättern serviert, und es schmeckt sehr gut.
Beim Weitermarsch folgt unser Pfad für lange Zeit einem kleinen Fluss, den wir immer wieder überqueren müssen. Das geschieht – jetzt in der Trockenzeit – manchmal auf großen im Wasser liegenden Steinen, meist aber über Baumstämme, die man über den Fluss gelegt hat. Einige dieser Baumbrücken sind gut zu begehen, weil der Baum groß und breit genug ist oder gar 2 oder 3 Stämme nebeneinander die Brücke bilden, viele aber sind schmal und rund und erfordern Balancierfähigkeiten und manchmal auch etwas Mut. Immer wieder ist die helfende Hand von Pet und seinem Gehilfen gefragt, um besonders unseren Damen ans andere Ufer zu verhelfen. Am Ende des Tages dürften es an die 50 Baumbrücken sein, die wir gemeistert haben.
Es geht über Stock und Stein, über manchmal lehmigen und rutschigen, dann wieder steinigen Waldboden, über große Wurzeln, quer liegende Bäume, große Felsbrocken, manchmal steil bergauf oder abwärts, so dass Kletterfähigkeiten gefragt sind. Es ist anstrengend, und jede Verschnaufpause wird dankbar begrüßt, aber es ist ein tolles Trekkingerlebnis in fantastischer Natur. Und wir sind allein, nicht einen weiteren Besucher bekommen wir in diesen 2 Tagen zu Gesicht.
Nach 13 km haben wir unser Tagesziel erreicht, das Akha-Dorf Ban Nam Lai, wo wir im Dorfgemeinschaftshaus übernachten werden. Es liegt etwas abseits des Dorfes, nicht weit entfernt von einem größeren Bach, wo man ein Minimum an persönlicher Hygiene erledigen kann. Die Luft riecht etwas verbrannt, denn an einem gegenüberliegenden Berghang lodern einige Rodungsfeuer, hier befinden wir uns nicht mehr im Nam Ha-Nationalpark. Vor dem Haus werden wir bereits von der neugierigen Dorfjugend erwartet. Die ca. 70.000 Akha sind eine der vielen Minderheiten in Laos mit ganz eigener Kultur und anderer Sprache. Auch unser Führer Hang ist hier mit seinem Latein bzw. seinem Laotisch am Ende und kann sich mit den meisten Dorfbewohnern ebenso wenig verständigen wie wir. Als wir durch das Dorf wandern, findet auf einem großen Platz in der Mitte gerade eine Versammlung statt, und man bedeutet uns, dass Fremde dort unerwünscht sind. Tagt hier das Dorfparlament, ist es ein Treffen der Dorfältesten, eine religiöse Zeremonie, vielleicht eine Art Gerichtsverhandlung? – Keine Ahnung!
Wir sehen im Dorf etwa 10 kleinere, auf hohen Stelzen gebaute Holzhäuser, die als Liebeshütten dienen und in denen sich die Dorfjugend – ab 15 Jahren – ganz offiziell und von den Familien gefördert zu intimen Rendezvous trifft. Dabei wechseln die Partner, bis der/die Richtige gefunden ist. Damit sie dabei nichts falsch machen, werden die Jungen vorher von einer erfahrenen Frau angelernt und mit den Techniken der körperlichen Freuden vertraut gemacht. Diese lockeren Sitten bestehen nur bei den Akha, im übrigen Laos geht es züchtig zu, und Zugang zu den Liebeshütten haben auch keine Auswärtigen und natürlich schon gar nicht neugierige Farang.
Als ich mir an unserer Schlafstätte am Abend Schuhe und Strümpfe ausziehe, ist mein rechter Strumpf blutdurchtränkt, und ich entdecke in ihm die Überreste eines weiteren Blutegels. Dreimal also haben sich die Egel an mir vergriffen, aber dieser Dritte musste für die Untat mit seinem Leben bezahlen. Im Gemeinschaftshaus sind für uns auf einem ca. ½ m hohen Podest in einer langen Reihe 12 Lager vorbereitet, wo jeder eine Matratze, grobes Bettzeug und einen Schlafsack vorfindet. Über den Schlafplätzen sind Moskitonetze gespannt, die uns vor unerwünschten Besuchern schützen sollen. Gegenüber der Schlafabteilung lodern in dem großen Raum zwei Feuerstellen, an denen sich fleißige Hände um unser Abendessen bemühen, das dann auf einem niedrigen runden Tisch angerichtet wird, um den herum wir auf ca. 20 cm hohen Bänkchen hocken. Es gibt natürlich Reis, verschiedene Gemüse, auch ein bisschen Fleisch, alles ökologisch korrekt auf oder in Bananenblättern serviert. Dazu schenkt Hang einen Reisschnaps aus, der in der Kehle ziemlich brennt, aber nicht übel schmeckt.
Während wir im Gemeinschaftshaus unser Abendessen verzehren, warten draußen ca. 12 Mädchen aus dem Dorf auf ihren Einsatz. Sie sind 14-15 Jahre alt und sollen uns fremde Besucher nach dem Abendessen massieren. Nicht alle von uns machen Gebrauch von dieser Möglichkeit, aber 6 oder 7 strecken sich dann auf ihren Lagern aus, und die Mädchen machen sich an die Arbeit, zum Teil sogar zu zweit pro Kunden. Eine macht sich an meinen Beinen zu schaffen, während die andere sich meinem Oberkörper widmet. Von ernsthafter Massage kann natürlich keine Rede sein, aber unsere Masseurinnen drücken, kneten und ziehen eifrig an unseren Beinen und Armen herum. Dabei schnattern, lachen und kichern sie ununterbrochen, und man würde gern verstehen, was sie an vermutlich nicht immer schmeichelhaften Bemerkungen über die langnasigen Farang von sich geben. Plötzlich nach etwa 30 Minuten stellen sie wie auf Kommando ihre Arbeit ein und sind sofort verschwunden, so schnell, dass mir nicht einmal Gelegenheit bleibt, ihnen für ihre Dienste einen Schein in die Hand zu drücken. Manche von uns rümpfen die Nase über diese Einlage, sehen darin gar eine Vorstufe von Prostitution, aber damit hatte diese Massage wahrlich nichts zu tun, sie war einfach ein harmloser Spaß.
Nach dem Abendessen und etlichen Beerlao, angereichert durch Reisschnaps, ist Zapfenstreich. Natürlich findet das Schlafen im Gemeinschaftshaus unter erschwerten Bedingungen statt: Das Lager ist nicht gerade bequem, das Bettzeug grob, Hang schnarcht, Gert irrt mitten in der Nacht durch den Raum und findet seinen Schlafplatz nicht mehr, und hin und wieder wird die nächtliche Ruhe durch Tiergeräusche oder herabstürzende Baumstämme unterbrochen. Aber irgendwann ist auch diese Nacht vorbei.
Montag, 5. April 2010
Ban Nam Lai – Luang Namtha
Zum Frühstück gibt es Reis, Kräuteromelett und gebratenen Kohl, und danach könnte unsere Dschungeltour eigentlich weitergehen. Der Abmarsch zieht sich aber hin, denn unsere Helfer müssen auch noch das Mittagessen bereiten, das sie mitführen und uns später servieren werden. Der uns heute bevorstehende Marsch wird länger sein als gestern, zwei unserer Damen verzichten nach den gestrigen Erfahrungen darauf und ziehen es vor, mit einem Tuk-Tuk nach Luang Namtha zurückzufahren. Während wir auf den Abmarsch warten, setze ich mich auf eine Bank vor dem Gemeinschaftshaus und mache ein paar Notizen. Ich verteile dabei keine Geschenke, und es gibt auch nichts zu sehen, aber dennoch bin ich im Nu von ca. 20 Kindern umzingelt, die mir fasziniert zuschauen, wie ich mit einem Bleistift in mein Heft schreibe.
Als wir um 09:00 Uhr starten, ist es knackig heiß, und bald sind wir wieder im Nationalpark mit seiner fantastischen Ruhe. Es ist tatsächlich ein stiller Urwald, es gibt keine Tiergeräusche, kaum Vogelgezwitscher, die einzigen Laute produzieren wir selbst. Wieder haben wir die Natur ganz für uns allein, ganz selten mal sehen wir Einheimische, aber keine anderen Trekkingtouristen. Ähnliche Touren bietet „Green Discovery“ auch anderswo an, z.B. an Orten wie Vang Vieng oder Luang Prabang, die ohne stundenlange quälende Anfahrt zu erreichen sind. Dort aber wäre man unterwegs zusammen mit (vielen?) anderen Besuchergruppen. In unserer Gruppe wird daher diskutiert, ob sich die lange und mühsame Fahrt nach Luang Namtha lohnt, und meine persönliche Antwort auf diese Frage ist ein eindeutiges Ja.
Auch heute sind wieder viele Baumstammbrücken zu überwinden, Pet zählt mit und kommt bis 26. Einige der Stämme wirken etwas morsch, und tatsächlich bricht eine der Baumbrücken unter ihm zusammen, zum Glück eine, die weniger als zwei Meter hoch war, so dass ihm nichts passiert und er mit perfekter Haltung auf dem Boden landet. Man muss bei jedem Schritt aufpassen, überall kann man auf Steinen, Blättern und Ästen ausrutschen. Diese Binsenweisheit beherzige ich nicht, als ich auf einen brüchigen Stamm trete, der wegbricht und ich dann ungeplante Bodenberührung habe, mit dem Gesicht auf einem Stein aufschlage, mich aber nur unwesentlich verletze.
Die Mittagspause verläuft wie gestern: Liebevoll und ökologisch korrekt auf Bananenblättern wird unser Essen angerichtet, während wir in der heißen und drückenden Luft unter einem Holzdach rasten. Nach dem Essen brechen wir auf zur letzten Etappe, marschieren wieder bergauf und bergab durch Urwald und Unterholz und üben uns immer wieder im Balancieren auf mehr oder weniger schmalen Baumstämmen. Am Nachmittag verlassen wir den Urwald und Nationalpark und marschieren dann noch einige Stunden in einem offeneren Gelände, wo hässliche Brandrodungsspuren nicht zu übersehen sind. Der Kontrast zwischen der unversehrten Urlandschaft des Nationalparks und den riesigen abgebrannten Berghängen außerhalb des Parks ist deprimierend. Außerhalb des Waldes lässt es sich leichter gehen, aber es ist umso heißer, denn jetzt sind wir der Sonne ziemlich schutzlos ausgeliefert.
Gegen 17:00 Uhr und nach 16 km Fußmarsch sind wir am Ziel, wo uns ein Tuk-Tuk erwartet, das von den meisten mit Erleichterung begrüßt wird. Der heutige Marsch war lang und anstrengend und hat Spuren hinterlassen, an Füßen und Beinen, an schmerzenden Rücken und in Form von allgemeiner Erschöpfung, die meisten sind irgendwie gezeichnet durch kleinere Stürze, Insektenbisse, Kratzer oder sonstige Blessuren. Wieder übernachten wir im „Boat Landing Guesthouse“, wo nach diesem Tag zunächst einmal ein kaltes Beerlao besonders gut schmeckt.
Dienstag, 6. April 2010
Luang Namtha – Nong Kiau
Das ist ein ereignisloser Tag, der fast ausschließlich aus einer langweiligen Busfahrt besteht. Von Luang Namtha bis zum Tagesziel, dem Ort Nong Kiau, sind es zwar „nur“ 250 km, aber für diese Strecke benötigen wir einschließlich einer Mittagspause und einer 30-minütigen Dorfbesichtigung mehr als 9 Stunden. Den allergrößten Teil unserer heutigen Fahrtroute kennen wir schon von der Herfahrt, so dass wenig Neues zu entdecken ist. Wir fahren kurz nach 08:00 Uhr ab und sind nach 17:00 Uhr am Ziel. Unterwegs müssen wir wieder die quälenden Baustellenabschnitte passieren, die wir vom Samstag in unguter Erinnerung haben. Wieder machen wir Mittagsrast in Muang Rai, und später wandern wir durch ein Dorf der „Blauen Hmong“.
Nong Kiau ist ein sympathischer Ort mit einer imposanten Brücke über den Nam Ou. Das Hotel „Riverside“ trägt seinen Namen zu Recht, denn es liegt genau am Flussufer, und von der Terrasse meines Holzbungalows habe ich einen spektakulären Blick auf den Fluss, den Ort und die Brücke.
Mittwoch, 7. April 2010
Nong Kiau – Luang Prabang
Heute ist Bootfahren angesagt. Statt vieler Stunden im Bus verbringen wir fast die gleiche Zeit auf dem Wasser auf dem Weg von Nong Kiau nach Pak Ou. Dort erst werden wir unseren Bus wiedersehen, der uns nach Luang Prabang bringen soll. Zunächst aber bewegen wir uns mit unserem Boot ab 07:45 Uhr in die falsche Richtung, nämlich nach Norden, um das Dorf Muang Ngoi zu besuchen. Was sich unser Reiseveranstalter bei diesem Programmpunkt gedacht hat, bleibt sein Geheimnis, denn Muang Ngoi erweist sich als wenig einladender Ort, in dem sich Dutzende von langhaarigen und unrasierten Backpackern tummeln. Das Dorf ist Ausgangspunkt für Trekking- und Kajaktouren, bietet ansonsten aber wenig. Wir besichtigen ein Kloster, in dem ein Mönch und 6 Novizen zu Hause sind, den eigentlich noch vorgesehenen Besuch einer Höhle schenken wir uns.
Dann treten wir die Bootsfahrt nach Süden an und passieren nach einer knappen Stunde noch einmal Nong Kiau auf der langen Fahrt in Richtung Luang Prabang. Die Landschaft ist schön, z.T. sogar spektakulär mit mächtigen und bizarren Kalksteinfelsen an beiden Ufern des Nam Ou, aber leider ist dies ein zwar heißer, aber diesiger Tag, so dass die Sichtverhältnisse und Fotografierbedingungen ziemlich eingeschränkt sind. Der Nam Ou ist jetzt – in der Trockenzeit – etwa so breit wie der Rhein, und er führt sehr wenig Wasser, so dass unser Kapitän sorgfältig navigieren muss, denn es gibt unzählige Untiefen, Sandbänke, kleine Inseln und scharfe Felsen. Das Boot ist leidlich bequem, aber nach einigen Stunden tun Beine, Rücken und Muskeln doch weh. Es ist zwar keines der Speedboote, die auf dem Mekong Umwelt- und Gehörschäden verursachen, aber auch unser Motor knattert mit nervender Lautstärke. Außer einer kleinen logistischen Pause gibt es keinen Halt unterwegs.
