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Laos

Land des Lächelns

Lachende Kinder winken vom Ufer. Der Fluss windet sich malerisch zwischen Felskegeln und saftigem Grün. Voller Freude denke ich an die Dschungel-Wanderungen und die Begegnung mit den Khmu zurück...

Begegnungen in Augenhöhe erleben!

  • Wanderungen im Nam-Ha-Ecotourism-Projekt

  • Zu Gast in der Dorfgemeinschaft der Khmu

  • Schmackhaftes im Straßenkinderprojekt Makphet

  • Per Rad & zu Fuß durchs Karstgebirge

  • Flussfahrten in idyllischer Landschaft genießen

  • Traditionelle Baci-Zeremonie erleben: Reisen mit dem Segen der Götter

HotelGasthaus, Pension, Landhaus, FundukÜberlandbusKulturhöhepunkteNaturlandschaftenMehrtägige Wanderungen "am Stück" (leicht)Bootsfahrt, ExpeditionskreuzfahrtInkl. intern. FlugHomestayTages-Fahrradtour (leicht)Yoga, Meditation, EntspannungBegegnung, Projektbesuch
Reise im Überblick

Laos Reisen - Verlauf der Rundreise

Sabai Dee in Laos! Willkommen in einem der ursprünglichsten Länder Südostasiens, in dem die Zeit noch ein wenig langsamer zu laufen scheint. In kleinen, abgelegenen Bergdörfern begrüßen uns fröhliche Bewohner und spielende Kinder. Neugierig stellen wir Fragen und lernen den Alltag kennen. Der Einladung zu einem Essen im bescheidenen Heim folgen wir gerne und lauschen gespannt den Geschichten der Dorfbewohner. Auch aktiv werden wir auf dieser Laos-Reise. Wir erkunden die Umgebung bekannter Städte wie Vang Vieng und Luang Namtha. Nach einer Radtour erfrischt uns ein Wasserfall. Türkises Wasser plätschert vor sich hin, und wir genießen ein leckeres Picknick vor dieser besonderen Kulisse. Noch einige andere unvergessliche Erlebnisse erwarten uns auf dieser Reise. Seien Sie ein Teil davon! Sollten Sie immer noch nicht genug haben vom Abenteuer Südostasien, verlängern Sie Ihre Reise doch in Kambodscha, dem Land der Khmer und Heimat der mächtigen Tempelanlage von Angkor.


1. - 2. Reisetag: Ankunft in der laotischen Hauptstadt Vientiane


Gegen Mittag startet der Flug von Frankfurt nach Vientiane. Gemächlich empfängt uns die laotische Hauptstadt am Mekong am nächsten Tag. Wir gehen auf Besichtigungstour durch diese Stadt, die befreit von jeglicher Hektik zu sein scheint. Von Schönheit und Glanz geblendet, stehen wir vor der goldene Pha-That-Luang-Stupa, dem wichtigsten Bauwerk Laos'. Wir besteigen den gewaltigen Triumphbogen und werden belohnt mit einem guten Rundumblick über die Stadt zu unseren Füßen. Buddhismus hautnah! Wir besuchen einige Tempel und Klöster, in denen der hiesige Glauben auch für uns erlebbar wird. Auch der meistbesuchte Tempel der Stadt darf nicht fehlen, die Anlage Wat Si Muang, Sitz des Schutzgeistes von Vientiane. Durchatmen und die ersten Eindrücke Revue passieren lassen, können wir am Abend bei einem netten Abendessen mit Blick auf den Mekong. Übernachtung in Vientiane. (-/-/1xA)

3. Reisetag: Vientiane – gewaltige Buddhas & Alltagsleben


Es wird skurril. Zahlreiche buddhistische, hinduistische und folkoristische Skulpturen eines laotischen Künstlers stehen im Buddha-Park Xieng Khouan, teils meterhoch. Sie haben Appetit? Dann nichts wie auf in das Makphet-Restaurant, wo wir lecker bekocht werden und dabei noch einen guten Zweck unterstützen. Straßenkindern wird hier eine Zukunft im Gastronomiebereich ermöglicht. Die Organisation Friends International wird von Köchen aus der ganzen Welt unterstützt, die den Speiseplan verfeinern und bei der Ausbildung der Jugendlichen helfen. Eine gute Sache ist auch unser nächster Stopp. Wir besuchen die Organisation COPE, die Opfer von Landminen unterstützt, sich ein neues Leben aufzubauen. Das Gespräch mit einem Mitarbeiter im COPE Informationszentrum gibt uns einen Eindruck des Alltags der Menschen. Nutzen Sie den Rest des Tages im gemütlichen Vientiene zur freien Verfügung. Übernachtung in Vientiane. (1xF/1xM/-)

4. Reisetag: Erlebnisreich nach Vang Vieng


Malerisch wird unsere Fahrt von Vientiane nach Vang Vieng über den Nam-Song-Fluss. Spitze Kalksteinklippen ragen hoch auf und bieten einen starken Kontrast zu den Reisfeldern, die die idyllische Landschaft einnehmen. Ein wunderbarer Anblick. Das Westufer des Flusses ist bekannt für seine vielen Höhlen und Grotten. Haben Sie schon einmal gesehen, wie Salz gewonnen wird? Bei einem Stopp in Ban Kheune haben Sie die Möglichkeit die ganz traditionelle und einfache Weise der Salzgewinnung der Laoten kennenzulernen. Elektrisierend wird es auf dem Stausee Nam Gum. Laos gilt aufgrund seiner verschiedenen Wasserkraftwerke als die "Batterie" Südostasiens. Aus der Wasserkraft des aufgestauten Nam Gum gewinnt Laos selbst seine Elektrizität. Wir unternehmen hier eine kleine Bootsfahrt. Abwechslungsreich geht es weiter. Wir besuchen den Fischmarkt von Huay Mor und die Chang-Höhle bevor es weiter nach Vang Vieng geht. Nach unserer Ankunft bleibt Ihnen Zeit für eigene Erkundungen. Bummeln Sie durch die farbenfrohen Läden oder besuchen Sie den Markt. Sie möchten lieber entspannen? Gönnen Sie sich auf der Veranda von einem der zahlreichen kleinen Restaurants einen Sunsetdrink – mit Blick auf die malerische Landschaftsszenerie. Übernachtung in Vang Vieng. (1xF/-/-)

5. Reisetag: Aktiv ins Umland von Vang Vieng


Sie haben Lust selbst aktiv zu werden? Dann auf in den Sattel und in die Pedale getreten! Wir haben heute ausreichend Zeit die landschaftlichen Höhepunkte der Region um Vang Vieng kennenzulernen. Mit den Mountainbikes geht es los zu einigen der ungewöhnlichen Höhlen in der Umgebung. Zum Teil muss man hier etwas kraxeln, um zu den versteckt liegenden Höhleneingängen zu gelangen. Vorsicht, es kann auch mal glitschig sein – Trekkingsandalen nicht vergessen! Durch das enge Tal von Houay San geht es zum "roten Cliff", Pha Deng, und weiter nach Phonxay. Zwischendurch stärken wir uns bei einem Picknick. (Gesamtdauer des Fahrradausfluges ca. 6 Std. plus Wanderungen ca. 40 Min.). Übernachtung in Vang Vieng. (1xF/1xM/-)

6. Reisetag: Gestärkt durch "Mr. Tea" nach Luang Prabang


Eine lange Fahrt erwartet uns, doch die Strecke zählt zu einer der schönsten des Landes. Also lehnen Sie sich zurück und erfreuen sich an den vorbeiziehenden Bergmassiven, dichten Wäldern und malerischen Tälern. Zum Start in den Tag erleben wir direkt die nahe gelegene Organic Farm, die auf Initiative von "Mr. Tea" gegründet wurde. Mhh... Kosten Sie von dem hier angebauten Maulbeerblättertee. Der Tag hat noch mehr zu bieten. So erhalten wir einen Eindruck von dem ursprünglichen Leben Laos', in Dörfern lokaler Minderheiten, die wir auf dem Weg besuchen. Je nach Ankunftszeit in Luang Prabang können Sie sich bei einem ersten Bummel auf eigene Faust ein wenig die Beine vertreten und einen Eindruck vom französischen Flair des Städtchens am Mekong gewinnen. Übernachtung in Luang Prabang. (1xF/-/-)