Am Nachmittag können wir auf einem viele Kilometer langen Abschnitt Goldwäscher bei der Arbeit beobachten. Einige Dutzend Bagger holen Erde und Steine vom Grund des Flusses und schaufeln sie auf mehrstufige Schüttelsiebe, auf denen immer kleinere Steine und Sandkörner durchfallen. Wie auf diese Weise goldhaltiges Gestein ausgesiebt und gewonnen werden kann, ist mir nicht ganz klar, aber es muss funktionieren, sonst würde man hier nicht solchen Aufwand betreiben. Zusätzlich zu den Maschinen sieht man viele Menschen, die am Ufer hocken und in großen Schalen Sand und Steine mit kreisenden Bewegungen auswaschen und nach Gold durchsuchen – so wie man es aus Abenteuerfilmen und Western kennt. Hang erklärt uns, dass es vietnamesische Investoren sind, die hier Gold schürfen und dabei gehörig die schöne Natur verschandeln, denn die vielen aufgehäuften Abraumhalden und die lauten Bagger und Siebe verursachen eine erhebliche optische und akustische Umweltverschmutzung.
Bei Pak Ou (= „Mündung des Ou“) verlassen wir den Nam Ou und sind dann auf dem Mekong, der Mutter aller südostasiatischen Flüsse. Er ist mit 4.500 km einer der längsten Flüsse der Welt, zur Regenzeit mehrere Kilometer breit und auch jetzt ein mächtiger Strom. Unser Boot überquert den Fluss, und dann gehen wir an Land, um die berühmten Höhlen bei Pak Ou zu besuchen, die auf dem Programm fast jeder Laos-Reise stehen. Hier, in der nur wenige Meter tiefen Höhle, gibt es Tausende von großen und kleinen Buddhafiguren zu sehen, die gläubige Spender hier platziert haben, aber die eigentliche Attraktion dieses Ortes ist die spektakuläre Aussicht, die man aus der Höhle heraus auf den Fluss hat. Wer die kleine Anstrengung nicht scheut, kann 252 Stufen hoch klettern und dann noch eine weitere Höhle anschauen, in der es aber kaum etwas zu sehen gibt. Wir setzen über auf das andere Mekong-Ufer und machen dann noch einen Stopp in einem Dorf, in dem Textilien, Töpferwaren sowie Schnaps mit oder ohne eingelegte Schlangen, Skorpione, Käfer usw. verkauft werden.
Endlich, nach einem langen Tag, erreichen wir am Abend Luang Prabang, müssen wieder umsteigen, um zu unserem Hotel zu kommen, und dann finde ich mich sogar im gleichen Zimmer wieder wie vor fast einer Woche.
Donnerstag, 8. April 2010
Luang Prabang
Die Stadt Luang Prabang ist die größte Touristenattraktion in Laos, und entsprechend riesig sind die Besucherzahlen, aber – anders als anderswo – stören die vielen Fremden hier nicht, im Gegenteil: Sie gehören zu Luang Prabang wie die unzähligen Bistros, Cafes und Restaurants, sie sind Teil der Atmosphäre, die den Reiz dieser Stadt ausmacht, eine ziemlich einzigartige Mischung aus traditionell-laotischer Kultur und kolonialen Einflüssen aus französischer Zeit. Die heutige Bebauung stammt im Wesentlichen aus den 30er Jahren, und seither ist das Stadtbild nicht durch hässliche Neubauten oder Hochhäuser verschandelt sondern im ursprünglichen Zustand erhalten worden. Die Häuser sind in gutem Zustand, die Straßen in der Innenstadt sind gut und sauber, es gibt ordentliche Bürgersteige, d.h. man sieht den relativen Wohlstand, der hier herrscht. Luang Prabang ist fantastisch gelegen auf einer Art Halbinsel zwischen den Flüssen Mekong und Nam Khan und umgeben von bizarr geformten Bergen. Der Phou Si, ein ca. 150 m hoher Berg mit einem Tempel auf seiner Spitze, liegt im Zentrum der Stadt und ist über 328 Stufen zu besteigen.
Ein Besuch des Nationalmuseums, des früheren Königspalastes, ist ein Muss, auch wenn er etwas beschwerlich ist. Es gibt viel zu sehen, und alles wird bestens präsentiert, dennoch ist es mühsam und ermüdend, von Raum zu Raum zu laufen, unzählige Details über die Könige zu hören, die hier residiert haben, und das alles gemeinsam mit anderen Besuchergruppen, die alle das Gleiche in unterschiedlichen Sprachen zu hören bekommen. 1975 wurden der letzte König und seine Familie ganz unköniglich aus dem Palast hinauskomplimentiert, aber immerhin erhielten die neuen Machthaber das Gebäude und seine Schätze für die Nachwelt.
Danach ist es Zeit für eine Wat-Wanderung, die natürlich ebenfalls zum Pflichtprogramm in Luang Prabang gehört. Ca. 40 Tempel (= Wat) gibt es hier, und wir bzw. unsere Reiseleitung haben 3 davon für kurze Besuche ausgesucht: Wat Visounnarath, Wat Sene, Wat Xiengthong. Die Tempel sind nicht nur Orte, an denen man betet, meditiert oder spendet, hier geht es – anders als z.B. in christlichen Kirchen – meist auch recht profan zu, d.h. hier sitzt, ruht oder schläft man auch, hier hält man ein Schwätzchen, und in einem Wat übernachten auch Mönche, die auf Besuch hier sind. Das Innere vieler Wats sieht daher oft unaufgeräumt und wenig gepflegt aus. Unser erstes Ziel Wat Visounnarath – im 16. Jahrhundert errichtet, zerstört und in heutiger Gestalt knapp 100 Jahre alt – ist vor allem durch seine Sammlung von Buddhafiguren bekannt. Unter einem großen Dach liegt ein Langboot, das an den in der Regenzeit stattfindenden traditionellen Bootsrennen auf dem Nam Khan teilnimmt. Auch im für seine Goldverzierungen berühmten Wat Sene liegt eine große Piroge, die im August bei den Rennen mit 50 Ruderern bemannt wird. Wat Xiengthong schließlich, der prächtigste und wichtigste Tempel in Luang Prabang, gelegen am Zusammenfluss von Nam Khan und Mekong, gilt als Meisterwerk laotischer Architektur.
Am Nachmittag machen einige von uns einen Ausflug etwa eine Stunde außerhalb von Luang Prabang. Unser Ziel ist der Wasserfall von Kuang Si, ein wunderschönes waldiges Gelände, in dem das Wasser in mehreren Stufen herunterfällt und dabei kleinere Seen bildet, in denen man z.T. baden und schwimmen kann, eine Möglichkeit, von der Einheimische und Touristen in gleicher Weise Gebrauch machen. Direkt daneben gibt es eine Bärenstation, in der Bären gehalten und aufgepäppelt werden, die vorher hilflose Waisen waren oder von den laotischen Behörden aus Gefangenschaft oder Misshandlung gerettet wurden.
Eine besondere Sehenswürdigkeit von Luang Prabang ist der Nachtmarkt, der täglich zwischen 17:00 und 22:00 Uhr auf einem dann abgesperrten Teil der Hauptstraße der Stadt abgehalten wird. Dieser Markt wird ausschließlich von den fremden Besuchern genutzt, und entsprechend ist das Angebot, nämlich Kunsthandwerk aller Art, Textilien, Souvenirs und vieles mehr. Die Verkäuferinnen sitzen auf dem Boden und haben in der Regel keine Verkaufsstände, sondern ihre Waren sind sauber auf der Straße ausgebreitet. Dazwischen sind Gänge freigehalten, auf denen die Touristen und potenziellen Käufer vorbeiflanieren.
Freitag, 9. April 2010
Luang Prabang
An jedem Morgen gegen 06:00 Uhr ertönen die Trommeln, die den morgendlichen Rundgang der Mönche ankündigen, bei dem sie die Gaben der Gläubigen für das Frühstück und den Tag entgegennehmen. Sie kommen aus ihren Tempeln und Klöstern und bewegen sich auf festgelegten Wegen durch die Stadt, wo sie von den Spendern – und auch von zahlreichen fotografierwütigen Touristen – erwartet werden. Auf einer Straße direkt neben unserem Hotel haben sich viele Gläubige – überwiegend Frauen – mit den Geschenken niedergelassen, die sie den Mönchen zugedacht haben. Hauptsächlich sind es Lebensmittel wie Reis, Bananen und Gemüse, aber man sieht auch Geldscheine, die den Mönchen übergeben werden sollen. Dann nähert sich die lange Reihe der Mönche, und die neugierigen Langnasen machen ihre Kameras bereit. Die Mönche defilieren einzeln an den Spendern vorbei, die ihnen jeweils eine Handvoll Reis oder andere Gaben in die mitgeführten Körbe legen. Sie werden begleitet von Jungen, die Plastiktüten mit sich führen, in die der Inhalt eines Sammelkorbs geleert wird, sobald er voll ist. Als Besucher muss man kein ungutes Gefühl haben, den Mönchen und den Spendern hautnah zuzuschauen und sie zu fotografieren. Niemand nimmt daran Anstoß, die Anwesenheit von neugierigen Langnasen stört hier keinen, einige Mönche stehen selbst etwas abseits und fotografieren ebenso wie die Farang. Mit Betteln hat dieses Einsammeln von Geschenken nichts zu tun, die Mönche bedanken sich auch nicht für die Gaben, im Gegenteil: Die Spender verneigen sich ehrfürchtig vor den Mönchen, dankbar dafür, dass ihnen Gelegenheit gegeben wurde, eine gute Tat zu begehen und dass ihre Geschenke angenommen wurden.
Ein letztes Mal gibt es heute Gelegenheit, den eigenen Fitnessstand zu testen bzw. zu verbessern, denn Mountainbikefahren steht auf unserem Programm. Unsere Fahrräder stehen bereit am Büro von „Green Discovery“, deren Kunden wir heute wieder sind. Es gibt eine kurze Einweisung, jeder bekommt einen Helm und seinen Wasservorrat, und dann geht es los, in langer Reihe zunächst durch die Stadt, dann vorbei am Flughafen bis zu einem Dorf, das für die Herstellung von Messern bekannt ist. Wir schauen den Schmieden (und Schmiedinnen!) bei ihrer Schwerstarbeit zu, wie sie mit massivem Körpereinsatz das glühende Eisen mit Hämmern und Zangen bearbeiten.
Wir haben das Dorf noch nicht wieder verlassen, als Thorsten einen Sturz hinlegt, der zum Glück leichter ist als er aussah. In einer lehmigen Kuhle rutscht sein Rad weg, er landet mit filmreifem Salto im Matsch und sieht anschließend aus, als hätte er an einem Schlammringkampf teilgenommen. Zum Glück ist er ohne ernsthafte Verletzung davongekommen, so dass wir unsere Tour bald fortsetzen können. Die Fahrtstrecke hat es manchmal in sich, denn es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Gefälle und Steigungen, die teilweise ganz schön giftig sind, und das alles in brüllender Hitze, der Wasserverbrauch ist daher enorm. Leider fahren wir überwiegend auf einer steinigen Straße, auf der zwar nur wenige Fahrzeuge verkehren, aber das sind dann oft LKWs, die Staub und Lärm um sich verbreiten. Auf einem Weg abseits der Straße, wo es besonders steil bergab geht, steigen alle ab und schieben ihr Rad, nur ich will es besser wissen und werde prompt für meinen Übermut bestraft. Nach einigen Metern gehe ich zu Boden, zum Glück aber ohne Personen- oder Materialschaden.
Wir machen kurze Pause an einem Fluss und besuchen das Grab von Henri Mouhot, einem Franzosen, der als der Wiederentdecker von Angkor Wat in Kambodscha gilt und 1861 in der Nähe von Luang Prabang an Malaria gestorben ist. Am Flussufer machen einige Einheimische Picknick in einem Gelände, in dem man Tische und Bänke für Hunderte Besucher aufgebaut hat. Diese werden ab morgen hierher strömen, um hier in der Natur mit Essen, Musik und Party das Neujahrsfest zu feiern.
Wir aber setzen unsere Radtour fort und arbeiten vorab schon einmal die Kalorien ab, die wir bei der folgenden Mittagspause zu uns nehmen. Wir rasten in einem Lokal mitten im Wald, wo uns unsere Guides das mitgeführte Lunchpaket servieren. Das Lokal ist zugleich Zentrum eines Elefantencamps. Früher wurde Laos das „Land der eine Million Elefanten“ genannt, heute sollen es laut Hang noch etwa tausend sein, und ca. ein Dutzend von ihnen leben in diesem Camp, wo sie sowohl für Arbeiten im Wald als auch für touristische Zwecke eingesetzt werden. Für unsere vormittägliche Quälerei auf dem Mountainbike werden wir nach dem Essen mit einem einstündigen Elefantenritt belohnt, und dabei teile ich mir mit Berthold eine 35-jährige Elefantendame. Wir durchwaten zunächst einen See, und dann geht es auf und ab auf schmalen Pfaden quer durch den Wald, 5 Elefanten in Reihe hintereinander. Nach einiger Zeit bietet unser Mahut einen Platztausch an, und Berthold übernimmt seinen Platz auf dem Elefantenhaupt. Ich bin nicht böse darüber, dass ich im Tragegestell auf dem Elefantenrücken verbleibe, denn unser Elefant hat die unfeine Gewohnheit, in regelmäßigen Abständen aus vollem Rüssel um sich zu prusten, und den Hauptteil dieser unfreiwilligen Dusche bekommt der ab, der ganz vorne sitzt. Macht unsere Elefantin das immer so, oder weiß sie, dass in wenigen Tagen das Wasserfest Boun Pi Mai gefeiert wird und übt dafür schon mal?
Dann haben die Elefanten ihre Schuldigkeit getan und werden mit Streicheleinheiten und Bananen belohnt. Wir müssen uns jetzt wieder mit eigener Muskelkraft fortbewegen und besteigen unsere Räder für die letzte Etappe dieser Tour. Die führt uns kurz vor dem Ziel zu einer schön gelegenen mehrstöckigen Pagode, die von oben bis unten mit bunten Bildern aus dem Leben und der Lehre Buddhas bemalt ist. Teilweise sind die Darstellungen sehr realistisch, ja geradezu blutrünstig, und es kann einem angst und bange werden, wenn man sieht, welche schrecklichen Strafen Ehebrecher und andere Sünder erwarten.