7. Reisetag: Durch die Berge zur Eco-Lodge


Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf. Eine längere Fahrt führt durch die bergige Region nach Luang Namtha. Eine traditionell gebaute Eco-Lodge am Ufer des Flusses Nam Tha beschert uns am Abend dann gesegnete Träume von den bisherigen Erlebnissen. Übernachtung in Luang Namtha. (1xF/-/-)

8. Reisetag: Durch malerische Landschaft ins Projektdorf


Kaum zu glauben aber wahr. Luang Namtha, die Kleinstadt inmitten sanfter Hügel, ist die Hauptstadt der Provinz und in ihrer Rolle als „Lagerhaus“ für den Handel zwischen China, Thailand und Laos wächst Sie rasant. Bekannt ist diese Region vor allem durch das "Luang-Namtha-Ecotourism-Projekt". Ein gutes Projekt für Mensch und Natur. 25 Dörfer der verschiedenen Bergvölker stellen in einem nationalen Schutzgebiet die Regeln für einen „sanften Tourismus“ auf und tragen so zu der nachhaltigen Entwicklung in Ihrer Heimat bei. Eine ganztägige Wanderung (ca. 6 Stunden) führt uns vorbei an Reisfeldern und einigen Dörfern in die angrenzenden Waldgebiete bis nach Ban Nalan, einem Khmu-Dorf. Unsere Gastgeber erwarten uns bereits und zeigen uns unsere Schlafplätze. Einfache Übernachtung im Gemeinschaftshaus in einem Dorf der Khmu. (1xF/1xM/1xA)

9. Reisetag: Abschied aus dem Khmu-Dorf


Es heißt Abschied nehmen. Lächelnd winken uns unsere Gastgeber zu, wenn wir uns aufmachen. Mit geschnürten Schuhen geht es los. Unsere Wanderung führt zum Teil am Nam-Tha-Fluss entlang und durch dichte Wälder zu einem Dorf der Lenten (6-7 Stunden, zum Teil bergauf). Von einem Kamm aus ergeben sich spektakuläre Ausblicke. Im Anschluss kehren wir nach Luang Namtha zurück und den Rest des Tages können wir in unserer Unterkunft entspannen. Übernachtung in Luang Namtha. (1xF/1xM/-)

10. Reisetag: Fischer & Höhlen in Nong Khiaw


Am sehr frühen Morgen fahren wir zurück Richtung Südosten. Unser Ziel: Das kleine, friedvolle Dorf Nong Khiaw. Eine faszinierender Karstlandschaft und der gemächliche Nam Ou-Fluss empfangen uns. Nicht erschrecken! Gesäumt von breiten Sandufern lädt er sogar Wasserbüffel zum Bad ein. Wenn die Zeit es erlaubt, steigen wir in ein Boot um und fahren auf dem Nam Ou bis zum Fischerdorf Muang Ngoi Neua, welches nur vom Fluss aus zu erreichen ist. Wir schlendern durch den ruhigen Ort und unternehmen eine kleine Wanderung zu der Tham-Kang-Höhle. Während des 2. Indochinakrieges bot sie den Bewohnern Schutz vor den Bomben der Gegner. Allein der Weg lohnt sich. Vorbei an pittoresken Reisfeldern und einem kleinen Bach kommen wir so dem wahren, ländlichen Laos nahe. Übernachtung in Nong Khiaw. (1xF/-/-)

11. Reisetag: Nong Khiaw – Wanderung zu entlegenen Dörfern


Wir schnüren die Wanderschuhe und auf geht es! Langsam schunkelt das Flussboot hinein in die Dschungelwelt. Freundliche Bewohner in kleinen Dörfern begrüßen uns und gewähren uns Einblicke in Ihren Alltag. Die fantastische Lage inmitten der Natur lässt uns innehalten und die Ruhe der Umgebung spüren. Steil ansteigende Kalksteinfelswände und blühende Farne säumen unseren weiteren Weg. Wir folgen dem steilen Handelspfad und werden in dem Bergdorf Lao Sung von weidendem Vieh und neugierigen Kindern begrüßt. Knurrt Ihnen der Magen schon? Zum Mittagessen werden wir in ein einfaches Heim eingeladen und das haben wir uns auch redlich verdient! Wir lauschen den Geschichten der Bewohner. Sie haben Fragen? Unsere Gastgeber beantworten sie sicher gern. Beim Abstieg, entlang eines kleinen Baches, werden wir von Dorfbewohnern auf Ihrem Heimweg vom Markt begleitet. Nach 6-8 Stunden erreichen wir mit dem kleinen Boot unseren Ausgangspunkt. Die heutige Nacht verbringen wir in Nong Kihaw und werden sicherlich sehr gut schlafen. (1xF/1xM/-)

12. Reisetag: Mystische Höhlen am Fluss


Fröhliches Lachen dringt an unsere Ohren, wenn wir mit dem Boot über den Nam Ou fahren. Vor der hübschen Berglandschaft baden Kinder im Fluss und spielen miteinander. Das dörfliche Treiben an den Ufern begleitet unseren Weg bis zu den Pak-Ou-Höhlen an der Mündung des Flusses Nam Ou. Tausende kleiner Buddha-Figuren beherbergen die beiden Höhlen in den steil aufragenden Kalksteinfelsen und es werden immer mehr. Ein wahrhaft magischer Ort. Vielleicht begegnen Sie auch dem Flussgeist, der den Legenden nach hier zu Hause ist. Auf vier Rädern geht es nun weiter in Richtung Luang Prabang. Unterwegs statten wir noch einem Töpferdorf einen Besuch ab. Am Abend können wir uns auf eine traditionelle Show freuen. Wir lernen mehr über die traditionellen Geschichten, Mythen und Legenden Laos'. Begleitet werden die Geschichten von einer traditionellen Bambusmundorgel, der Khene. Übernachtung in Luang Prabang. (1xF/-/-)

13. Reisetag: Luang Prabang – Stadt der Tempel


Zum zweiten Mal sind wir in der UNESCO-Weltkulturerbestadt zu Besuch. Dieses Mal haben wir mehr Zeit mitgebracht. Dennoch lohnt es sich früh aufzustehen. Beobachten Sie im Morgengrauen die langen Schlangen der orangefarbenen Mönche, die morgens in ihren orangen Roben ihre Pagoden verlassen, um von den Bewohnern Luang Prabangs Essgaben übergeben zu bekommen. Ein besonderes Erlebnis. Den anschließenden Besuch des Morgenmarktes sollten Sie sich auch nicht entgehen lassen. Auf Elektro-Fahrrädern trudeln wir durch die ruhigen Straßen des Städtchens. Saugen Sie das besondere Flair in sich auf - die gemütlich wirkenden Kolonialbauten und Cafés, die farbenfrohen Märkte. Immer wieder begegnen uns Mönche in ihren safrangelben Roben auf unserer Tour durch die Stadt und die schönsten Tempelanlagen. Ganz typisch mit Tuk Tuks lassen wir uns nachmittags in eine Seidenweberei fahren und besuchen das kleine Ethnologie-Center. Ausklingen lassen wir den Tag auf der Spitze des Mount Phousi. Mystisch erscheint die Tempelanlage hier oben im Farbenspiel des Sonnenuntergangs und die Stadt und der breite Mekong erstrahlen stimmungsvoll in leuchtendem Orange. Sie haben bedenken, was Sie in Laos noch alles erwarten könnte? Keine Sorge, bei einer traditionellen Baci-Zeremonie im Haus einer laotischen Familie erhalten wir den Segen der Götter für unsere weitere Reise. Übernachtung in Luang Prabang. (1xF/-/-)

14. Reisetag: Luang Prabang / Fahrradausflug und Wasserfall


Zum Abschluss unserer Laos Reise, schwingen wir uns noch einmal auf's Fahrrad. Doch angekommen am Tad Sae Wasserfall können wir uns bei einem Picknick und im türkisen Wasser erfrischen (je nach Wasserstand). Unser Rückweg ist gespickt von weiteren kleinen Stopps. Wir besuchen ein Weberdorf der Tai-Lue-Minderheit und fahren zum Grabmal des französischen Forschers und „Entdeckers“ von Angkor, Henri Mouhot. Idyllisch gelegen in einem Wald und geschmückt mit hübschen Wandgemälden steht das Kloster Wat Phonphao auf dem Programm. Am Abend wird es königlich! Freuen Sie sich auf die Überraschung, die Sie zurück in Luang Prabang erwartet. Übernachtung in Luang Prabang. (1xF/1xM/-)

15. Reisetag: Abschied vom ursprünglichen Laos


Der Tag steht noch zur freien Verfügung. Nutzen Sie ihn für letzte Erkundungen in der Stadt der Tempel. Dann heißt es Abschied nehmen von diesem faszinierenden Land und den anderen Teilnehmern, welche die Verlängerung der Reise in Kambodscha gebucht haben. Voraussichtlich am Nachmittag werden Sie für Ihren Flug nach Frankfurt zum Flughafen gebracht. (1xF/-/-)

16. Reisetag: Ankunft in Frankfurt


Ankunft voraussichtlich am Morgen in Frankfurt und individuelle Heimreise. (-/-/-)

OPTION / VERLÄNGERUNG ANGKOR – KAMBODSCHA:


Im Anschluss können Sie eine optionale Verlängerungstour ins Grabungsgebiet von Angkor buchen. Die fünftägige Tour bietet ausführlich Zeit für die Erkundung der größten sakralen Anlage der Welt sowie für einen Bootsausflug auf den Tonle Sap. (-/-/-)

15. Reisetag: Luang Prabang – Siem Reap: Angkor Thom entdecken!


Voraussichtlich am Morgen startet der Flug nach Siem Reap in Kambodscha. Nach der Ankunft erfolgt der Transfer zum Hotel. Im Anschluss pustet Ihnen der Wind durch die Haare. Eine rasante Fahrt mit dem Tuk Tuk bringt Sie in die Königsstadt Angkor Thom. Freundlich und mit strahlendem Lächeln empfangen uns die Steine am Tempelberg Bayon. Erkunden Sie die verwinkelten, engen Gänge, die steilen Treppen und die bekannte Elefantenterrasse. Es wird ruhiger, wenn sich der Tag dem Ende neigt, inmitten von Reisfeldern und Zuckerpalmen. Fangen Sie diese Stimmung ein, beim Sonnenuntergang vom Pyramidentempel Pre Rup. Übernachtung in Siem Reap. (1xF/-/-)

16. Reisetag: Rolous-Gruppe & berühmtes Angkor Wat


Ein spannendes Besichtigungsprogramm erwartet Sie: Die sogenannte Roluos-Gruppe, deren Monumente noch aus der Vor-Angkor-Periode stammen, ist unser erstes Ziel. Die alte Stadt der Könige liegt inmitten von Reisfeldern ca. 15 km außerhalb von Siem Reap. Der Tempel Bakong war einst Staatstempel und größter Tempel der Stadt. In einer der Pagoden werden Sie von einem buddhistischen Mönch gesegnet – ein ganz besonderes Erlebnis! Am Nachmittag besuchen Sie die berühmte Tempelanlage von Angkor Wat mit dem Sandsteintempel, der zu Ehren des Gottes Vishnu errichtet wurde. Er enthält das längste zusammenhängende Flachrelief der Welt, das Einblick in die hinduistische Mythologie gewährt. Die Anlage aus dem frühen 12. Jahrhundert soll die Gipfel des Berges Mount Meru, die Heimat der Götter, darstellen. Wir haben Zeit bis zum Sonnenuntergang die beeindruckende Architektur und wunderbare Stimmung zu erkunden. Übernachtung in Siem Reap. (1xF/-/-)

17. Reisetag: Banteay Srei, Kochschule & Dschungeltempel Ta Prohm


Am Morgen geht es zu dem etwas abgelegeneren Tempel Banteay Srei. Der volkstümliche Name bedeutet „Zitadelle der Frauen“. Das Dekor des Shiva geweihten Tempels ist außergewöhnlich virtuos gestaltet: Prächtig gekleidete himmlische Tänzerinnen und Göttinnen, die Apsaras und Devatas, führen ein vollendetes Ballett für uns auf – gemeißelt in Stein und festgehalten für die Ewigkeit. Um Banteay Srei ist die Gegend noch sehr ländlich geprägt. Zum Mittagessen kehren Sie ein in die Sala-Bai-Hotel- und Restaurantfachschule, ein Bildungsprojekt, das einheimischen Kindern aus armen Familien den Weg in eine bessere Zukunft ebnet. Erfahren Sie mehr! Die Absolventen werden Ihnen gerne ihr Können präsentieren und ein schmackhaftes Mittagessen servieren. Nachmittags machen wir uns auf den Weg zum "kleinen Rundkurs": Der königliche Badepool Sras Srang und das massive, buddhistische Tempelkloster Banteay Klei sowie der Tempelberg Ta Keo, aus Sandstein gebaut, erwarten Sie. Natürlich darf der Tempel Ta Prohm nicht fehlen! Der Urwald hat sich hier sein Terrain zurückerobert und hält den Tempel fest im Griff. Die Kraft der Natur macht eine der Hauptattraktionen von Angkor so zu einem mystischen Ort. Übernachtung in Siem Reap. (1xF/-/-)

18. Reisetag: Von der Werkstatt zum Tonle Sap


Freuen Sie sich auf einen weiteren Tag in dieser bezaubernden Region. Nach dem Frühstück besuchen Sie die kleine Werkstatt der "Senteurs d'Angkor": Duftende Seifen, kräftige Gewürze und Kerzen werden hier von Jugendlichen in dem Projekt produziert. Eine schöne Gelegenheit, den engagierten Produzenten bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Vielleicht finden Sie ja ein kleines Souvenir. Anschließend geht es auf's Wasser. Bei einem Bootsausflug auf dem Tonle Sap bringt Sie unter anderem nach Kampong Phluck, ein schwimmendes Dorf, das auf bis zu 10 m hohen Stelzen errichtet ist. Seekrankheit und Höhenangst sind hier wohl ein schlechter Begleiter. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Übernachtung in Siem Reap. (1xF/-/-)

19.-20. Reisetag: Heimkehr


Vormittags bleibt Zeit für individuelle Unternehmungen. Später erfolgt der Transfer zum Flughafen. Rückflug ab Siem Reap nach Frankfurt. Ankunft am Morgen des folgenden Tages in Frankfurt. (1xF/-/-)

Junge Mönche bei der Lektüre alter Schriften in Laos

Ihr Reiseexperte:

Sie erreichen Ihre/n Ansprechpartner/in für diese Reise unter folgender Rufnummer:

Josephine Huth
Telefon:
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Termine und Preise

vonbisPlätzePreis% Preisbuchen
21.10.1705.11.17Es sind noch Plätze frei!
€ 2.950,-
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04.11.1719.11.17Es sind noch Plätze frei!
€ 2.950,-
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23.12.1707.01.18Es sind noch Plätze frei!
€ 3.750,-
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03.02.1818.02.18Es sind noch Plätze frei!
€ 2.950,-
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03.03.1818.03.18Es sind noch Plätze frei!
€ 2.950,-
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Zusatzbuchungen

LeistungPreis
Einzelzimmer-Zuschlag
450,-
Rail & Fly-Zugticket
75,-
Verlängerung Kambodscha
470,-
Verlängerung Kambodscha EZ-Zuschlag
120,-
Andere Flugdaten ab
Gerne buchen wir für Sie einen früheren Hinflug oder späteren Rückflug ein (vorbehaltlich der Verfügbarkeit seitens der Fluggesellschaft).
75,-

Leistungen

  • Internationale Flüge Frankfurt - Vientiane & Luang Prabang - Frankfurt
  • Übernachtungen: 10 x in guten, landestypischen Mittelklassehotels / DZ, 2 x im einfachen Gasthaus / DZ und 1 x im Mehrbettzimmer im Gemeinschaftshaus
  • Verpflegung: 13 x Frühstück (F), 6 x Mittagessen oder Picknick-Lunch (M), 2 x Abendessen (A)
  • Rundreise mit Bus, Boot und Fahrrad
  • Ausflüge, Besichtigungen inklusive Eintrittsgeldern und Transfers wie im ausführlichen Reiseverlauf beschrieben
  • Deutschsprechende, örtliche Reiseleitung
  • LEISTUNGEN DER VERLÄNGERUNG KAMBODSCHA (5 Tage / 4 Nächte): Economy-Flug Luang Prabang – Siem Reap, 4 x Übernachtung in landestypischen Mittelklassehotels im Doppelzimmer inkl. Frühstück, Transfers und Besichtigungen inkl. Eintrittsgeldern mit englischsprechendem, örtlichen Guide (Mindestteilnehmerzahl: 2 Personen)