Als wir wieder in Luang Prabang sind, ist nicht nur dieser schweißtreibende Tag auf dem Mountainbike zu Ende, sondern eigentlich auch die ganze Reise, denn der heutige gemeinsame Abschiedsabend ist der letzte Programmpunkt von „Laos – Land des Lächelns“, und morgen fliegen die meisten von uns zurück in die Heimat. Hang hat für uns einen Tisch im „Cafe de Mali“ bestellt, einem schön gelegenen Restaurant am Mekong. Wir sitzen draußen in schwüler abendlicher Tropenhitze und genießen ein letztes Mal den Blick auf diesen bemerkenswerten Strom. Es gibt allerlei laotische Spezialitäten, von denen das Beerlao am besten schmeckt. Mit einer kurzen Ansprache dankt Thorsten in unser aller Namen unserem Führer Hang für seine Dienste und überreicht ihm, was wir vorher gesammelt haben. Er war ein ordentlicher Führer und Reisebegleiter, manchmal etwas passiv, aber er hat seinen Job nicht schlecht gemacht. Das habe ich – und wahrscheinlich alle anderen – auch schon anders erlebt. Wir, seine Schäflein, tauschen untereinander Adressen aus, versprechen irgendwie in Kontakt zu bleiben.
Samstag, 10. April 2010
Luang Prabang
Am Tag des Abschieds und der Abreise wird noch einmal gefeiert, und zwar der Geburtstag von Annette. Im schönen Innenhof unseres Hotels wird beim Frühstück „Happy Birthday“ angestimmt, Hang spendiert eine bunte Torte, und die Tochter unseres Hoteliers überreicht einen Blumenstrauß.
Das buddhistische Neujahrs- und Wasserfest beginnt zwar erst übermorgen, aber man übt schon eifrig. An fast jeder Ecke lauern um die Mittagszeit jetzt Kinder und Jugendliche, die Passanten und vorbeifahrende Fahrrad- und Motorrollerfahrer mit Wasser attackieren, und natürlich werden fremde Besucher nicht ausgenommen, im Gegenteil, sie sind besonders dankbare Ziele. Thomas erscheint durchnässt von oben bis unten, als wir uns um 14:00 Uhr versammeln, um Abschied zu nehmen. 7 von uns reisen heute über Hanoi zurück in die Heimat, Annette und Thomas bleiben noch einige Tage länger in Luang Prabang, und ich fliege morgen zu einem Zwischenaufenthalt in Bangkok und dann nach Hause.
Am Nachmittag besteige ich den Phou Si und hole den Besuch nach, den ich vorgestern geschwänzt habe, aber die Hoffnung, dass die Wetter- und Sichtbedingungen heute besser sind, erfüllt sich nicht, denn auch heute ist es diesig und die Sicht schlecht. Insgesamt gibt es aber keinen Grund, um über das Wetter zu klagen, denn bei unseren Unternehmungen der letzten 2 Wochen war es stets heiß, sonnig und manchmal geradezu perfekt.
Seit Jahren habe ich – außer Brunei Darussalam – alle Länder Südostasiens mehrfach besucht, einige kannte ich schon aus der Zeit, als ich in Tokio bzw. Manila lebte. Bei meinen Reisen war ich unterwegs in kleineren Gruppen oder auch allein und individuell. Diese Reise nach Laos gehört zu den Höhepunkten meiner südostasiatischen Reiseerfahrungen, denn
* sie führte in ein wunderschönes, hochinteressantes und touristisch unverdorbenes Land,
* sie bot einen gelungenen Mix aus kulturellen Sehenswürdigkeiten und einem abwechslungsreichen Sportprogramm mit Trekking, Kajak- und Fahrradtouren,
* ich war zusammen mit angenehmen, intelligenten und reisekundigen Gefährten,
* die Reise war bestens vorbereitet und organisiert und verlief ohne nennenswerte Pannen.
Namibia Reisen
Familie Weis in Namibia
Reise: Höhepunkte Namibias - Hotel- und Lodgetour
Wir haben über das AE-Reiseteam eine 15-Tage-Rundreise durch Namibia im August 2009 gebucht. Erstmal das Positive: alles verlief glatt, ohne Stress, nicht ankommendes Gepäck, Krankheitsfälle etc. Wir waren in einer Reisegruppe mit Guide. Unsere kleine Fahrgemeinschaft war eigentlich immer nett und fröhlich und wir waren schon nach wenigen Tagen fast schon befreundet. Hierzu muss man sagen: wir hatten Glück. Es geht natürlich auch anders. Schließlich kann man sich seine Mitreisenden nicht aussuchen.
Auch unser Guide war sehr nett, immer hilfsbereit, konnte jederzeit zu allem Informationen liefern, ohne einen dabei zuzutexten. Er ging mit Einheimischen genau so respektvoll um, wie mit uns und beherrschte zum Teil sogar deren Sprachen (was besonders bei Schnalzlautsprachen sehr beeindruckend ist).
Auch unser Guide war sehr nett, immer hilfsbereit, konnte jederzeit zu allem Informationen liefern, ohne einen dabei zuzutexten. Er ging mit Einheimischen genau so respektvoll um, wie mit uns und beherrschte zum Teil sogar deren Sprachen (was besonders bei Schnalzlautsprachen sehr beeindruckend ist).
Das Hotelpersonal in den Lodges und Gasthäusern war immer hilfsbereit und man fühlte sich überall schnell zuhause. Die Landschaft war zu schön, als dass man sie so in einem Artikel beschreiben könnte. Es gab Tiere, die man sonst nur im Zoo oder im Fernsehen zu Gesicht bekommt. Aber es ist mit einem Zoo überhaupt nicht vergleichbar. Eine gigantische Elefantenherde zog direkt neben unserem Bus her. In allen Größen. Vom Jungtier bis zum Bullen. Alle hielten den Atem an... sogar der Guide. Er sagte, wir hätten großes Glück. So etwas sei sehr sehr selten. Neben Elefanten gab es noch Springböcke, Kudus, Elans, Zebras, Bergzebras, Strauße, Schakale, riesenhafte Raubvögel, Löwen, Giraffen...
Lediglich das frühe Aufstehen und die zum Teil endlosen Busfahrten nervten ein wenig. Jedoch muss man lange Fahrten in Kauf nehmen, um viel sehen zu können. Der Flug dauerte sehr lang und die Sitze in der Economy-Class waren sehr eng gereiht. Kaum Beinfreiheit und eine kleine Sitzfläche machten das Schlafen fast unmöglich. Und unser Bus war nicht allzu gut gefedert, was für mich auf diesen Schotterstraßen ein Unding ist. Das war eigentlich auch schon alles Negative.
Natürlich landeten viele dieser netten Tierchen auch auf unseren Tellern. Abends gab es nicht selten Springbock, Kudu, Elan oder Zebra. Es schmeckte oft wie normales Wild, nur etwas milder. Sehr zu empfehlen. Und durch die deutschen Kolonien in Namibia findet man oft Spätzle, Eisbein oder Semmelknödel auf der Speisekarte. Das Essen ist also keine große Umstellung. Auch sehr gute Weine und Schnaps war im Angebot. Internationale Getränke wie Cola gab es natürlich auch. Wer jedoch einen McDonalds etc. sucht, wird wohl enttäuscht werden. Aber wer will schon dahin, wenn es nebenan Zebra gibt?
Auch sehr schön war eine kleine Bootstour in der Walvis Bay in der Nähe der Stadt Swakopmund. Wir haben den Austerfischern bei der Arbeit zugesehen, waren hautnah an einer riesigen Robbenbank mit tausenden von Tieren, Möwen und Reiher flogen direkt neben dem Boot her und einige Robben kamen sogar aufs Boot... und wollten dann nicht mehr runter. Und an Bord war kein Fisch mehr um sie wegzulocken. Vor allem für die jüngeren Reisenden ein Spaß, da sie sich auch streicheln ließen.
Nach 15 wundervollen Tagen lässt sich nur sagen: wer das verpasst, ist selber schuld. Wer jedoch ein entspanntes Sightseeing erwartet, sollte sich anderweitig umschauen. Und Langschläfer werden auch nicht immer ihren Spaß haben. Aber lieber um 5:00 Uhr aufstehen als mittags von der Wüstensonne gebraten zu werden. Aber Achtung: am Abend wir es mitunter sehr kalt! Vor allem an der Küste. Also auch dicke Sachen mitnehmen.
Alles Gute an alle Reisenden und vielen Dank an das AE-Team,
Familie Weis
Lediglich das frühe Aufstehen und die zum Teil endlosen Busfahrten nervten ein wenig. Jedoch muss man lange Fahrten in Kauf nehmen, um viel sehen zu können. Der Flug dauerte sehr lang und die Sitze in der Economy-Class waren sehr eng gereiht. Kaum Beinfreiheit und eine kleine Sitzfläche machten das Schlafen fast unmöglich. Und unser Bus war nicht allzu gut gefedert, was für mich auf diesen Schotterstraßen ein Unding ist. Das war eigentlich auch schon alles Negative.
Natürlich landeten viele dieser netten Tierchen auch auf unseren Tellern. Abends gab es nicht selten Springbock, Kudu, Elan oder Zebra. Es schmeckte oft wie normales Wild, nur etwas milder. Sehr zu empfehlen. Und durch die deutschen Kolonien in Namibia findet man oft Spätzle, Eisbein oder Semmelknödel auf der Speisekarte. Das Essen ist also keine große Umstellung. Auch sehr gute Weine und Schnaps war im Angebot. Internationale Getränke wie Cola gab es natürlich auch. Wer jedoch einen McDonalds etc. sucht, wird wohl enttäuscht werden. Aber wer will schon dahin, wenn es nebenan Zebra gibt?
Auch sehr schön war eine kleine Bootstour in der Walvis Bay in der Nähe der Stadt Swakopmund. Wir haben den Austerfischern bei der Arbeit zugesehen, waren hautnah an einer riesigen Robbenbank mit tausenden von Tieren, Möwen und Reiher flogen direkt neben dem Boot her und einige Robben kamen sogar aufs Boot... und wollten dann nicht mehr runter. Und an Bord war kein Fisch mehr um sie wegzulocken. Vor allem für die jüngeren Reisenden ein Spaß, da sie sich auch streicheln ließen.
Nach 15 wundervollen Tagen lässt sich nur sagen: wer das verpasst, ist selber schuld. Wer jedoch ein entspanntes Sightseeing erwartet, sollte sich anderweitig umschauen. Und Langschläfer werden auch nicht immer ihren Spaß haben. Aber lieber um 5:00 Uhr aufstehen als mittags von der Wüstensonne gebraten zu werden. Aber Achtung: am Abend wir es mitunter sehr kalt! Vor allem an der Küste. Also auch dicke Sachen mitnehmen.
Alles Gute an alle Reisenden und vielen Dank an das AE-Team,
Familie Weis
Indien Reisen
Busfahrt im Gebiet Dharamsala
Reise: Indien / Himalaya - Dharamsala - Tibetische Kultur & Medizin
Busfahrt im Gebiet um Dharamsala
Mein Mann und ich nahmen an der Reise „Medizin und Kultur in Indien“ im Oktober 2009 teil. Die Reise hat uns sehr gut gefallen. Wir haben sehr viel über Land und Leute erfahren.
Eine Sequenz, das Fahren mit unserem Kleinbus, habe ich versucht, auf Papier zu bringen:
Unsere Reisgruppe fuhr während des gesamten Aufenthaltes in Nordindien alle geplanten Ziele mit einem Kleinbus (8 Personen) an. Die Fahrt in solch einem Verkehrsmittel war interessant, informativ, anstrengend und abenteuerlich. Sehr selten gelang es dem Fahrer, Höchstgeschwindigkeiten von max. 40h/km zu erreichen. Schuld daran war vordergründig der Straßenverkehr sowie die schlechten Straßenverhältnisse.
Ca. eine Woche hielten wir uns in dem sehr schön gelegenem Dharamsala auf.
Mein Mann und ich nahmen an der Reise „Medizin und Kultur in Indien“ im Oktober 2009 teil. Die Reise hat uns sehr gut gefallen. Wir haben sehr viel über Land und Leute erfahren.
Eine Sequenz, das Fahren mit unserem Kleinbus, habe ich versucht, auf Papier zu bringen:
Unsere Reisgruppe fuhr während des gesamten Aufenthaltes in Nordindien alle geplanten Ziele mit einem Kleinbus (8 Personen) an. Die Fahrt in solch einem Verkehrsmittel war interessant, informativ, anstrengend und abenteuerlich. Sehr selten gelang es dem Fahrer, Höchstgeschwindigkeiten von max. 40h/km zu erreichen. Schuld daran war vordergründig der Straßenverkehr sowie die schlechten Straßenverhältnisse.
Ca. eine Woche hielten wir uns in dem sehr schön gelegenem Dharamsala auf.
Hier hat die tibetische Exilregierung ihren Sitz. Ich möchte hier beschreiben, wie man sich das Autofahrer in dieser Gegend vorstellen kann.
Die Straßen im Gebiet um Dharamsala (ca. 1800m) sind nur teilweise geteert, sie sind sandig, viel zu schmal und auf einer Seite fast immer steil abschüssig. Sicherheitsstreifen an den Straßenrändern gibt es nicht. Beim Fahrer wirbelte mitunter solch starker Staub auf, dass es bei einzelnen von uns zum Hustenreiz kam. Wir fuhren ständig an schluchtenartigen Abhängen vorbei. Obwohl die Landschaft wie aus dem Bilderbuch anzusehen war, kniff ich fast immer meine Augen zu, um mir den Schauer über meinen Rücken zu ersparen, den die unheimlichen Tiefen hervorriefen. Aber ganz geschickt lenkte der Fahrer den kleinen Bus. Selbst haarnadelenge Kurven bewältigte er immer wieder unbeschadet, wobei er auch noch Fahrzeugen hinter sich bereitwillige Zeichen zum Überholen gab. Für das Ausweichen des Gegenverkehrs musste der Fahrer millimetergenau schätzen, damit diese Manöver auch gelingen konnten.
Sowie in Deutschland zum Überholen der Blinker gesetzt werden, so gilt in Indien generell das Hupen als Überholzeichen. Diese Akustik gilt aber auch der Vertreibung der kreuz und quer laufenden Hunde sowie auch den heiligen Kühen, die sich ganz selbstverständlich mitten auf den Straßen aufhalten. Es kam oft vor, dass diese Tiere seelenruhig auf der Straße lagen und erst in allerletzter Minute zur Seite gingen. Des weiteren war auch mit dem Vorbeispringen von Affen zu rechnen, die in neugieriger Erwartung auf etwas Futter spähten. Ich habe dabei nie erlebt, dass ein Fahrer ungeduldig wurde und auf die Tiere geschimpft hätte.