Nicht enthaltene Leistungen

  • Visagebühren Laos (z.Zt. USD 30,- / bei Einreise) & Kambodscha (z.Zt. USD 30,- bei Einreise). Änderungen seitens der Behörden vorbehalten.
  • Reiseversicherungen

TeilnehmerInnen

  • Min. Teilnehmerzahl: 6
  • Max. Teilnehmerzahl: 8

Hinweise

  • INDIVIDUALREISE: Ab zwei Personen reisen Sie privat zu Ihrem Wunschtermin und werden von örtlichen, englischsprechenden Reiseleitern begleitet. Preis im Doppelzimmer ab € 3.850,- pro Person.
  • WANDERUNGEN bei Luang Namtha: Bitte beachten Sie, dass die Wanderung in der Region von Luang Namtha vom Schwierigkeitsgrad einfach bis mittel einzustufen sind. Steigungen, rutschiger Untergrund (je nach Jahreszeit, Wetter z.B. durch feuchten Morgennebel) oder/und hohe Luftfeuchtigkeit können diese Wanderung recht anstrengend werden lassen. Falls Sie an der Wanderung nicht teilnehmen möchten, können wir gern ein Alternativprogramm für Sie erstellen.
  • WANDERUNGEN ab Nong Khiaw: Die Gesamtstrecke beträgt 17 km und ist als mittelschwer bis schwer einzustufen. Alternativ können Sie den Tag ganz nach Ihrem Belieben gestalten! Genießen Sie die wunderschöne Umgebung Nong Khiaws bei einem Spaziergang oder vielleicht möchten Sie lieber noch einmal aktiver werden und vor Ort eine Kayak-Tour buchen?
  • ÜBERNACHTUNG in der Eco-Lodge: Bitte beachten Sie, dass die Übernachtung in Luang Namtha in der Regel an Tag 9 und an Tag 11 stattfindet, jedoch zum Teil, je nach Reisedatum, auch nur an einem der beiden Reisetage. Da die Unterkunft sehr klein ist, gilt die Bestätigung des Einzelzimmers hier auf Vorbehalt. Gern fragen wir dies an und informieren Sie bei Buchung entsprechend.
  • FAHRRADTOUREN: Die ca. 26 km lange Mountainbike-Tour in Vang Vieng ist vom Schwierigkeitsgrad her im mittleren Bereich einzustufen. Es sind meist flache Strecken auf Schotterwegen und unebenen Gelände. Gern organisieren wir ein Alternativprogramm. wenn Sie wünschen.
  • Änderungen des Tourverlaufs aufgrund aktueller politischer, klimatischer oder organisatorischer Gegebenheiten bleiben vorbehalten.

Einreise und Gesundheit

  • Einreise: Für die Einreise benötigen Reisende mit deutscher Staatsangehörigkeit den Reisepass und ein Visum. Der Reisepass muss noch 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein. Informationen zur Visabeantragung und zum Procedere senden wir Ihnen mit der Buchungsbestätigung zu. Reisende anderer Staatsangehörigkeiten bitten wir, sich bei den jeweils zuständigen Behörden zu erkundigen.
  • Impfungen: Es sind keine Impfungen vorgeschrieben (Gelbfieberimpfung nur erforderlich, sofern man aus einem Infektionsgebiet einreist). Empfohlen werden die Standardimpfungen (Polio, Tetanus, Diphtherie), Hepatitis A und eine Malaria-Prophylaxe. Wir empfehlen einige Wochen vor Abreise aktuelle Informationen bei den Tropeninstituten einzuholen.

Atmosfair Beitrag

  • Für den Hin- und Rückflug für eine Person entstehen klimarelevante Emissionen in Höhe von etwa 4.441 kg.
    Durch einen freiwilligen Beitrag in Höhe von € 103,- an ein Klimaschutzprojekt können Sie zur Entlastung unseres Klimas beitragen.
    Mehr dazu finden Sie unter www.atmosfair.de

Allg. Zahlungsmodalitäten & Hinweise

  • Die Anzahlung für diese Laos-Reise beträgt 20% des Reisepreises
  • Restzahlung: 21 Tage vor Reisebeginn
  • Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl ist ein Rücktritt vom Reisevertrag seitens des Veranstalters bis spätestens 21 Tage vor Reisebeginn möglich.

Generelle Hinweise

  • Veranstalter: a&e erlebnis:reisen GmbH.
  • Stand: 25.08.2016 (KS)
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Lupe Meine Momente in LaosMeine Momente in Laos

Reisegeschichten

Meine Momente in Laos

"Sicherlich waren die tiefe Begehung der absolut dunklen Höhle, die Erlebnisse der lokalen Küche fernab jeglicher Scheu vor dem Unbekannten und die Atmosphäre der schönen Lodges unvergesslich."

Anonym, Laos
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Meine Momente in Laos

Meine Momente in Laos

Die Vielzahl der schönen Momente sind nicht in Form einer Renn-Liste zu nennen. Sicherlich waren die tiefe Begehung der absolut dunklen Höhle, die Erlebnisse der lokalen Küche fernab jeglicher Scheu vor dem Unbekannten und die Atmosphäre der schönen Lodges unvergesslich. In erster Linie wurden die Erlebnisse aber von unserem Reiseleiter Vanpengh unterstützt, der uns sein Land in jeglicher Form sehr nahe gebracht hat. Auch das Verlassen der festen Strukturen der Reise und das Abweichen von festen Reisevorgaben zugunsten von echten Erlebnissen in der Natur und der Zusammenkunft mit Mensch und Land haben die Reise zu einem Erlebnis der besonderen und unvergesslichen Art gemacht.

Erleben Sie unvergessliche Momente in Laos: Laos - Land des Lächelns

VerfasserIn des Reiseberichts: Anonym

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Im Land der 1 Million Elefanten - Reise nach Laos

"Die Natur rund um Vang Vieng ist spektakulär, eine Landschaft mit steilen Bergkegeln wie in der vietnamesischen Halong-Bucht."

Robert WERNER, Laos
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Sonntag, 28. März 2010:  Bangkok – Vientiane

 „a&e erlebnis:reisen“, so heißt die Firma, als deren Kunde ich nach Laos reise. Dabei steht A für Abenteuer und E für Exotik, und von beidem soll diese Tour mit dem vielversprechenden Namen „Laos – Land des Lächelns“ möglichst viel bringen. Wieder wird es eine Reise ohne besonderen Luxus und Komfort sein, sondern die Teilnehmer sollen selbst gefordert werden und sich auch mal (körperlich) anstrengen müssen. Ab morgen wird sich erweisen, inwieweit man diesem Anspruch gerecht wird. Dann werde ich auch meine 9 Reisegefährten kennen lernen, die über Hanoi anreisen und gegen Mittag in Vientiane eintreffen sollen.

Für mich ist es die zweite Reise in dieses Land, nachdem ich Ende 2006 schon einmal wenige Tage in Vientiane und Luang Prabang verbracht habe. Damals bin ich von Thailand auf dem Landweg über die „Freundschaftsbrücke“ eingereist, die den Mekong 20 km südlich von Vientiane überquert. Heute aber fliegt mich Thai Airways in einer knappen Stunde von Bangkok in die laotische Hauptstadt. Der Flughafen von Vientiane ist leer, sauber und aufgeräumt. Die Einreiseprozedur einschließlich Kofferausgabe ist rekordverdächtig schnell, denn 20 Minuten nach der Landung sitze ich schon im Taxi und habe in dieser Zeit auch noch Geld gewechselt, 845.000 Kip für 100 Dollar. Der größte laotische Geldschein – 50.000 Kip – ist weniger wert als 5 Euro. Der Flughafen liegt in einem Vorort der Stadt, die Fahrt bis zu meinem Hotel dauert keine 10 Minuten. Das „Beau Rivage“ liegt direkt am Mekong, der zur Zeit einen extrem niedrigen Wasserstand hat. Mehrere hundert Meter sandiges Ufer werden bald überschwemmt sein, wenn in der Regenzeit der jetzt eher kümmerliche Fluss zu einem gewaltigen Strom wird. Das Hotel sieht äußerlich unscheinbar aus, aber das Zimmer ist großzügig, sauber und sorgfältig, ja geradezu liebevoll ausgestattet, das „Beau Rivage“ wirkt sehr angenehm und sympathisch.