Diese Wege und Straßen wurden auch von Pilgern, Wanderarbeiter, europäischen Aussteigern, Frauen und Kindern genutzt. Das ist ganz bestimmt nicht ungefährlich. Für das touristische Auge sind die Frauen eine Augenweide, da sie immer ihre oftmals pastellfarbenen Saris tragen und sie dadurch anmutig weit und breit zu erkennen sind.
Wenn wir dann die Höhenunterschiede zwischen 1700m und 1900m hinter uns gelassen haben (einmal auch im Dunkeln), klatschten wir erleichtert und begeistert dem Fahrer zu. Unser Fahrer, ein stolzer Sikhs, schenkte uns dafür ein Lächeln.
Diese Autofahrten waren für uns sehr abenteuerlich und nach deutschen Verhältnissen nicht vorstellbar.
Die Straßen im Gebiet um Dharamsala (ca. 1800m) sind nur teilweise geteert, sie sind sandig, viel zu schmal und auf einer Seite fast immer steil abschüssig. Sicherheitsstreifen an den Straßenrändern gibt es nicht. Beim Fahrer wirbelte mitunter solch starker Staub auf, dass es bei einzelnen von uns zum Hustenreiz kam. Wir fuhren ständig an schluchtenartigen Abhängen vorbei. Obwohl die Landschaft wie aus dem Bilderbuch anzusehen war, kniff ich fast immer meine Augen zu, um mir den Schauer über meinen Rücken zu ersparen, den die unheimlichen Tiefen hervorriefen. Aber ganz geschickt lenkte der Fahrer den kleinen Bus. Selbst haarnadelenge Kurven bewältigte er immer wieder unbeschadet, wobei er auch noch Fahrzeugen hinter sich bereitwillige Zeichen zum Überholen gab. Für das Ausweichen des Gegenverkehrs musste der Fahrer millimetergenau schätzen, damit diese Manöver auch gelingen konnten.
Sowie in Deutschland zum Überholen der Blinker gesetzt werden, so gilt in Indien generell das Hupen als Überholzeichen. Diese Akustik gilt aber auch der Vertreibung der kreuz und quer laufenden Hunde sowie auch den heiligen Kühen, die sich ganz selbstverständlich mitten auf den Straßen aufhalten. Es kam oft vor, dass diese Tiere seelenruhig auf der Straße lagen und erst in allerletzter Minute zur Seite gingen. Des weiteren war auch mit dem Vorbeispringen von Affen zu rechnen, die in neugieriger Erwartung auf etwas Futter spähten. Ich habe dabei nie erlebt, dass ein Fahrer ungeduldig wurde und auf die Tiere geschimpft hätte.
Diese Wege und Straßen wurden auch von Pilgern, Wanderarbeiter, europäischen Aussteigern, Frauen und Kindern genutzt. Das ist ganz bestimmt nicht ungefährlich. Für das touristische Auge sind die Frauen eine Augenweide, da sie immer ihre oftmals pastellfarbenen Saris tragen und sie dadurch anmutig weit und breit zu erkennen sind.
Wenn wir dann die Höhenunterschiede zwischen 1700m und 1900m hinter uns gelassen haben (einmal auch im Dunkeln), klatschten wir erleichtert und begeistert dem Fahrer zu. Unser Fahrer, ein stolzer Sikhs, schenkte uns dafür ein Lächeln.
Diese Autofahrten waren für uns sehr abenteuerlich und nach deutschen Verhältnissen nicht vorstellbar.
Reisen
Sternenhimmel über Afrika
Reise: Glanzlichter des Südlichen Afrika - Safari durch vier Länder
Unsere Reise zu den Glanzlichtern des südlichen Afrika 29.07. – 17.08.2009
Am 25.07.2009 ging es endlich los – per Flug über den neugestalteten Flughafen in Johannesburg (Fußball-WM sei Dank) nach Kapstadt, wo wir vorab 3 Nächte im Park Inn am zentralen Green Market Square gebucht hatten.
Die Stadt empfing uns mit einem Strahlen – entgegen der im Winter sonst üblichen regnerischen 17°C verbrachten wir ein paar sonnige Tage am Kap (hauptsächlich an der Waterfront, wo man einen tollen Blick auf den Tafelberg genießt und sich kaum entscheiden kann, wo man denn zu Abend essen möchte.)
Leider war die Gondel auf den Tafelberg gerade außer Betrieb wegen der jährlichen Wartungsarbeiten, so dass wir den Platteklip Gorge-Wanderweg zum Gipfel erklommen haben (fast der einzige der ca.
Am 25.07.2009 ging es endlich los – per Flug über den neugestalteten Flughafen in Johannesburg (Fußball-WM sei Dank) nach Kapstadt, wo wir vorab 3 Nächte im Park Inn am zentralen Green Market Square gebucht hatten.
Die Stadt empfing uns mit einem Strahlen – entgegen der im Winter sonst üblichen regnerischen 17°C verbrachten wir ein paar sonnige Tage am Kap (hauptsächlich an der Waterfront, wo man einen tollen Blick auf den Tafelberg genießt und sich kaum entscheiden kann, wo man denn zu Abend essen möchte.)
Leider war die Gondel auf den Tafelberg gerade außer Betrieb wegen der jährlichen Wartungsarbeiten, so dass wir den Platteklip Gorge-Wanderweg zum Gipfel erklommen haben (fast der einzige der ca.
300 Wege, der ohne Bergsteiger-Ausrüstung gegangen werden kann). Aber Achtung: Es ist kein „Weg“ im eigentlichen Sinne, sondern man kämpft sich Schritt für Schritt über Felsen nach oben (ca. 2 ½ Stunden – ordentlich Trinkwasser mitnehmen).
Aber der Ausblick war es wert – und oben herrschte erstaunlich viel Betrieb, auch wenn das Restaurant geschlossen war. Bergab war es dann fast genauso anstrengend , aber hinterher waren wir froh - „We made it !“.
Für den nächsten Tag hatten wir einen Tagesausflug zur Kaphalbinsel gebucht, mit – natürlich – dem Kap. Weitere Zwischenstops legten wir zuvor in Hout Bay ein (mit optionaler Bootstour zu einer kleinen Robben-Insel, manchmal kann man hier in der Bucht auch Delphine sehen), sowie in Boulder bei der Pinguin-Kolonie (sehr niedlich) und in Kirstenbosch, dem sehr schön angelegten botanischen Garten. Im Winter blüht hier natürlich nicht so viel, der kurze Besuch hat sich aber trotzdem gelohnt.
Am nächsten Morgen sollten wir uns dann um 8 Uhr im Nomad-Reisebüro (direkt beim Hotel) einfinden, wo gleichzeitig auch die Camping-Tour auf der gleichen Route startete. Somit waren es viele, viele Leute – von denen aber nur 8 die Accomodated-Tour gebucht hatten.
Unsere Guides waren zwei Männer aus Zimbabwe sowie eine Praktikantin aus Südafrika und waren uns gleich von Anfang an sehr sympathisch.
Dann ging es auch schon nach Norden, in die Cedarberge, mit wine tasting auf einer Bio-Weinfarm (leider bin ich kein Rotweintrinker, aber die Führung war sehr interessant).
Schon die erste Unterkunft im Blommenberg Guesthouse war sehr gemütlich und persönlich eingerichtet – und es gab Heizdecken, die durchaus angebracht waren !
Das war nämlich die größte Überraschung – es war in der ersten Woche nachts noch kälter als erwartet. Wir hatten von 8°C gehört – tatsächlich aber war es abends / nachts z.T. nur 2-3°C.
Die Mahlzeiten wurden ja zum Großteil am Overland-Truck (einem riesigen, bequemen Gefährt, wo man sehr hoch sitzt und somit einen super Ausblick hat) auf Campingstühlen sitzend, eingenommen. Also: Zwiebel-Look war angesagt – je mehr Lagen, desto besser.
Tagsüber wurde es dann aber trotzdem immer recht heiß (T-Shirt und kurze Hose).
Die Verpflegung war durchgehend lecker und abwechslungsreich – z.T. typisch afrikanische Küche, aber auch Hähnchen, Fisch, Burger oder BBQ, wie auch wir Europäer es kennen.
Auf dem Grenzfluß zu Namibia, dem Gariep River, konnte man optional Kanu fahren und dabei die Landschaft und die vielen Vögel beobachten.
Die Unterkunft bestand aus runden Hütten mit Strohdach und war gemütlich-afrikanisch eingerichtet – nur eben kalt (Heizungen sind halt unüblich in der Gegend). Abendessen gab’s in einer großen, offenen Rundhütte am Feuer.
Der Fish River Canyon war dann sehr beeindruckend, nur leider darf man ohne permit für den Mehrtagesmarsch überhaupt kein Stück hinabgehen und kann somit nur eine kleine Strecke am Rand entlanggehen.
Der Bushmen-Walk durch die Kalahari war schon sehr „touristisch“, man hat aber viel über die (ehemalige) Lebensweise dieser Menschen erfahren und konnte der Sprache mit den vielen Schnalz- und Klicklauten lauschen (nachsprechen unmöglich...).
Die roten Dünen von Sossusvlei waren dann der erste große Höhepunkt der Reise.
Früh ging’s los – Abfahrt um 05:30 Uhr (dafür wurden wir mit einem unglaublich schönen Sternenhimmel belohnt), damit wir zum Sonnenaufgang am Eingangstor sein konnten. Dann ging es erstmal 60 km vorbei an den Dünen, zu einer geführten Wanderung zum Dead Vlei.
Hier haben wir unglaublich viel über das Leben in der Wüste gelernt – wenn nur die Schule früher auch immer so interessant gewesen wäre !
Wer wollte, konnte barfuss gehen – noch war es früh und somit noch nicht zu heiß.
Ein paar Freiwillige fanden sich dann noch, um die Düne 45 zu erklimmen, von dort hatte man einen tollen Weitblick.
Der Sesriem Canyon zum Tagesabschluss war zwar nur ein kleiner Canyon, aber sehr hübsch und angenehm kühl.
Im sehr deutsch daherkommenden Küstenstädtchen Swakopmund hat man dann ein bisschen Zeit zum Relaxen / Shoppen / Wäsche waschen – oder eben Action !
Aus vielen Angeboten (z.B. Fallschirmspringen, Rundflüge, Bootsfahrt zu Delphinen etc.) haben wir eine Kombitour ausgewählt:
Quadfahren durch die Dünen mit anschließendem Sandboarding. Es hat richtig viel Spaß gemacht – man bekommt dabei ganz gut die Dimensionen der Wüste zu spüren – und ist froh, einen Guide dabeizuhaben, da man recht schnell die Orientierung verliert...
Hier hat sich dann leider schon ein Teil unserer „family“ verabschiedet, im Gegenzug sind aber 7 Personen neu hinzugekommen, so dass wir nun mit 12 Personen (+ 3 Guides) weitergereist sind.
Die erste Station war dann ein Himba-Dorf, in dem die Touristen einen kleinen Eindruck vom Leben der Himbas bekommen können, dem einzigen Stamm, der noch so lebt wie eh und je.
Die Kinder möchten gern auf den Arm genommen werden und freuen sich, wenn man mit ihnen spielt. Die Frauen bieten ihren selbst gefertigten Schmuck an und bringen Interessierten in einer der Hütten ein paar Bräuche und Riten näher.
Die Meinungen der Gruppe zu diesem Besuch waren im Nachhinein etwas gespalten – teilweise kam das Gefühl auf, als würde man die Menschen dort wie Tiere in einem Zoo bestaunen. Auf jeden Fall war es ein Erlebnis und regt zum Nachdenken an.
Als nächstes stand der Etosha-NP auf dem Programm – ein weiterer Höhepunkt.
Wir sahen viele, viele Tiere, nicht nur an den (z.T. künstlichen) Wasserlöchern.
Um nur einige aufzuzählen: Elefanten, Giraffen, Löwen, Hyänen, Nashörner, Warzenschweine, Oryx-Antilopen, Impalas, Springböcke, Zebras, Gnus, Kudus...
In den Camps (mit besonders schönen Unterkünften) wohnten wir in der ersten Nacht direkt am Wasserloch, welches auch nachts beleuchtet ist.
Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, abends im Dunkeln ganz leise dort zu sitzen und die Tiere zu beobachten.
In der zweiten Nacht sahen wir an der Wasserstelle – nachdem sich 2 Stunden (abgesehen von einer einzelnen Hyäne) kein einziges Tier gezeigt hatte, plötzlich eine Herde von 17 Elefanten mit vielen Kleinen, die sich dem kühlen Nass ganz leise, aber ungewöhnlich schnell näherten. Wow...
Schließlich überquerten wir die Grenze nach Botswana, wo es vom relativ nichtssagenden Örtchen Maun („Tourismus-Zentrum“) per Cessna ins Okavango-Delta ging. Bereits auf dem Flug konnte man die Wasserwege der größeren Tiere erkennen und sogar Giraffen und Elefanten aus der Vogelperspektive sehen.
Auf einer kleinen Insel mit einer noch kleineren Sandpiste landeten wir und wurden von dort aus per Mokoro (Einbaum) zu unserer Unterkunft geschippert.
Es war einfach toll, so lautlos durch’s Schilf zu gleiten – so friedlich !
Bei unserer Unterkunft angekommen, dem unbeschreiblich schönen Moremi Crossing (welches erst wenige Wochen zuvor eröffnet worden war), spazierte in einiger Entfernung erst mal ein Elefant vorbei.
Vom „Aussichts-Deck“ aus, auf dem auch gegessen wurde und wo sich die Bar befand, hatte man einen tollen Blick in die Umgebung und die nicht weit entfernte größte Insel des Deltas – Chief’s Island.
Unsere Unterkünfte – feste Luxus-Zelte auf Holz-Stelzen, die ins Wasser hineinreichten, waren super. Die Dusche befand sich draußen.
Per Mokoro ging es zu Game Walks, auf denen wir den Tieren (Zebras, Gnus, Antilopen und eine riesige Elefantenherde) teilweise recht nah kamen.
Nachts konnte man der Sinfonie des Deltas lauschen – Grillen, Frösche, Hippos (seien es ihre Santa-Claus-Rufe „Hohoho“, oder aber auch wie sie vor den Zelten entlang durch’s Wasser planschten).
Eine Motorbootfahrt, wo wir die imposanten Tiere antreffen konnten, durfte natürlich auch nicht fehlen.
Alles in allem fühlten wir uns in diesen Tagen wie im Paradies...
Im Chobe NP im Norden des Landes sahen wir auf einer spätnachmittaglichen Bootsfahrt noch einmal richtig viele Tiere – zu den bereits aufgeführten kamen nun noch jede Menge Krokodile sowie die Afrikanischen Wasserbüffel hinzu.
Am nächsten Morgen stand ein optionaler Game Drive zur Wahl (kalt ! aber viele Elefanten und viele andere Tiere).
Geendet hat die Tour für uns dann an den Victoriafällen in Zimbabwe.
Ich war beeindruckt von ihrer Größe – man kann einen langen Weg mit mehreren Aussichtspunkten entlang schlendern – und sie hören einfach nicht auf...
Achtung: Regencape mitnehmen (kann man notfalls auch vor Ort leihen).
Im luxuriösen (aber leider wenig besuchten) Elephant Hills Hotel genossen wir mit einem letzten „Savannah Dry“ (Cidre – unbedingt probieren !) unseren letzten Abend in Afrika im Kreise der uns sehr liebgewonnenen „family members“ mit einem wahnsinnig schönen Blick auf das erleuchtete Livingston auf sambischer Seite sowie den unglaublichen afrikanischen Sternenhimmel.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Reise sehr gut organisiert war. Wir sind von Anfang an gut beraten worden.
Vor Ort waren die beiden Guides sehr kompetent und zuverlässig und haben uns einen Einblick in den afrikanischen „Way of life“ geben können.
Die Unterkünfte waren gut ausgewählt, meistens besser als „einfach“ (wie im Katalog angegeben - aber vielleicht sind wir ja auch nur so einfach zufriedenzustellen ;o), meistens "landestypisch" (wie man es sich so vorstellt) und gerade im Okavango-Delta ein Traum.
Es war die erste Gruppenreise für uns und wir haben es nicht bereut. Wir haben viel über Land & Leute & Tiere gelernt und in dieser Zeit viele nette und interessante Menschen (aus Belgien, Polen, Russland, Großbritannien, Irland und den USA - und natürlich Afrika) kennen gelernt.
Wir sind uns alle sicher – dies war nicht unser letzter Urlaub in Afrika !
Aber der Ausblick war es wert – und oben herrschte erstaunlich viel Betrieb, auch wenn das Restaurant geschlossen war. Bergab war es dann fast genauso anstrengend , aber hinterher waren wir froh - „We made it !“.
Für den nächsten Tag hatten wir einen Tagesausflug zur Kaphalbinsel gebucht, mit – natürlich – dem Kap. Weitere Zwischenstops legten wir zuvor in Hout Bay ein (mit optionaler Bootstour zu einer kleinen Robben-Insel, manchmal kann man hier in der Bucht auch Delphine sehen), sowie in Boulder bei der Pinguin-Kolonie (sehr niedlich) und in Kirstenbosch, dem sehr schön angelegten botanischen Garten. Im Winter blüht hier natürlich nicht so viel, der kurze Besuch hat sich aber trotzdem gelohnt.
Am nächsten Morgen sollten wir uns dann um 8 Uhr im Nomad-Reisebüro (direkt beim Hotel) einfinden, wo gleichzeitig auch die Camping-Tour auf der gleichen Route startete. Somit waren es viele, viele Leute – von denen aber nur 8 die Accomodated-Tour gebucht hatten.
Unsere Guides waren zwei Männer aus Zimbabwe sowie eine Praktikantin aus Südafrika und waren uns gleich von Anfang an sehr sympathisch.
Dann ging es auch schon nach Norden, in die Cedarberge, mit wine tasting auf einer Bio-Weinfarm (leider bin ich kein Rotweintrinker, aber die Führung war sehr interessant).
Schon die erste Unterkunft im Blommenberg Guesthouse war sehr gemütlich und persönlich eingerichtet – und es gab Heizdecken, die durchaus angebracht waren !
Das war nämlich die größte Überraschung – es war in der ersten Woche nachts noch kälter als erwartet. Wir hatten von 8°C gehört – tatsächlich aber war es abends / nachts z.T. nur 2-3°C.
Die Mahlzeiten wurden ja zum Großteil am Overland-Truck (einem riesigen, bequemen Gefährt, wo man sehr hoch sitzt und somit einen super Ausblick hat) auf Campingstühlen sitzend, eingenommen. Also: Zwiebel-Look war angesagt – je mehr Lagen, desto besser.
Tagsüber wurde es dann aber trotzdem immer recht heiß (T-Shirt und kurze Hose).
Die Verpflegung war durchgehend lecker und abwechslungsreich – z.T. typisch afrikanische Küche, aber auch Hähnchen, Fisch, Burger oder BBQ, wie auch wir Europäer es kennen.
Auf dem Grenzfluß zu Namibia, dem Gariep River, konnte man optional Kanu fahren und dabei die Landschaft und die vielen Vögel beobachten.
Die Unterkunft bestand aus runden Hütten mit Strohdach und war gemütlich-afrikanisch eingerichtet – nur eben kalt (Heizungen sind halt unüblich in der Gegend). Abendessen gab’s in einer großen, offenen Rundhütte am Feuer.
Der Fish River Canyon war dann sehr beeindruckend, nur leider darf man ohne permit für den Mehrtagesmarsch überhaupt kein Stück hinabgehen und kann somit nur eine kleine Strecke am Rand entlanggehen.
Der Bushmen-Walk durch die Kalahari war schon sehr „touristisch“, man hat aber viel über die (ehemalige) Lebensweise dieser Menschen erfahren und konnte der Sprache mit den vielen Schnalz- und Klicklauten lauschen (nachsprechen unmöglich...).
Die roten Dünen von Sossusvlei waren dann der erste große Höhepunkt der Reise.
Früh ging’s los – Abfahrt um 05:30 Uhr (dafür wurden wir mit einem unglaublich schönen Sternenhimmel belohnt), damit wir zum Sonnenaufgang am Eingangstor sein konnten. Dann ging es erstmal 60 km vorbei an den Dünen, zu einer geführten Wanderung zum Dead Vlei.
Hier haben wir unglaublich viel über das Leben in der Wüste gelernt – wenn nur die Schule früher auch immer so interessant gewesen wäre !
Wer wollte, konnte barfuss gehen – noch war es früh und somit noch nicht zu heiß.
Ein paar Freiwillige fanden sich dann noch, um die Düne 45 zu erklimmen, von dort hatte man einen tollen Weitblick.
Der Sesriem Canyon zum Tagesabschluss war zwar nur ein kleiner Canyon, aber sehr hübsch und angenehm kühl.
Im sehr deutsch daherkommenden Küstenstädtchen Swakopmund hat man dann ein bisschen Zeit zum Relaxen / Shoppen / Wäsche waschen – oder eben Action !
Aus vielen Angeboten (z.B. Fallschirmspringen, Rundflüge, Bootsfahrt zu Delphinen etc.) haben wir eine Kombitour ausgewählt:
Quadfahren durch die Dünen mit anschließendem Sandboarding. Es hat richtig viel Spaß gemacht – man bekommt dabei ganz gut die Dimensionen der Wüste zu spüren – und ist froh, einen Guide dabeizuhaben, da man recht schnell die Orientierung verliert...
Hier hat sich dann leider schon ein Teil unserer „family“ verabschiedet, im Gegenzug sind aber 7 Personen neu hinzugekommen, so dass wir nun mit 12 Personen (+ 3 Guides) weitergereist sind.
Die erste Station war dann ein Himba-Dorf, in dem die Touristen einen kleinen Eindruck vom Leben der Himbas bekommen können, dem einzigen Stamm, der noch so lebt wie eh und je.
Die Kinder möchten gern auf den Arm genommen werden und freuen sich, wenn man mit ihnen spielt. Die Frauen bieten ihren selbst gefertigten Schmuck an und bringen Interessierten in einer der Hütten ein paar Bräuche und Riten näher.
Die Meinungen der Gruppe zu diesem Besuch waren im Nachhinein etwas gespalten – teilweise kam das Gefühl auf, als würde man die Menschen dort wie Tiere in einem Zoo bestaunen. Auf jeden Fall war es ein Erlebnis und regt zum Nachdenken an.
Als nächstes stand der Etosha-NP auf dem Programm – ein weiterer Höhepunkt.
Wir sahen viele, viele Tiere, nicht nur an den (z.T. künstlichen) Wasserlöchern.
Um nur einige aufzuzählen: Elefanten, Giraffen, Löwen, Hyänen, Nashörner, Warzenschweine, Oryx-Antilopen, Impalas, Springböcke, Zebras, Gnus, Kudus...
In den Camps (mit besonders schönen Unterkünften) wohnten wir in der ersten Nacht direkt am Wasserloch, welches auch nachts beleuchtet ist.
Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, abends im Dunkeln ganz leise dort zu sitzen und die Tiere zu beobachten.
In der zweiten Nacht sahen wir an der Wasserstelle – nachdem sich 2 Stunden (abgesehen von einer einzelnen Hyäne) kein einziges Tier gezeigt hatte, plötzlich eine Herde von 17 Elefanten mit vielen Kleinen, die sich dem kühlen Nass ganz leise, aber ungewöhnlich schnell näherten. Wow...
Schließlich überquerten wir die Grenze nach Botswana, wo es vom relativ nichtssagenden Örtchen Maun („Tourismus-Zentrum“) per Cessna ins Okavango-Delta ging. Bereits auf dem Flug konnte man die Wasserwege der größeren Tiere erkennen und sogar Giraffen und Elefanten aus der Vogelperspektive sehen.
Auf einer kleinen Insel mit einer noch kleineren Sandpiste landeten wir und wurden von dort aus per Mokoro (Einbaum) zu unserer Unterkunft geschippert.
Es war einfach toll, so lautlos durch’s Schilf zu gleiten – so friedlich !
Bei unserer Unterkunft angekommen, dem unbeschreiblich schönen Moremi Crossing (welches erst wenige Wochen zuvor eröffnet worden war), spazierte in einiger Entfernung erst mal ein Elefant vorbei.
Vom „Aussichts-Deck“ aus, auf dem auch gegessen wurde und wo sich die Bar befand, hatte man einen tollen Blick in die Umgebung und die nicht weit entfernte größte Insel des Deltas – Chief’s Island.
Unsere Unterkünfte – feste Luxus-Zelte auf Holz-Stelzen, die ins Wasser hineinreichten, waren super. Die Dusche befand sich draußen.
Per Mokoro ging es zu Game Walks, auf denen wir den Tieren (Zebras, Gnus, Antilopen und eine riesige Elefantenherde) teilweise recht nah kamen.
Nachts konnte man der Sinfonie des Deltas lauschen – Grillen, Frösche, Hippos (seien es ihre Santa-Claus-Rufe „Hohoho“, oder aber auch wie sie vor den Zelten entlang durch’s Wasser planschten).
Eine Motorbootfahrt, wo wir die imposanten Tiere antreffen konnten, durfte natürlich auch nicht fehlen.
Alles in allem fühlten wir uns in diesen Tagen wie im Paradies...
Im Chobe NP im Norden des Landes sahen wir auf einer spätnachmittaglichen Bootsfahrt noch einmal richtig viele Tiere – zu den bereits aufgeführten kamen nun noch jede Menge Krokodile sowie die Afrikanischen Wasserbüffel hinzu.
Am nächsten Morgen stand ein optionaler Game Drive zur Wahl (kalt ! aber viele Elefanten und viele andere Tiere).
Geendet hat die Tour für uns dann an den Victoriafällen in Zimbabwe.
Ich war beeindruckt von ihrer Größe – man kann einen langen Weg mit mehreren Aussichtspunkten entlang schlendern – und sie hören einfach nicht auf...
Achtung: Regencape mitnehmen (kann man notfalls auch vor Ort leihen).
Im luxuriösen (aber leider wenig besuchten) Elephant Hills Hotel genossen wir mit einem letzten „Savannah Dry“ (Cidre – unbedingt probieren !) unseren letzten Abend in Afrika im Kreise der uns sehr liebgewonnenen „family members“ mit einem wahnsinnig schönen Blick auf das erleuchtete Livingston auf sambischer Seite sowie den unglaublichen afrikanischen Sternenhimmel.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Reise sehr gut organisiert war. Wir sind von Anfang an gut beraten worden.
Vor Ort waren die beiden Guides sehr kompetent und zuverlässig und haben uns einen Einblick in den afrikanischen „Way of life“ geben können.
Die Unterkünfte waren gut ausgewählt, meistens besser als „einfach“ (wie im Katalog angegeben - aber vielleicht sind wir ja auch nur so einfach zufriedenzustellen ;o), meistens "landestypisch" (wie man es sich so vorstellt) und gerade im Okavango-Delta ein Traum.
Es war die erste Gruppenreise für uns und wir haben es nicht bereut. Wir haben viel über Land & Leute & Tiere gelernt und in dieser Zeit viele nette und interessante Menschen (aus Belgien, Polen, Russland, Großbritannien, Irland und den USA - und natürlich Afrika) kennen gelernt.
Wir sind uns alle sicher – dies war nicht unser letzter Urlaub in Afrika !
Mexiko Reisen
Fazinierende Kultur und traumhafte Landschaften
Reise: Mexiko - Höhepunkte Yucatán
Das Reiseziel Mexiko reizte uns vor allem wegen seiner Vielfältigkeit. Dieser Rundreisebaustein führte uns in die Welt der Maya und ihre versunkene Kultur. Tempelanlagen aus vergangener Zeit , teilweise im wunderschönen Regenwald oder am traumhaften Karibikstand gelegen, ließen unsere Besichtigungstouren zum unvergesslichen Erlebnis werden.
Neben der Kultur, die den Schwerpunkt dieser Reise darstellt, haben wir jedoch auch die Bäder in den Cenoten (herrlich erfrischend!), die vielen Straßenverkäufer, koloniale Städte, die tollen Hotelaufenthalte in oft landestypischen Unterkünften und die schönen Landschaften (z.B. Mangroven, Wasserfälle, Karibikstrände) genossen.
Als Ergänzung zu einem Mexikoaufenthalt ist dieser Reisebaustein für alle Kultur- und Naturinteressierten absolut empfehlenswert.
Neben der Kultur, die den Schwerpunkt dieser Reise darstellt, haben wir jedoch auch die Bäder in den Cenoten (herrlich erfrischend!), die vielen Straßenverkäufer, koloniale Städte, die tollen Hotelaufenthalte in oft landestypischen Unterkünften und die schönen Landschaften (z.B. Mangroven, Wasserfälle, Karibikstrände) genossen.
Als Ergänzung zu einem Mexikoaufenthalt ist dieser Reisebaustein für alle Kultur- und Naturinteressierten absolut empfehlenswert.