Das „Beau Rivage” liegt zwar mitten in der Stadt, aber seine Umgebung sieht eher ländlich aus, und die Uferstraße entlang des Mekong ist ein Sandweg fast ohne Verkehr. Erst nach einigen hundert Metern in Richtung „Stadtmitte“ ist sie geteert, man sieht dann auch einige Autos, und es sieht ein bisschen nach Stadt aus mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Kilometerweit sind am Ufer des Mekong größere Bauarbeiten zu beobachten, und auf einer Info-Tafel ist zu lesen, dass hier 30 Millionen Dollar aus Korea für Küstenschutz, Begradigung des Flusses und die Neugestaltung des Uferbereichs verbaut werden. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Thailand. Ich verlasse die Uferpromenade in Richtung Stadtmitte. Auch hier herrscht am heutigen Sonntag fast kein Verkehr, es gibt viele Boutiquen, Bäckereien, Restaurants und Tante-Emma-Läden, und kein Haus ist höher als 3-4 Stockwerke. Es herrscht eine Atmosphäre wie zur Siesta in südlichen Ländern. Das Stadtzentrum hätte Ähnlichkeit mit einer Kleinstadt in Frankreich – wenn die vielen Tempel nicht wären. Auch auf der „Rue Setthathirat“, einer der Haupteinkaufsstraßen, geht es sehr beschaulich, ruhig und provinziell zu. Die Beschriftung ist überall natürlich laotisch, da wo auch ausländische Zeichen verwandt werden, ist es meist Englisch, aber auf Straßenschildern ebenso wie an öffentlichen Gebäuden, also Ministerien usw. ist neben der laotischen Bezeichnung der Name auch auf französisch angezeigt, also „Rue ...“ oder „Boulevard ...“ oder „Ministère de la Justice“. In einem erstaunlich gut funktionierenden Internetcafe drängen sich ein Dutzend überwiegend junge ausländische Touristen, und in einer prächtigen Tempelanlage gleich gegenüber mühen sich junge Mönche bei Bauarbeiten mit schweren Schubkarren ab.


Montag, 29. März 2010: Vientiane

Um 10:30 Uhr treffen meine Reisegefährten für die nächsten 2 Wochen ein. Unser Führer namens Bounhang – er möchte aber Hang genannt werden – hat sie am Flughafen abgeholt. Wir sind insgesamt 10 Personen. Meine Reisegefährten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 60 Jahre alt. Es ist – wie sich bald herausstellen wird – eine sehr angenehme Gruppe ohne Außenseiter, Besserwisser oder Zuspätkommer, alle sprechen gut Englisch, und natürlich haben alle reichlich Reise- und Asienerfahrung. Reise-Greenhorns kommen nicht nach Laos.

Die Avenue Lane Xang ist die Prachtstraße der Stadt, so etwas wie die Champs Elysées von Vientiane, und an ihrem nördlichen Ende steht der Patouxay, ein gewaltiger Triumphbogen. Hier beginnen wir unsere heutige Besichtigungstour. Der Patouxay, ein architektonisch etwas skurriles Bauwerk, ist weniger als 50 Jahre alt und wird in Stadtplänen auch als „Victory Monument“ bezeichnet, das an die Helden der kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1975 erinnern soll. Im schmuddeligen Innern bieten Souvenirverkäufer ihre Waren an, und von der Spitze des Gebäudes in ca. 50 m Höhe hat man einen schönen Blick über die Stadt. Danach steuern wir den Morgenmarkt (Talat Sao) von Vientiane an, der ebenfalls ein beliebtes Touristenziel ist. Natürlich habe ich ihn auch 2006 schon besucht, aber seither hat er sich ganz wesentlich verändert. Der alte traditionelle, etwas chaotische und manchmal schmutzige Markt existiert nicht mehr, sondern an seiner Stelle steht jetzt ein modernes Gebäude mit Dutzenden Geschäften, Ständen und Lokalen – ein riesiger Fortschritt für diejenigen, die hier einkaufen, aber ein Verlust für fremde Besucher, denn solche Läden wie im neuen Morgenmarkt findet man fast überall auf der Welt.

 Wir besuchen 3 der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer der Stadt. Das Wat Sisaket ist das älteste Gebäude der Stadt, eines der wenigen in ursprünglicher Form erhaltenen Baudenkmäler in Vientiane. In Wandelgängen, die – ähnlich einem Kreuzgang an christlichen Kirchen – das eigentliche Wat umschließen, sind viele tausend (ursprünglich fast 10.000) kleine Buddhafiguren aufgestellt, völlig offen und ungesichert. Wie viele der Figuren mögen schon Beute kleptomanisch veranlagter Touristen geworden sein? Nur wenige Minuten entfernt liegt in einer schönen Gartenanlage Ho Pha Keo, das heute weniger als religiöse Stätte sondern eher als nationales Kunstmuseum gilt mit dem Jadebuddha als wichtigstem Schaustück. Das Wat Simuong ist ein bei den Einheimischen ganz besonders beliebtes Heiligtum. Gemäß einer alten Legende opferte sich hier ein schwangeres Mädchen zum Wohl der Stadt, und seither ist Wat Simuong eine Art Wallfahrtsort für Paare, die sich viele und gesunde Nachkommen wünschen – mit durchschlagendem Erfolg offenbar, denn der Kinderreichtum in diesem Land ist unglaublich: Mehr als 60% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre, aus deutscher Sicht sicherlich ein Traumwert, aber wer soll den vielen jungen Laoten Arbeit und Auskommen geben? Laos ist nicht nur eines der jüngsten, sondern auch eines der ärmsten Länder der Welt.

Abschluss und Höhepunkt dieser ersten Besichtigungsrunde ist das goldglänzende That Luang, das Wahrzeichen der Stadt und des ganzen Landes, erbaut im 16. Jahrhundert von König Setthathirath. Dessen Denkmal am Eingang des gewaltigen Komplexes sieht aber wenig königlich aus, sondern mit seinem Cowboyhut und seinem Schwert (das aussieht wie ein Gewehr) lässig auf den Knien gleicht der König eher John Wayne in einem Western. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut ist die fast 50 m hohe Stupa ein Symbol der Nation. Vor dem That Luang liegt ein riesiger Platz, der bei verschiedenen Anlässen für Paraden, Ausstellungen oder Feste genutzt wird.

Nach diesem ersten Tag kennen wir unseren Führer Hang etwas besser. Er scheint ein netter Kerl zu sein, spricht ganz ordentlich deutsch – das hat er in der DDR gelernt – und man kann ihn gut verstehen. Wie viele Reiseleiter ist er bei seinen Erläuterungen manchmal zu ausführlich und verliert sich in Einzelheiten, die man besser im Reiseführer nachlesen kann.

Die Einwohnerzahl von Vientiane beträgt zwischen 400.000 bis zu 1 Million, je nachdem, ob nur das eigentliche Stadtgebiet oder der größere Hauptstadtbezirk gemeint ist. Die Stadt gilt als verschlafenste der südostasiatischen Metropolen, in der am Abend die Bürgersteige hochgeklappt werden. Wer nach Mitternacht noch ein Bier trinken möchte, müsste sich auf das andere Ufer des Mekong begeben, dort nämlich liegt Thailand. Aber es ist eine sympathische Stadt mit vielen einladenden Lokalen. Wenn man die Speisekarte liest oder die Schaufensterauslagen sieht, glaubt man in Frankreich zu sein, denn überall stößt man auf Begriffe wie Croissant, Crèpe, Baguette, Bistro ..., aber gesprochenes Französisch ist kaum zu hören, obwohl das Land von 1893 bis 1949 französische Kolonie war. Mit einem gemeinsamen Essen mit typisch laotischen Speisen und farbenprächtigen Tänzen einer Folkloregruppe klingt dieser erste Tag aus.