Jordanien Reisen
Quer durchs Land
Reise: Mexiko -
Wir reisten vom 20. Nov. bis 4. Dez. 2008 mit einer kleinen sehr netten Gruppe (Jürgen mit seinem fünfköpfigen Harem) durch Jordanien. Das Programm war abwechslungsreich und hat neben „Rote Wüste, Meer und Felsenstadt“ einiges mehr geboten. Die Jordanier waren sehr freundlich und zuvorkommend, niemals aufdringlich und wir fühlten uns immer sicher.
Der erste Höhepunkt waren die Ruinen von Jerash. In Umm Quais mit Blick auf das Dreiländerdreieck und den See Genezareth hat uns unser Reiseleiter Mohammed passend zum Ort und den Gewitterwolken auch von den Spannungen der Länder untereinander erzählt.
Leider konnten wir nicht nach Ma'in, weil es gerade wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. Als Ersatz hatten wir eine abenteuerliche Fahrt im bzw.
Der erste Höhepunkt waren die Ruinen von Jerash. In Umm Quais mit Blick auf das Dreiländerdreieck und den See Genezareth hat uns unser Reiseleiter Mohammed passend zum Ort und den Gewitterwolken auch von den Spannungen der Länder untereinander erzählt.
Leider konnten wir nicht nach Ma'in, weil es gerade wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. Als Ersatz hatten wir eine abenteuerliche Fahrt im bzw.
am Jeep (weil auf der Ladefläche) ins Wadi Mujib mit schöner Wanderung. Beim anschließenden Baden im Toten Meer durfte die Zeitung natürlich nicht fehlen. Das Essen im Dead Sea Spa war ausgezeichnet.
Ein besonderes Erlebnis war der Aufenthalt im Bergdorf Dana. Mohammed hatte einen Tanzabend mit den Männern des Dorfes organisiert und die Wanderung von Dana bergab durchs teilweise grüne Tal zur Feynan Wilderness Lodge war wunderschön. Am Ende der Tour gab es Tee im Zelt einer Beduinenfamilie. In der Lodge hat Mohammed für einen weiteren unvergesslichen Abend gesorgt. Wir fanden Matratzen und Laternen am Dach der Lodge und haben unter dem Sternenhimmel den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Spaß machte der Kamelritt im Wadi-Rum und die Nacht im Wüstencamp. Besonders der zweite Tag zeigte viel von den unterschiedlichen Gesteins- und Wüstenformationen des Wadi.
Die Felsenstadt Petra ist faszinierend! Nicht nur die Stadt, auch das Farbenspiel der Felsen haben uns absolut beeindruckt.
Das Programm und der Ablauf dieser Reise waren gut geplant. Von den manchmal anstrengenden Besichtigungen konnten wir uns an den zwei Badetagen gut erholen. In Jordanien wird es um diese Jahreszeit früh finster, der Tag ist kurz. Wir hatten trotzdem genug Zeit für die Besichtigungen und glücklicherweise waren wenig Touristen unterwegs. Unser Reiseleiter Mohammed hat mit viel Erfahrung und Wissen die Gruppe geführt und war auch außerhalb des Programms für unsere Wünsche offen.
Am letzten Abend haben wir in einem typisch arabischen Restaurant gegessen, ein würdiger Abschluss für diese wunderbare Reise.
Positiv erwähnen möchten wir auch noch den Flug mit der Royal Jordanien mit sehr gutem Service. Beim Abflug von Amman war uns die Agentur behilflich, so rasch haben wir noch nie eingecheckt!
Wir danken allen die daran mitgewirkt haben, dass dieser Sondertermin überhaupt zustande gekommen ist.
Ein besonderes Erlebnis war der Aufenthalt im Bergdorf Dana. Mohammed hatte einen Tanzabend mit den Männern des Dorfes organisiert und die Wanderung von Dana bergab durchs teilweise grüne Tal zur Feynan Wilderness Lodge war wunderschön. Am Ende der Tour gab es Tee im Zelt einer Beduinenfamilie. In der Lodge hat Mohammed für einen weiteren unvergesslichen Abend gesorgt. Wir fanden Matratzen und Laternen am Dach der Lodge und haben unter dem Sternenhimmel den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Spaß machte der Kamelritt im Wadi-Rum und die Nacht im Wüstencamp. Besonders der zweite Tag zeigte viel von den unterschiedlichen Gesteins- und Wüstenformationen des Wadi.
Die Felsenstadt Petra ist faszinierend! Nicht nur die Stadt, auch das Farbenspiel der Felsen haben uns absolut beeindruckt.
Das Programm und der Ablauf dieser Reise waren gut geplant. Von den manchmal anstrengenden Besichtigungen konnten wir uns an den zwei Badetagen gut erholen. In Jordanien wird es um diese Jahreszeit früh finster, der Tag ist kurz. Wir hatten trotzdem genug Zeit für die Besichtigungen und glücklicherweise waren wenig Touristen unterwegs. Unser Reiseleiter Mohammed hat mit viel Erfahrung und Wissen die Gruppe geführt und war auch außerhalb des Programms für unsere Wünsche offen.
Am letzten Abend haben wir in einem typisch arabischen Restaurant gegessen, ein würdiger Abschluss für diese wunderbare Reise.
Positiv erwähnen möchten wir auch noch den Flug mit der Royal Jordanien mit sehr gutem Service. Beim Abflug von Amman war uns die Agentur behilflich, so rasch haben wir noch nie eingecheckt!
Wir danken allen die daran mitgewirkt haben, dass dieser Sondertermin überhaupt zustande gekommen ist.
Chile Reisen
Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen
Reise: Osterinsel & Südsee - Mystische Pazifikinseln
Endlich kam der lang ersehnte Tag der Abreise. Alles schon seit einem Jahr bestens geplant und vorbereitet.
Die Fahrt von Hannover nach Düsseldorf Flughafen mit der DB AG ist nichts besonderes. Der Hinweis; sich bei Iberia Airlines ca. 2,5 Stunden vor Abflug zum Einschecken einzufinden, erledigt sich damit, das der Abfertigungsschalter genau zwei Stunden vor dem Start öffnet. Die Abfertigung ist zügig, das elektronische Ticket und der Reisepaß genügen zum Ausstellen der Bordkarten bis Santiago de Chile(SCL). Jetzt der Hinweis, das man sich um die Koffer in Madrid nicht zu kümmern braucht, sie können in SCL wieder in Empfang genommen werden. Guten Flug! Dann der normale Ablauf bei Sicherheitskontrolle, Bordkarte und Paß vorzeigen, einsteigen und dann geht es auch los; die 2,5 Stunden vergehen im Flug!
So nun der Flughafen von Madrid, erst mal fragen, wo denn die nächste Maschine steht? Alle Terminals heißen hier T4-Satellit, das ist natürlich sehr verwirrend, also ab durch die Halle, runter mit dem Fahrstuhl, alles sehr groß und weiträumig angelegt hier; Hinweise, das es bis zum gesuchten Schalter noch 30 min sind? Na denn...
Die Fahrt von Hannover nach Düsseldorf Flughafen mit der DB AG ist nichts besonderes. Der Hinweis; sich bei Iberia Airlines ca. 2,5 Stunden vor Abflug zum Einschecken einzufinden, erledigt sich damit, das der Abfertigungsschalter genau zwei Stunden vor dem Start öffnet. Die Abfertigung ist zügig, das elektronische Ticket und der Reisepaß genügen zum Ausstellen der Bordkarten bis Santiago de Chile(SCL). Jetzt der Hinweis, das man sich um die Koffer in Madrid nicht zu kümmern braucht, sie können in SCL wieder in Empfang genommen werden. Guten Flug! Dann der normale Ablauf bei Sicherheitskontrolle, Bordkarte und Paß vorzeigen, einsteigen und dann geht es auch los; die 2,5 Stunden vergehen im Flug!
So nun der Flughafen von Madrid, erst mal fragen, wo denn die nächste Maschine steht? Alle Terminals heißen hier T4-Satellit, das ist natürlich sehr verwirrend, also ab durch die Halle, runter mit dem Fahrstuhl, alles sehr groß und weiträumig angelegt hier; Hinweise, das es bis zum gesuchten Schalter noch 30 min sind? Na denn...
Weiter mit einer führerlosen U-Bahn unter dem Flughafen lang, mindestens 3min. Dann die Sicherheitskontrolle der spanischen Behörden, auch sehr gründlich, aber Englisch möchte hier niemand sprechen und wenn die Taschen leer sind und der Detektor des Torbogen nichts mehr zu beanstanden hat, geht es weiter zur Paßkontrolle. Dann wieder mit dem Fahrstuhl nach oben, nochmals 10 min. und der Abfertigungsschalter ist erreicht. So viele Leute, die wollen alle in ein Flugzeug? Die Abfertigung verzögert sich um mindestens 45 min., aber das scheint hier niemand zu stören, es ist vielleicht Flughafenalltag? Dann Bording und irgendwann setzt sich die Maschine in Bewegung und dann ist auch schon der Boden unter den Füßen weg. Auf dem Bildschirm werden Bilder übertragen von einer Kamera, welche auf dem Heck montiert ist, ein schönes Bild bei Nacht. Dann wird das Navigationsystem angezeigt, man ist immer informiert wo man ist, dann Zahlen über Entfernung, Höhe, Geschwindigkeit und Außentemperatur. Nun kann man zwischen zwei warmen Mahlzeiten wählen, es sind ausreichende Portionen und auch schmackhaft. Wenn alle gespeist haben, wird die Maschine abgedunkelt und irgendwann ist man ja auch mal müde und schlummert ein, es ist inzwischen 03.30 Uhr MEZ. Wer nicht schläft, der kann mittels Kopfhörer das aktuelle Kinoprogramm auf dem Bildschirm verfolgen. Dann immer wieder mal der Hinweis, sich wegen Turbulenzen anzuschnallen, am besten wenn man schläft, den Gurt anbehalten. Und irgendwann wird es mal hell und es duftet nach Kaffee! So langsam kommt wieder Leben in die Maschine. Immer noch nicht da, wie lange noch? Erst mal Frühstück und ein bißchen Papierkrieg, Zollerklärung und Touristen Erklärung werden ausgefüllt. Und dann wird die Landung vorbereitet und nach 13,5 Stunden Non-Stop hat man wieder Boden unter den Füßen!
Erst die Paßkontrolle der Einreise, geht reibungslos und nun mal nach den Koffern gucken. Aber bitte nicht auf die Polizeihunde treten, sie machen ja auch nur ihre Arbeit, wenn sie zwischen den Reisenden und dem Koffertransportband nach was auch immer suchend hin und her laufen. Andere Länder, andere Sitten. Die Koffer kommen, jeder nimmt sich seinen, die Halle wird immer leerer, aber es fehlt uns noch ein Koffer! Gibt es so was denn noch? Warum gerade unser Koffer? Da ist auch schon das Personal der Fluggesellschaft und bittet uns an den Schalter zum Abgleich des Gepäckscheines. Endlich kann man sich in Englisch verständigen, der freundliche Herr notiert sich unsere Adresse und verspricht, den Koffer auf die Osterinsel nachzusenden. Und da fällt mir noch der Mitarbeiter unserer Agentur ein, er sagte, das wir in SCL vielleicht nicht unsere Koffer erhalten werden, so war das aber nicht gemeint?
Dann nochmals eine Gepäckkontrolle und jetzt ist man offiziell eingereist. Das wissen auch die Taxifahrer, welche uns gleich zahlreich in Empfang nehmen und sich im Preis unterbieten. Si, sag ich bitte Taxi zum Holiday Inn. Das versteht man und schmunzelt und zeigt nach draußen. Das Hotel ist genau gegenüber.
Beim Empfang lege ich den Voucher-Schein vor und bitte um das bestellte Zimmer. Da Spanisch eine sehr schnelle Sprache ist, kann man englischen Wortlaut einer Spanierin nur schlecht verstehen. Sie zeigt nur auf das Schild neben der Rezeption: Check out to 10:00 Uhr - Check in to 16:00 Uhr. Es ist jetzt 10.30 Uhr Ortszeit, die Uhren wurden 6 Stunden zurückgestellt. Ich bitte um Überprüfung; es war vereinbart, ein Zimmer gleich bei Einreise zu erhalten. Wir werden uns also nicht einig. So bitte ich doch um einen anderen Mitarbeiter und siehe da, er spricht sogar deutsch! Er erzählt mir das gleiche noch mal und ich auch, das ein Zimmer reserviert sei. Eine andere Mitarbeiterin findet die hinterlegten restlichen Reiseunterlagen und übergibt sie. Noch ein wichtiges Gesicht und dreimal auf die Tastatur gedrückt, hier bitte Zimmer 613 ist frei! Na, so ein Zufall?
Das Zimmer ist modern und schön, mit dem Blick auf den Flughafen.
So, erst mal frisch machen, kurze Pause und dann ab in die Stadt, es ist ja noch den ganzen Tag Zeit!
Der Hinweis mit den Sammeltaxis erledigt sich dann auch von selbst, für 5 Dollar wird man sich nicht einig; der Flughafen ist zu weit von Santiago entfernt. Und den Dollar will man hier kaum haben. Ein junger Mann, welcher perfekt deutsch spricht, vermittelt uns die Fahrt ins Zentrum und garantiert auch wieder das Abholen! Nach 20min Fahrt sind wir in der Hauptstadt. An den Fahrstil und den hektischen Verkehr muß man sich auch erst mal gewöhnen; Paris íst dagegen ein Verkehrsgarten! Hupen und Streß bestimmen den Verkehr. Einen § 1 der Verkehrsordnung gibt es hier bestimmt nicht. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Es wird nochmals vereinbart, uns an der selben Stelle abzuholen.
Die Hauptstadt empfängt uns mit strahlenden Sonnenschein bei 20 Grad, es ist hier Winterende, da wir ja auf der anderen Seite der Erde sind. Also rein in die Stadt. Wie vorher bekannt war, ist Chile das Land in Südamerika, welches von diesen Ländern den höchsten Lebensstandard hat. Und das sieht man denn auch. Viele Geschäfte und Kaufhäuser, in der Fußgängerzone herrscht reges Treiben. Die Leute sind modern gekleidet und das Warenangebot ist dem in Europa ähnlich. Auffällig ist, das in den großen Kaufhäusern anscheinend mehr Personal als Kundschaft anzutreffen ist.
Der Termin zum vereinbarten Abholen nähert sich und das Taxi ist wie versprochen an der selben Stelle und bringt uns zum Flughafen zurück. Bei Ankunft werden Taxis mit der Aufschrift: "VIP Transfer" gesehen, sollten diese die Sammeltaxis sein, möge man es den nach uns Reisenden bekannt geben.