Dienstag, 30. März 2010: Vientiane

Heute gibt es ungeplant einige Stunden an freier Zeit. Eigentlich stand ein Besuch bei der Dong Dok-Universität auf dem Programm, wo wir mit Studenten und Lehrkräften sprechen sollten. Aber Hang teilt uns mit, dass dieser Besuch leider nicht zu Stande kommt. Das überrascht mich ganz und gar nicht, denn ein freies Gespräch ihrer Studenten mit westlichen Besuchern wird den Verantwortlichen wenig geheuer sein, müssen sie doch befürchten, dass dabei auch über Demokratie, Menschenrechte, freie Wahlen usw. diskutiert würde, und das kann nicht im Sinne der allein regierenden Partei sein.

Statt der Universität besuchen wir einen weiteren Markt und fahren dann in Richtung Süden ca. 30 km aus der Stadt hinaus, vorbei an der nach Thailand führenden „Freundschaftsbrücke“ und erreichen schließlich den Buddha-Park Xieng Khouan. Der Begriff „Buddha-Park“ ist eigentlich etwas irreführend, denn was hier zu sehen ist, sind nicht nur Buddhas sondern Dutzende von z.T. skurrilen Figuren aus unterschiedlichen Religionswelten. Der Künstler, der vor ca. 50 Jahren diesen Park anlegte, hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen und neben Buddha in unterschiedlichen Posen auch hinduistische Götter, Tierfiguren und Fabelwesen abgebildet. Größtes Einzelstück ist ein rundes Gebäude, das wie ein Kürbis aussieht und das man betreten und sich dann in schmalen Gängen und Stiegen nach oben vorarbeiten kann, bis man in ca. 10 m Höhe den Gipfel des Kürbis erreicht, ins Freie tritt und einen schönen Überblick über die gesamte Anlage hat.


Mittwoch, 31. März 2010: Vientiane – Vang Vieng

Heute verlassen wir die laotische Hauptstadt und starten unsere Tour, die uns weiter in den Norden des Landes führen soll. Vorher aber gratulieren alle Claudia – unserer Jüngsten – zu ihrem heutigen Geburtstag. In einem Kleinbus mit 20 Sitzen fahren wir auf der N 13 nach Norden, bei mäßigem Verkehr und durch eine zunächst ruhige und flache Landschaft. Unser Fahrer – wie auch alle übrigen in den kommenden Tagen – ist höflich und hilfsbereit, und er fährt vorsichtig und rücksichtsvoll. Unser Tagesziel ist der Ort Vang Vieng, etwa 165 km von Vientiane entfernt. Auf halber Strecke ändert sich die Landschaft, sie wird gebirgig, und unser Auto muss auf der jetzt serpentinenartigen Straße einige Höhen überwinden.

Auf dem Weg nach Vang Vieng wird Halt gemacht, um 2 Höhlen zu besichtigen, die Chang- und die Xang-Höhle, weil es dort Buddhafiguren und interessante Stalaktiten zu sehen gibt. Ich selbst verzichte auf den Besuch dieser kalten Höhlen, weil ich mir – vermutlich durch die überall blasenden Klimaanlagen – eine Halsentzündung eingefangen habe und so heiser bin, dass ich kaum ein Wort sprechen kann.

Vang Vieng ist ein typischer Backpacker-Ort, also ein Ziel für jüngere Rucksacktouristen, die meist unterwegs sind mit wenig Geld und die vor allem Spaß mit Gleichgesinnten suchen, also lautstarkes Feiern, Alkohol und oft genug wohl auch Drogen. Die scheint es hier zu geben, denn Hang erklärt uns, dass in Vang Vieng viele Produkte mit dem Zusatz „happy“ angeboten werden, also z.B. „happy coffee“ oder „happy coke“ oder „happy pizza“, d.h. diese Dinge sind „veredelt“ mit irgendwelchen Substanzen, die eigentlich auch in Laos ganz sicher verboten sind. Es gibt eine große Hauptstraße durch den Ort, und diese ist gesäumt von unzähligen Restaurants, Souvenirläden, Massagestudios, Internetshops und Geldwechselstuben.

Die Natur rund um Vang Vieng ist spektakulär, eine Landschaft mit steilen Bergkegeln wie in der vietnamesischen Halong-Bucht. Das Tal, in dem Vang Vieng mit seinen ca. 12.000 Einwohnern liegt, wird durchflossen vom Fluss Nam Song, und vom Balkon meines Zimmers im „Elephant Crossing Hotel“ habe ich einen Blick, wie er schöner kaum sein könnte: im Vordergrund die gepflegte Gartenanlage des Hotels, dann der Nam Song und direkt dahinter bizarre Kalksteinfelsen. Um zum Hotel zu gelangen, überqueren wir eine große asphaltierte, jetzt etwas verwilderte freie Fläche, die Landebahn eines ehemaligen Flughafens, der in den Indochinakriegen eine wichtige Rolle spielte. Am Abend kehren wir gemeinsam zum Essen in einem Lokal ein und stoßen dabei an auf unser Geburtstagskind Claudia.



Donnerstag, 1. April 2010: Vang Vieng

Kurz nach 09:00 Uhr starten wir zu einer Fahrradtour außerhalb von Vang Vieng. Unsere Damen maulen ein bisschen, weil nicht alle von ihnen Mountainbikes, wie die Männer, zugeteilt bekommen haben. Dazu besteht aber kein Anlass, denn es wird überwiegend auf der Straße gefahren. Trotz Straße und etwas Autoverkehr ist es eine schöne Fahrt, denn sie führt vorbei an einer eindrucksvollen Felsenlandschaft, und das Wetter ist perfekt. Wir machen Halt an einer Schule und stören dort den Unterricht, indem wir durch die offenen Fenster in die Klassen schauen und fotografieren, aber die Lehrer nehmen daran keinen Anstoß. Während der Pause sind wir dann natürlich die Sensation für die Kinder, die nicht nur uns Farang, also die fremden Ausländer, sondern auch unsere Fahrräder neugierig betrachten. Dann geht es weiter, bis nach etwa 2 Stunden Pause am Fluss gemacht wird. Wir müssen den Nam Song auf einer wackligen Holzbrücke überqueren und rasten am Ufer, wo fleißige Hände schon mit der Zubereitung unseres Picknicks beschäftigt sind. Einige nutzen die Zeit zum Baden im Fluss, ich lasse es mir nicht nehmen, den Nam Song noch einmal zu überqueren auf einem in ca. 10 m Höhe mit 2 Seilen befestigten Steg, auf dem man sich ein bisschen wie Indiana Jones vorkommt. Für die Bewohner ist dies aber in der Regenzeit die einzige Möglichkeit den Fluss zu überqueren, die Holzbrücke ist dann überflutet, oder sie existiert gar nicht mehr und muss jedes Jahr neu gebaut werden.

Nach dem Mittagspicknick wechseln wir das Verkehrsmittel, denn jetzt ist Kajakfahren angesagt, je 2 Personen in einem Boot, und mein Kajakpartner wird Berthold sein. Wir lernen Yong kennen, einen bemerkenswerten fröhlichen jungen Kerl, der für den Rest des Tages unser lokaler Führer sein wird. Trotz seiner jugendlichen 22 Jahre hat er keine Scheu, den weit älteren Lang-nasen gegenüber selbstbewusst als Lehrer und Führer aufzutreten. Er gibt uns eine ausführliche Einweisung in die Handhabung des Kajaks und in die Tücken des Nam Song. Jeder bekommt einen Helm und eine Schwimmweste, alles, was unbedingt mit an Bord soll, wird wasserdicht verpackt und befestigt, und dann geht es los. Für Kajakfahren ist diese Jahreszeit nicht besonders günstig, denn der Strom führt wenig Wasser. Dadurch kann es zwar kaum passieren, dass jemand, der ins Wasser fällt, ertrinkt, aber dafür gibt es unzählige schwer erkennbare Felsen und Untiefen dicht unter der Wasseroberfläche, auf die das Boot leicht auflaufen und dann kentern kann. Bald schon findet sich die Besatzung eines unserer 7 Boote im Wasser wieder, und auch Berthold und ich haben bald erste Bodenberührung, so dass einer von uns ausbooten muss, um das festhängende Kajak wieder flott zu machen. Es gibt viele kleinere Stromschnellen, nicht richtig gefährlich, aber man muss doch aufpassen, sonst bekommt man schnell Schlagseite oder dreht sich im Kreis. Wo das Wasser flach und ruhig ist, herrscht nur eine sehr geringe Strömung, so dass man ordentlich arbeiten muss, um das Kajak voranzubringen. Auf diese Weise vergehen 1½ Stunden, die nie langweilig und manchmal auch etwas anstrengend sind.

Dann machen wir Stopp an Land, um eine Höhle zu besuchen. Schon wieder eine Höhle, mag mancher von uns denken, aber dies ist eine Höhle der besonderen Art. Hier sind keine Buddhafiguren oder besonders schöne Stalagmiten oder Stalaktiten zu bewundern, sondern das Erlebnis besteht im Durchwandern der Höhle als solche. Besucht man sie zur Regenzeit, muss man ein Stück schwimmen, um überhaupt in sie hineinzukommen, wir müssen das nicht, sondern haben lediglich einen etwa 1 m tiefen Wassertümpel zu durchwaten. Dann sind wir in der stockdunklen Höhle. Yong verteilt 2 oder 3 kleine Taschenlampen und einige Kerzen, die aber nur punktuell ein bisschen Licht geben, und dann bewegen wir uns zentimeterweise vorwärts. Vorsicht ist angeraten, denn der Boden ist uneben, überall liegen große und kleine Felsbrocken herum oder lauern mehr oder weniger tiefe Löcher im Boden. Unser Führer Yong zeigt uns ein 1-2 m breites und – wie er sagt – 200 m tiefes Loch. In der Höhle haben im Krieg bis zu 1.000 Menschen Zuflucht vor Bomben gesucht, und dieses Loch habe ihnen als Toilette gedient, erklärt er uns. Er will uns erschrecken oder erheitern, auf jeden Fall aber beeindrucken, als er gewagt und freihändig über das tiefe Loch hinüberturnt. Der dann folgende Anstieg ist nichts für Klaustrophobe, denn jetzt geht es durch schmale Durchlässe und Spalten steil nach oben, z.T. so eng, dass Yong uns anweisen muss, welcher Fuß zuerst wohin zu setzen ist, um überhaupt hindurchzukommen – das alles in fast vollständiger Dunkelheit. Einige von uns verzichten auf dieses Stück Abenteuerurlaub und verlassen die Höhle auf dem Weg, auf dem wir in sie hineingekommen sind. Wir anderen schaffen es kletternd und kriechend zurück ans Tageslicht. Dieser Höhlenbesuch war zweifellos ein Höhepunkt.

Wir besteigen wieder unsere Kajaks für weitere 30 Minuten, diesmal in ruhigem und etwas tieferem Wasser. Nach einigen Minuten schallt uns laute Musik entgegen, und dann passieren wir auf mehreren hundert Metern die Partyzone von Vang Vieng. Überall an den Ufern sitzen Gruppen von feiernden Jugendlichen, die sich hier mit Bier, Musik und wer weiß womit sonst noch vergnügen. An vielen großen Bäumen hängen Seile, mit denen man über das Wasser hinausschwingen kann, um dann aus 3 oder 4 m Höhe ins Wasser zu plumpsen, das hier auch tief genug dazu ist. Beliebt sind auch aufgepumpte LKW-Schläuche, in denen sich viele auf dem Wasser treiben lassen. Alle scheinen gut drauf zu sein, viele winken uns fröhlich zu, aber dieser Teil von Vang Vieng wirkt doch so, wie ich mir den berühmt-berüchtigten Ballermann in Mallorca vorstelle. In den letzten Minuten müssen wir noch einmal hart arbeiten, um unsere Kajaks zu bewegen, denn die Strömung ist hier fast null. Dann aber erreichen wir die Anlegestelle gleich neben unserem Hotel, und ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.


Freitag, 2. April 2010: Vang Vieng – Luang Prabang

Wir verlassen Vang Vieng in Richtung Norden auf einer Strecke, die als schönster Abschnitt der Staatsstraße 13 gilt. Bald lassen wir die von Karstkegeln übersäte Ebene hinter uns, und dann windet sich die Straße in unzähligen Serpentinen bis auf fast 1.500 m Höhe, wo mehrere Pässe zu überwinden sind. Früher galt es als gefährlich, sich auf dieser Straße zu bewegen, denn es gab viele Überfälle durch Straßenräuber, aber heute kann davon keine Rede mehr sein. Nach etwa der Hälfte unserer knapp 200 km langen Tagesetappe erreichen wir die Grenze zur Provinz Luang Prabang, die mein Reiseführer das „Schmuckstück des Landes“ nennt und machen einen Stopp in einem Dorf der Khmu, die mit fast einer halben Million Menschen, die zweitgrößte ethnische Gruppe (nach den Lao) im Lande sind. Sie wohnen im Norden von Laos in den Provinzen Luang Prabang und Xiang Khoang an der Grenze zu Vietnam. Wieder haben wir Gelegenheit zu einem kleinen Einblick in das staatliche Bildungswesen, als wir die Grundschule des Ortes besuchen. Vielleicht ist es Zufall, aber wann immer wir irgendwo in ein Klassenzimmer schauen, sitzt der Lehrer oder die Lehrerin abseits an einem Tisch, während die Kinder sich selbst überlassen sind und sich irgendwie beschäftigen. Die Analphabetenquote in Laos ist erschreckend hoch, der Standard der meisten Schulen vermutlich ebenso erschreckend niedrig, oft fehlt es am Allernötigsten, und wer etwas begütert ist, schickt sein Kind auf eine Privatschule – in einem Staat, der sich sozialistisch nennt und eigentlich „Bildung für alle“ propagiert.

Die Landschaft, die wir auf dem Weg nach Luang Prabang durchfahren, ist ausgesprochen schön, aber an vielen Stellen bietet sie dennoch einen traurigen Anblick. Viele Hänge sind abgeholzt, riesige abgebrannte Berghänge verunstalten das Bild, unzählige große weiße Flecken zeigen an, wo die Feuer gelegt wurden, unser Feuerwehrmann Thorsten liefert dazu sachkundige Erläuterungen. Diese Brandrodungen erfolgen ganz legal – aber dazu später mehr.

Um 17:00 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Luang Prabang, aber bevor wir in unser Hotel gelangen, müssen wir das Transportmittel wechseln, denn für das Zentrum von Luang Prabang – UNESCO-Weltkulturerbe seit 1995 – gelten strenge Regeln, nur kleine Fahrzeuge dürfen es befahren. Auch unser relativ kleiner Bus ist noch zu groß, und wir müssen in einen 12-Sitzer umsteigen, während unser Gepäck in einem Tuk-Tuk, einem landesüblichen offenen Motorradtaxi, befördert wird. Diese kleine Unbequemlichkeit lohnt sich aber, denn unser schönes Hotel „Villa Saykham“ ist ideal mitten in der Stadt gelegen. 2006 wohnte ich mit meinen Reisegefährten etwas außerhalb, also besser erreichbar, musste aber jedes Mal 20 Minuten zu Fuß gehen, um in die Stadtmitte zu kommen, jetzt sind es nicht einmal 2 Minuten.

Luang Prabang gilt als besterhaltene Stadt in Südostasien, als einer der romantischsten und friedlichsten Orte des Kontinents. Es hat knapp 50.000 Einwohner, von denen etwa 1.000 Mönche sind, die das Bild und die Atmosphäre der Stadt entscheidend mitprägen. Fast 40 Tempel beherrschen das Stadtbild, dazwischen Kolonialbauten, kleine Gäste- und Bürgerhäuser, aber keine großen Hotels. Unvergesslich ist es, am Mekong entlang zu schlendern, auf der einen Seite der Fluss mit bunt erleuchteten Lokalen davor, auf der anderen Seite die etwas verträumt wirkende Stadt mit dem 150 m hohen Phou Si in ihrem Zentrum.