Nach der Übernachtung/Frühstück im Hotel und dem Check-Out dann zum Abfertigungsschalter, Koffer abgeben und es sind leider keine Plätze mehr nebeneinander in der Maschine frei. Es ist bekannt, das die Sitzplatzvergabe nach Eintreffen erfolgt und auch bei einigen Fluggesellschaften online erfolgen kann, also gibt es keine andere Lösung. Vielleicht sollte beachtet werden, das auch zwei Gangplätze neben- oder hintereinander zusammen sind. Oder das System gibt es nicht her. Nach dem gewohnten Ablauf setzt sich die Maschine in Bewegung und nun sind es nur noch 4,5 Stunden bis zum ersehnten Ziel. Es wird ein Frühstück angeboten und nach zwei Stunden nochmal ein kleiner Snack. Der A 340 ist für eine lange Reise deutlich moderner als die B 777, hier kann jeder sein Programm auf dem eigenen Bildschirm bestimmen!
Dann endlich ist aus dem Fenster Land in Sicht!
Start und Landung auf der Osterinsel sind inzwischen eine Zeremonie geworden, die Landebahn ist ca 4.000 Meter lang, da sie eine Ersatzlandebahn der NASA für das Space-Shuttle ist. Und so wird bei Start und Landung immer die gesamte Rollbahn abgefahren, da sich die Wendeschleife am Ende befindet.
Endlich am Ziel!
Da die Osterinsel verwaltungsmäßig zu Chile gehört, handelt es sich hier um einen Inlandflug und es gibt keine Einreisekontrolle. Nach dem Empfang des Koffers wird man freundlich in deutscher Sprache von der Reiseagentur nach polynesichem Brauch mit einer Blumenkette empfangen. Es erfolgt der Transfer zum O-Tai Hotel und das Check in läuft reibungslos ab. Und wieder wird die Uhr auf die Ortszeit 3 Stunden zurückgestellt und es wird bekanntgegeben, Ihr habt heute schon eure erste Halb-Tagestour! Der Plan sah sie erst in drei Tagen vor, aber man ist ja flexibel und da man nur einen Koffer auspacken braucht und auch durch die Übernachtung in SCL nicht so müde ist, geht das schon.
Das Hotel und die Zimmer sind wie im Internet beschrieben, nur der Swimming Pool ist nicht gefüllt? Na klar, hier ist ja Winter bei 22 Grad und Sonnenschein! Wie wir später erfahren werden, gibt es hier nur zwei Jahreszeiten; den Sommer und den Winter.
Pünktlich werden wir von der Reiseagentur abgeholt und unsere Begleiterin Claudia empfängt uns freundlich in deutscher Sprache. Sie sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen; denn was wir von ihr über die Osterinsel erfahren haben, steht auch nicht im Internet oder sonstwo. Sie managt perfekt in deutsch und ihrer Heimatsprache Spanisch. Die Organisation ist perfekt, man erkennt die Mitarbeiter an den blauen Jacken und die Ausflüge werden nach Sprachen zusammengestellt. Es wurde auch eine Mitarbeiterin gesehen, welche englisch für eine Person übersetzt. Wir besuchen die Höhle des Menschenfressers mit Wandmalereien und dann Orongo, hier spielte sich jahrelang die Zeremonie des Vogelmanns ab, es ist schon ein sehr schönes Gefühl, an diesem Ort zu verweilen. Alles sehr ordentlich und gepflegt. Im angrenzenden Vulkankrater läßt sich das Alter der Insel erahnen. Es wird auch für einen kurzen Fotostop angehalten, Claudia macht auch Fotos mit unseren Kameras und so ist man auch mal selbst auf den Bildern zu sehen. Noch einen Besuch an einer Stelle, wo viele der für die Moais typische, rote Kopfbedeckungen liegen und die Halb-Tagestour ist zu Ende. Es wird noch gegen Bezahlung eine andere Halb-Tagestour angeboten; aber die steht doch im Reiseplan? Vielleicht ist es nur ein Übermittlungsfehler.
Zurück zum Hotel. Nun wird erstmal die einzige Ortschaft der Insel erkundet. Die Geschäfte haben von 13.00 Uhr bis 17.00 geschlossen. Für den Supermarket ist es auch gut so, denn es wird täglich Ware aufgefüllt, welche mit dem Flugzeug eintrifft. Es gibt meistens pro Tag nur einen Flug von und nach Mataveri, so heißt der Flughafen auf der Insel. Da hier nichts produziert wird, ist das Warenangebot vom Flugzeug abhängig.
Der Verkehr auf der Insel ist mäßig, es fahren wenig Autos und Motorräder. Die Verkehrsregeln werden eingehalten, aber von einem TÜV hat hier noch keiner was gehört. Auto ohne Fahrertür, Kombi ohne Heckklappe sind da noch einfache Angelegenheiten. Die Mehrzahl der Fahrzeuge hat bestimmt 20 Jahre und mehr hinter sich und so fahren sie dann auch noch ohne Reifenprofil usw.
Das Einkaufen auf der Insel ist in den Supermarkets möglich, man kann in Peso oder Dollar bezahlen; bei Zahlung mit Dollar gibt es aber Pesos als Wechselgeld zurück. Das Angebot ist ausreichend.
Am nächsten Morgen gibt es dann Frühstück im schönen hellen Speiseraum des Hotels. An löslichen Kaffe kann man sich gewöhnen und die selbstgefertigte Marmelade ist super. Zweimal die Woche gibt es frisch zubereitete Eierkuchen, sehr lecker. Das Wurstangebot besteht hier nur aus Kochschinken, obwohl im Supermarkt mindestens drei verschiedene Wurstsorten liegen.
Dann der große Tagesausflug, es wird zuerst die Bestellung für das Mittagessen erfragt, man kann aus vier verschiedenen Gerichten wählen, wenn das kein Service ist?
Es werden verschiedene Orte mit umgeworfen Moais besucht und wir sehen von weitem ein landendes Flugzeug.
Guck mal, jetzt kommt unser Koffer!
Da es an diesem Tag nur eine Landung gab, sollte sich unsere Vermutung bestätigen.
Der Besuch im Steinbruch der Moais ist auch sehr ergreifend, man kann die angefangenen Steinarbeiten erkennen. Und dann ist auch schon Mittagszeit, es gibt die bestellte Mahlzeit an einem Tisch, sogar mit weißer Tischdecke, es schmeckt sehr gut. Es wird Werbung gemacht für den nächsten Abend; Vorführung der Tanzgruppe mit anschließendem Essen „aus der Erde" wie seit Jahrhunderten auf dieser Insel üblich. Wir lassen uns überzeugen und melden uns an.
Danach der Besuch des großen Ahu Tongariki, es ist die größte Anlage dieser Art mit 15 Moais, sehr beeindruckend.
Dann besuchen wir den Rapa Nui, den Nabel der Welt, so wird der Ort mit den runden Steinen bezeichnet.
Zum Abschluß der Tour sind wir am Annakena Strand der Insel angekommen. Ein schönes Fleckchen; von hier aus erfolgte die Besiedlung der Insel. Es ist Sonntagnachmittag, die Bewohner und Besucher genießen das herrliche Wetter, es herrscht normales Strandleben. Es ist zu sehen der Moai, welcher vom Osterinsel-Forscher T. Heyerdahl auf ursprüngliche Weise an seinen Standort gebracht wurde. Die anderen Moais haben Muster auf dem Rücken.
Dann ist auch schon die Tagestour vorbei.
Bei der Rückkehr in unser Zimmer fanden wir dann auch wirklich unseren zweiten Koffer vor!
Die nächsten Tage verbringen wir mit dem Besuch des Museums, Ansichtskarten schreiben, Picknick am Strand und dann abends die Vorführung der Tanzgruppe. Sehr zu empfehlen, es läßt sich erahnen, wie schön das Leben auf der Insel vor Jahren hier war. Das Essen „aus der Erde" ist der uralten Tradition nachgestellt, es wird Gemüse und Fisch in Bananenblättern eingegraben und gegrillt, es wird nach der Tanzzeremonie ausgegraben und serviert.
Der Besuch in einer Markthalle der Insel ist auch ein Muß, es gibt viele Souvenirs, sogar Korallen kann man kaufen,
aber was sagt der Zoll dazu? Da ich mir die Korallen sehr genau betrachte ist die Anbieterin sogar bereit, diese gegen die Bluse meiner Frau zu tauschen! So kann man auch an die neueste Mode kommen. Insgesamt sind die Bewohner freundlich, sehr hilfsbereit und offen. Man wird unterstützt, bei der Suche nach dem Museum. Im Supermarket gibt es Beratung beim Weinkauf usw.
Der letzte Halb-Tagesausflug bringt uns an eine andere Stelle, wo aus dem roten Vulkangestein die Kopfbedeckung der Moais gemeißelt wurde. Wir besuchen eine Höhle, wo sich die Bewohner vor den Sklavenhändlern versteckten. Und den einzigen Ahu, wo die Moais aufs Meer schauen, es sind sieben Stück, da von hier sieben Männer losgesegelt sind, um zu sehen, ob man doch nicht allein auf der Welt ist?
Die Bezahlung der Tour ist mit der Übergabe des Reisechecks dann auch geregelt.
Es erfolgt die Abreise. Die Gepäckkontrolle ist sehr genau. Das Vorlegen des e-Tickets veranlaßt die freundliche Frau der LAN-Airlines zum Ausstellen der Bordtickets bis nach Düsseldorf! Wenn das kein Leistung ist! Es dauert ja auch nur 20 Minuten, für die hiesigen Verhältnisse nichts besonderes.
Von der Osterinsel zum Flughafen SCL geht es auch zügig.
Zurück geht es immer schneller, so dauert der Flug von SCL nach Madrid diesmal „nur" 12 Stunden. Wieder getrennte Sitzplätze. Diesmal waren die Turbulenzen sehr häufig, erst 30 min. nach dem Start durfte man sich abschnallen. Dann verschob sich dreimal wegen der Turbulenzen die Verteilung der Mahlzeit, es kommt wohl nicht so oft vor? Das Personal sah diesmal nicht gefaßt aus.
Aber der Abflug von Madrid erfolgt wieder verspätet, warum? In Düsseldorf dann angekommen, verzögert sich die Kofferausgabe auch noch mal ins unerträgliche, demnächst wird nicht wohl mehr bei der Landung applaudiert, sondern wenn die Koffer endlich auf dem Band liegen. Der Flughafen Düsseldorf ist der einzige mit Anzeige der Uhrzeit, wenn diese Uhr auch ca. 30 min nachgeht.
Wir hatten 90 min Übergang zur DB eingeplant, es hat nicht gereicht; als wir auf der Treppe zum Bahnsteig waren, fuhr der ICE mit der Platzreservierung ohne uns ab.
So waren wir dann ganze 2 Stunden später zu Hause, als eingeplant.
Insgesamt wurden meine Erwartungen übertroffen, es hat sich wirklich gelohnt, diese Insel zu besuchen.
Ich danke hiermit allen, welche an den Vorbereitungen beteiligt waren.
Erst die Paßkontrolle der Einreise, geht reibungslos und nun mal nach den Koffern gucken. Aber bitte nicht auf die Polizeihunde treten, sie machen ja auch nur ihre Arbeit, wenn sie zwischen den Reisenden und dem Koffertransportband nach was auch immer suchend hin und her laufen. Andere Länder, andere Sitten. Die Koffer kommen, jeder nimmt sich seinen, die Halle wird immer leerer, aber es fehlt uns noch ein Koffer! Gibt es so was denn noch? Warum gerade unser Koffer? Da ist auch schon das Personal der Fluggesellschaft und bittet uns an den Schalter zum Abgleich des Gepäckscheines. Endlich kann man sich in Englisch verständigen, der freundliche Herr notiert sich unsere Adresse und verspricht, den Koffer auf die Osterinsel nachzusenden. Und da fällt mir noch der Mitarbeiter unserer Agentur ein, er sagte, das wir in SCL vielleicht nicht unsere Koffer erhalten werden, so war das aber nicht gemeint?
Dann nochmals eine Gepäckkontrolle und jetzt ist man offiziell eingereist. Das wissen auch die Taxifahrer, welche uns gleich zahlreich in Empfang nehmen und sich im Preis unterbieten. Si, sag ich bitte Taxi zum Holiday Inn. Das versteht man und schmunzelt und zeigt nach draußen. Das Hotel ist genau gegenüber.
Beim Empfang lege ich den Voucher-Schein vor und bitte um das bestellte Zimmer. Da Spanisch eine sehr schnelle Sprache ist, kann man englischen Wortlaut einer Spanierin nur schlecht verstehen. Sie zeigt nur auf das Schild neben der Rezeption: Check out to 10:00 Uhr - Check in to 16:00 Uhr. Es ist jetzt 10.30 Uhr Ortszeit, die Uhren wurden 6 Stunden zurückgestellt. Ich bitte um Überprüfung; es war vereinbart, ein Zimmer gleich bei Einreise zu erhalten. Wir werden uns also nicht einig. So bitte ich doch um einen anderen Mitarbeiter und siehe da, er spricht sogar deutsch! Er erzählt mir das gleiche noch mal und ich auch, das ein Zimmer reserviert sei. Eine andere Mitarbeiterin findet die hinterlegten restlichen Reiseunterlagen und übergibt sie. Noch ein wichtiges Gesicht und dreimal auf die Tastatur gedrückt, hier bitte Zimmer 613 ist frei! Na, so ein Zufall?
Das Zimmer ist modern und schön, mit dem Blick auf den Flughafen.
So, erst mal frisch machen, kurze Pause und dann ab in die Stadt, es ist ja noch den ganzen Tag Zeit!
Der Hinweis mit den Sammeltaxis erledigt sich dann auch von selbst, für 5 Dollar wird man sich nicht einig; der Flughafen ist zu weit von Santiago entfernt. Und den Dollar will man hier kaum haben. Ein junger Mann, welcher perfekt deutsch spricht, vermittelt uns die Fahrt ins Zentrum und garantiert auch wieder das Abholen! Nach 20min Fahrt sind wir in der Hauptstadt. An den Fahrstil und den hektischen Verkehr muß man sich auch erst mal gewöhnen; Paris íst dagegen ein Verkehrsgarten! Hupen und Streß bestimmen den Verkehr. Einen § 1 der Verkehrsordnung gibt es hier bestimmt nicht. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Es wird nochmals vereinbart, uns an der selben Stelle abzuholen.
Die Hauptstadt empfängt uns mit strahlenden Sonnenschein bei 20 Grad, es ist hier Winterende, da wir ja auf der anderen Seite der Erde sind. Also rein in die Stadt. Wie vorher bekannt war, ist Chile das Land in Südamerika, welches von diesen Ländern den höchsten Lebensstandard hat. Und das sieht man denn auch. Viele Geschäfte und Kaufhäuser, in der Fußgängerzone herrscht reges Treiben. Die Leute sind modern gekleidet und das Warenangebot ist dem in Europa ähnlich. Auffällig ist, das in den großen Kaufhäusern anscheinend mehr Personal als Kundschaft anzutreffen ist.
Der Termin zum vereinbarten Abholen nähert sich und das Taxi ist wie versprochen an der selben Stelle und bringt uns zum Flughafen zurück. Bei Ankunft werden Taxis mit der Aufschrift: "VIP Transfer" gesehen, sollten diese die Sammeltaxis sein, möge man es den nach uns Reisenden bekannt geben.
Nach der Übernachtung/Frühstück im Hotel und dem Check-Out dann zum Abfertigungsschalter, Koffer abgeben und es sind leider keine Plätze mehr nebeneinander in der Maschine frei. Es ist bekannt, das die Sitzplatzvergabe nach Eintreffen erfolgt und auch bei einigen Fluggesellschaften online erfolgen kann, also gibt es keine andere Lösung. Vielleicht sollte beachtet werden, das auch zwei Gangplätze neben- oder hintereinander zusammen sind. Oder das System gibt es nicht her. Nach dem gewohnten Ablauf setzt sich die Maschine in Bewegung und nun sind es nur noch 4,5 Stunden bis zum ersehnten Ziel. Es wird ein Frühstück angeboten und nach zwei Stunden nochmal ein kleiner Snack. Der A 340 ist für eine lange Reise deutlich moderner als die B 777, hier kann jeder sein Programm auf dem eigenen Bildschirm bestimmen!
Dann endlich ist aus dem Fenster Land in Sicht!
Start und Landung auf der Osterinsel sind inzwischen eine Zeremonie geworden, die Landebahn ist ca 4.000 Meter lang, da sie eine Ersatzlandebahn der NASA für das Space-Shuttle ist. Und so wird bei Start und Landung immer die gesamte Rollbahn abgefahren, da sich die Wendeschleife am Ende befindet.
Endlich am Ziel!
Da die Osterinsel verwaltungsmäßig zu Chile gehört, handelt es sich hier um einen Inlandflug und es gibt keine Einreisekontrolle. Nach dem Empfang des Koffers wird man freundlich in deutscher Sprache von der Reiseagentur nach polynesichem Brauch mit einer Blumenkette empfangen. Es erfolgt der Transfer zum O-Tai Hotel und das Check in läuft reibungslos ab. Und wieder wird die Uhr auf die Ortszeit 3 Stunden zurückgestellt und es wird bekanntgegeben, Ihr habt heute schon eure erste Halb-Tagestour! Der Plan sah sie erst in drei Tagen vor, aber man ist ja flexibel und da man nur einen Koffer auspacken braucht und auch durch die Übernachtung in SCL nicht so müde ist, geht das schon.
Das Hotel und die Zimmer sind wie im Internet beschrieben, nur der Swimming Pool ist nicht gefüllt? Na klar, hier ist ja Winter bei 22 Grad und Sonnenschein! Wie wir später erfahren werden, gibt es hier nur zwei Jahreszeiten; den Sommer und den Winter.
Pünktlich werden wir von der Reiseagentur abgeholt und unsere Begleiterin Claudia empfängt uns freundlich in deutscher Sprache. Sie sollte sich als wahrer Glücksgriff erweisen; denn was wir von ihr über die Osterinsel erfahren haben, steht auch nicht im Internet oder sonstwo. Sie managt perfekt in deutsch und ihrer Heimatsprache Spanisch. Die Organisation ist perfekt, man erkennt die Mitarbeiter an den blauen Jacken und die Ausflüge werden nach Sprachen zusammengestellt. Es wurde auch eine Mitarbeiterin gesehen, welche englisch für eine Person übersetzt. Wir besuchen die Höhle des Menschenfressers mit Wandmalereien und dann Orongo, hier spielte sich jahrelang die Zeremonie des Vogelmanns ab, es ist schon ein sehr schönes Gefühl, an diesem Ort zu verweilen. Alles sehr ordentlich und gepflegt. Im angrenzenden Vulkankrater läßt sich das Alter der Insel erahnen. Es wird auch für einen kurzen Fotostop angehalten, Claudia macht auch Fotos mit unseren Kameras und so ist man auch mal selbst auf den Bildern zu sehen. Noch einen Besuch an einer Stelle, wo viele der für die Moais typische, rote Kopfbedeckungen liegen und die Halb-Tagestour ist zu Ende. Es wird noch gegen Bezahlung eine andere Halb-Tagestour angeboten; aber die steht doch im Reiseplan? Vielleicht ist es nur ein Übermittlungsfehler.
Zurück zum Hotel. Nun wird erstmal die einzige Ortschaft der Insel erkundet. Die Geschäfte haben von 13.00 Uhr bis 17.00 geschlossen. Für den Supermarket ist es auch gut so, denn es wird täglich Ware aufgefüllt, welche mit dem Flugzeug eintrifft. Es gibt meistens pro Tag nur einen Flug von und nach Mataveri, so heißt der Flughafen auf der Insel. Da hier nichts produziert wird, ist das Warenangebot vom Flugzeug abhängig.
Der Verkehr auf der Insel ist mäßig, es fahren wenig Autos und Motorräder. Die Verkehrsregeln werden eingehalten, aber von einem TÜV hat hier noch keiner was gehört. Auto ohne Fahrertür, Kombi ohne Heckklappe sind da noch einfache Angelegenheiten. Die Mehrzahl der Fahrzeuge hat bestimmt 20 Jahre und mehr hinter sich und so fahren sie dann auch noch ohne Reifenprofil usw.
Das Einkaufen auf der Insel ist in den Supermarkets möglich, man kann in Peso oder Dollar bezahlen; bei Zahlung mit Dollar gibt es aber Pesos als Wechselgeld zurück. Das Angebot ist ausreichend.
Am nächsten Morgen gibt es dann Frühstück im schönen hellen Speiseraum des Hotels. An löslichen Kaffe kann man sich gewöhnen und die selbstgefertigte Marmelade ist super. Zweimal die Woche gibt es frisch zubereitete Eierkuchen, sehr lecker. Das Wurstangebot besteht hier nur aus Kochschinken, obwohl im Supermarkt mindestens drei verschiedene Wurstsorten liegen.
Dann der große Tagesausflug, es wird zuerst die Bestellung für das Mittagessen erfragt, man kann aus vier verschiedenen Gerichten wählen, wenn das kein Service ist?
Es werden verschiedene Orte mit umgeworfen Moais besucht und wir sehen von weitem ein landendes Flugzeug.
Guck mal, jetzt kommt unser Koffer!
Da es an diesem Tag nur eine Landung gab, sollte sich unsere Vermutung bestätigen.
Der Besuch im Steinbruch der Moais ist auch sehr ergreifend, man kann die angefangenen Steinarbeiten erkennen. Und dann ist auch schon Mittagszeit, es gibt die bestellte Mahlzeit an einem Tisch, sogar mit weißer Tischdecke, es schmeckt sehr gut. Es wird Werbung gemacht für den nächsten Abend; Vorführung der Tanzgruppe mit anschließendem Essen „aus der Erde" wie seit Jahrhunderten auf dieser Insel üblich. Wir lassen uns überzeugen und melden uns an.
Danach der Besuch des großen Ahu Tongariki, es ist die größte Anlage dieser Art mit 15 Moais, sehr beeindruckend.
Dann besuchen wir den Rapa Nui, den Nabel der Welt, so wird der Ort mit den runden Steinen bezeichnet.
Zum Abschluß der Tour sind wir am Annakena Strand der Insel angekommen. Ein schönes Fleckchen; von hier aus erfolgte die Besiedlung der Insel. Es ist Sonntagnachmittag, die Bewohner und Besucher genießen das herrliche Wetter, es herrscht normales Strandleben. Es ist zu sehen der Moai, welcher vom Osterinsel-Forscher T. Heyerdahl auf ursprüngliche Weise an seinen Standort gebracht wurde. Die anderen Moais haben Muster auf dem Rücken.
Dann ist auch schon die Tagestour vorbei.
Bei der Rückkehr in unser Zimmer fanden wir dann auch wirklich unseren zweiten Koffer vor!
Die nächsten Tage verbringen wir mit dem Besuch des Museums, Ansichtskarten schreiben, Picknick am Strand und dann abends die Vorführung der Tanzgruppe. Sehr zu empfehlen, es läßt sich erahnen, wie schön das Leben auf der Insel vor Jahren hier war. Das Essen „aus der Erde" ist der uralten Tradition nachgestellt, es wird Gemüse und Fisch in Bananenblättern eingegraben und gegrillt, es wird nach der Tanzzeremonie ausgegraben und serviert.
Der Besuch in einer Markthalle der Insel ist auch ein Muß, es gibt viele Souvenirs, sogar Korallen kann man kaufen,
aber was sagt der Zoll dazu? Da ich mir die Korallen sehr genau betrachte ist die Anbieterin sogar bereit, diese gegen die Bluse meiner Frau zu tauschen! So kann man auch an die neueste Mode kommen. Insgesamt sind die Bewohner freundlich, sehr hilfsbereit und offen. Man wird unterstützt, bei der Suche nach dem Museum. Im Supermarket gibt es Beratung beim Weinkauf usw.
Der letzte Halb-Tagesausflug bringt uns an eine andere Stelle, wo aus dem roten Vulkangestein die Kopfbedeckung der Moais gemeißelt wurde. Wir besuchen eine Höhle, wo sich die Bewohner vor den Sklavenhändlern versteckten. Und den einzigen Ahu, wo die Moais aufs Meer schauen, es sind sieben Stück, da von hier sieben Männer losgesegelt sind, um zu sehen, ob man doch nicht allein auf der Welt ist?
Die Bezahlung der Tour ist mit der Übergabe des Reisechecks dann auch geregelt.
Es erfolgt die Abreise. Die Gepäckkontrolle ist sehr genau. Das Vorlegen des e-Tickets veranlaßt die freundliche Frau der LAN-Airlines zum Ausstellen der Bordtickets bis nach Düsseldorf! Wenn das kein Leistung ist! Es dauert ja auch nur 20 Minuten, für die hiesigen Verhältnisse nichts besonderes.
Von der Osterinsel zum Flughafen SCL geht es auch zügig.
Zurück geht es immer schneller, so dauert der Flug von SCL nach Madrid diesmal „nur" 12 Stunden. Wieder getrennte Sitzplätze. Diesmal waren die Turbulenzen sehr häufig, erst 30 min. nach dem Start durfte man sich abschnallen. Dann verschob sich dreimal wegen der Turbulenzen die Verteilung der Mahlzeit, es kommt wohl nicht so oft vor? Das Personal sah diesmal nicht gefaßt aus.
Aber der Abflug von Madrid erfolgt wieder verspätet, warum? In Düsseldorf dann angekommen, verzögert sich die Kofferausgabe auch noch mal ins unerträgliche, demnächst wird nicht wohl mehr bei der Landung applaudiert, sondern wenn die Koffer endlich auf dem Band liegen. Der Flughafen Düsseldorf ist der einzige mit Anzeige der Uhrzeit, wenn diese Uhr auch ca. 30 min nachgeht.
Wir hatten 90 min Übergang zur DB eingeplant, es hat nicht gereicht; als wir auf der Treppe zum Bahnsteig waren, fuhr der ICE mit der Platzreservierung ohne uns ab.
So waren wir dann ganze 2 Stunden später zu Hause, als eingeplant.
Insgesamt wurden meine Erwartungen übertroffen, es hat sich wirklich gelohnt, diese Insel zu besuchen.
Ich danke hiermit allen, welche an den Vorbereitungen beteiligt waren.
Madagaskar Reisen
Tolle empfehlenswerte Reise
Reise: Osterinsel & Südsee -
Madagaskar ist ein wunderschönes Land, das durch seine landschaftliche Vielfältigkeit besticht. Egal, ob man sich im Hochland, in der Savanne, im Regenwald oder am Strand, im Norden, Süden, Osten oder Westen des Landes befindet - es ist immer wieder faszinierend. Jeder Landstrich hat seinen Reiz. Die Unterkünfte waren klasse gewählt. Unsere Reiseleiterinnen, beide hießen Seheno, waren klasse, wobei es mich etwas störte, dass während der Reise ein Wechsel der Reiseleitung stattfand. Beide zeichnen sich durch ein umfangreiches Wissen aus: Egal, ob es sich um Tiere oder Pflanzen oder um das Leben im Allgemeinen in Madagaskar handelt. Es wurde sich auch kritisch zu bestimmten Themen geäußert. Zu der Reisezeit (19.09. - 09.10.08) waren leider so gut wie keine Orchideen zu sehen.
Es waren enorm viele verschiedene Arten der Lemuren, Chamäleons und Geckos anzutreffen. Es war teilweise schon unheimlich, wie die örtlichen Guides die Tiere (auch wenn sie noch so klein sind) sehen. Da gehört schon mehr als ein geschultes Auge dazu! Ich war von den Tieren, von der Landschaft und der Gastfreundlichkeit, Fröhlichkeit und Freundlichkeit der Bevölkerung begeistert. Auch das Essen war kein Problem. Es war sehr schmackhaft und die Portionen reichlich.
Jegliche Organisation, jeder Ablauf vor Ort hat einwandfrei geklappt - bis auf die Zugfahrt, die ausgefallen ist. Das lag aber nur daran, dass eine der beiden Lokomotiven kaputt ist. Reparatur unwahrscheinlich :-)).
Für mich war diese Reise eine schöne Erfahrung und ich bin froh, dass ich sie habe machen können. Ich kann Madagaskar jedem nur empfehlen.
Gleichzeitig möchte ich mich ganz herzlich für die gute Betreuung während der Reisevorbereitungen bedanken.
Jegliche Organisation, jeder Ablauf vor Ort hat einwandfrei geklappt - bis auf die Zugfahrt, die ausgefallen ist. Das lag aber nur daran, dass eine der beiden Lokomotiven kaputt ist. Reparatur unwahrscheinlich :-)).
Für mich war diese Reise eine schöne Erfahrung und ich bin froh, dass ich sie habe machen können. Ich kann Madagaskar jedem nur empfehlen.
Gleichzeitig möchte ich mich ganz herzlich für die gute Betreuung während der Reisevorbereitungen bedanken.
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