Samstag, 3. April 2010: Luang Prabang – Luang Namtha

Heute steht uns eine lange und unbequeme Busfahrt bevor, denn bis zum Tagesziel Luang Namtha, weniger als 20 km entfernt von der chinesischen Grenze, sind es über 300 km, und das bedeutet mehr als 10 Stunden mühsame Fahrt. Der Straßenverkehr ist weiterhin sehr mäßig, meist LKWs, aber auch Motorräder und –roller, hauptsächlich aus chinesischer Produktion. Die meisten Fahrer tragen einen Helm, denn das ist hier Pflicht. Wer ohne Helm erwischt wird, muss 30.000 Kip (knapp 3 Euro) Strafe zahlen, so viel wie auch der Helm selber kostet. Die Verkehrsdisziplin ist relativ gut, man sieht keine selbstmörderischen Raser oder gefährlichen Überholer, und es wird – für südostasiatische Verhältnisse – erstaunlich wenig gehupt. Noch ist die Straße gut, als unser Bus eine Reifenpanne hat, die uns einen unfreiwilligen Stopp von etwa 30 Minuten beschert, den einige von uns auf der Straße verbringen, indem wir dem Bus vorausmarschieren.

Bis Pak Mong, d.h. nach Kilometern gerechnet etwa einem Drittel der Strecke, fahren wir nach Norden auf der relativ guten Staatsstraße 13. Dann verlassen wir diese, wenden uns nach Westen und folgen der N 1, und nun verschlechtern sich die Straßenverhältnisse und Fahrbedingungen von Stunde zu Stunde. Der Straßenzustand ist erbärmlich, und daher wird auch eifrig an der Straße gebaut, aber das bedeutet weitere Verzögerungen. Wir sehen viele Arbeiter, die in der Tropenhitze ohne Maschinen, sondern mit primitivsten Mitteln, mit Schaufeln und bloßen Händen daran arbeiten, dass Touristen bald hier etwas flotter vorankommen. Aber der wichtigste Grund für die baulichen Aktivitäten ist nicht der Tourismus, sondern sind wirtschaftliche Interessen des großen und nahen Nachbarn China. Chinesische Investoren sind es auch, die – ganz legal und offiziell – hinter den überall sichtbaren Brandrodungen stehen. Der Deal soll so funktionieren: Die laotische Regierung verkauft an chinesische (Staats-?)-Firmen Lizenzen zum Abholzen großer Waldflächen in an China angrenzenden Gebieten. Auf den so gewonnenen Arealen lassen die chinesischen Investoren anschließend schnell wachsende Kautschukbäume pflanzen, um daraus Gummi für ihre Industrie zu gewinnen. Für diese Geschäfte braucht man leistungsfähige Straßen, und die werden z.Zt. gebaut. Natürlich kann man als Außenstehender nicht in die Interna eines solchen Deals schauen, ein mehr als ungutes Gefühl bleibt aber zurück. Da verkauft ein bettelarmes Land seine Natur an einen übermächtigen Nachbarn, der dadurch nicht nur Rohstoffe, sondern auch an wirtschaftlicher Dominanz und politischem Einfluss gewinnt. Und was haben die betroffenen Dörfer und Bauern davon? Wir wissen es nicht.

An einer Baustelle müssen wir 20 Minuten lang warten, weil Rohre unter der Straße verlegt werden. Viele LKWs aus der Gegenrichtung, meist mit chinesischen Kennzeichen und beladen mit Sand und Steinen, dürfen als erste passieren, als der Weg wieder frei ist. Dann quält sich unser Bus über die Baustelle und weiter auf jämmerlich schlechter Straße durch eine Gebirgslandschaft, die richtig schön sein könnte, wenn die vielen leergebrannten Hänge nicht wären. Jetzt, zur Trockenzeit, dürfte die Fahrt hier einigermaßen sicher sein, zur Regenzeit aber muss hier permanente Erdrutschgefahr bestehen, denn fast durchgehend wird die Straße auf der Bergseite von steilen und ungesicherten Hängen begrenzt.

In Ban Song Cha, einem Hmong-Dorf, halten wir an, und Hang macht mit uns einen kleinen Rundgang und erklärt dabei einiges über die Lebensweise der Hmong. Es gibt etwa 250.000 Angehörige der Hmong-Minderheit in Laos. Im Vietnamkrieg haben sie mit den Amerikanern sympathisiert und sie unterstützt, und daher sind viele von ihnen nach Kriegsende in die USA ausgewan-dert, von denen aber – so erklärt uns Hang – heute etliche wieder zurückkommen. Die Lebensbedingungen hier, wie auch in anderen Dörfern, die wir sehen, sind erbärmlich, kein Haus hat – soweit erkennbar – Strom- oder Wasseranschluss. Das Land ist bettelarm und von internationaler Hilfe abhängig, aber dennoch sieht man nirgendwo in Laos Bettler. In einem Haus an der Hauptstraße ist die Krankenstation des Dorfs untergebracht. Die Tür steht offen, aber niemand ist anwesend, so dass wir neugierig und ungeniert den Behandlungsraum des Arztes und das einzige – zum Glück nicht belegte – Krankenzimmer betreten und anschauen können. Letzteres ist ein dunkler schmuddeliger Raum mit zwei Bettgestellen, auf denen zusammengeknüllt Decken liegen, die man nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte. Im Arztzimmer könnten wir uns ungestraft an offen herumliegenden Spritzen und Medikamenten bedienen und – falls wir etwas verstehen könnten – in den Aufzeichnungen des Arztes lesen. An der Wand hängen Poster (eines auf Deutsch) über Körperorgane, Krankheiten und Verhütung. Auf der Fensterbank steht ein stattliches Holzmodell, an dem Patienten den Umgang mit Kondomen praktisch üben können. Besonders interessiert schaut sich natürlich Berthold um. Ob er hier etwas für seine Praxis lernen kann? Dann erscheint zwar nicht der Doktor, aber immerhin seine Gehilfin, die Krankenschwester des Dorfs. Sie hat ein Baby auf dem Arm und beantwortet freundlich und unbefangen unsere Fragen.

Bei einem kurzen Mittagsstopp in Muang Rai bestellen fast alle Nudelsuppe mit Chicken. Das ist inzwischen fast so etwas wie ein Standardgericht bei Pausen, denn dabei kann man wenig falsch machen, und es geht schnell. Im Übrigen ist das laotische Essen bisher etwas enttäuschend, es schmeckt zwar meistens ganz gut, aber die große Begeisterung will sich nicht einstellen. Auch das Nationalgericht Laap – Gehacktes aus Fisch, Huhn, Schwein, Rind oder Büffel zusammen mit Gewürzen und Kräutern – wird wohl nicht mein Lieblingsessen werden. Auf kulinarische Kuriositäten wie Heuschrecken, Käfer, Hühnerköpfe und -füße, Mehlwürmer, Ameiseneier usw. hat keiner von uns so recht Appetit. Laotischer Kaffee ist stets so schwarz, dass er auch mit viel Kaffeeweißer kaum aufzuhellen ist, aber besonders stark ist er nicht. Größter Beliebtheit erfreut sich hingegen das einheimische „Beerlao“, das in großen Flaschen von 0,64 l serviert wird und sehr gut zu trinken ist. Manchmal ist es leider nicht kalt genug, und dann sehen wir mit Schaudern, wie Hang – ebenso wie seine Landsleute – das kostbare Bier mit Eiswürfeln kühlt und verwässert.

Nach vielen Stunden Fahrt auf einer endlosen Holperstrecke fahren wir die letzten 20 km bis nach Luang Namtha auf einer komfortablen nagelneuen Straße, die mit thailändischer Hilfe gebaut wurde. Als wir dann endlich am Ziel sind, ist es 18:30 Uhr, am Morgen hatte uns Hang leichtsinnigerweise 16:00 Uhr als Ankunftszeit versprochen. Wir fahren nicht gleich zum Hotel sondern erst zum Büro von „Green Discovery“, einem laotischen Unternehmen, das sich für sanften und ökologischen Tourismus engagiert und dem wir uns für die beiden nächsten Tage anvertrauen. Dort gibt es eine ausführliche Einweisung in das bevorstehende Trekking. Dann checken wir endlich ein in unserem heutigen Hotel, dem „Boat Landing Guesthouse“, einer ökologisch gebauten Anlage mit Holzbungalows direkt am Fluss Nam Tha.


Sonntag, 4. April 2010: Luang Namtha – Ban Nam Lai

Heute wird in der Heimat das hochheilige Osterfest gefeiert, aber wir begehen es auf unsere Weise, nämlich mit einer zünftigen Dschungelwanderung. Zuerst besuchen wir aber am Morgen den Markt von Luang Namtha, und dabei erlebt Ute eine schmerzhafte Schrecksekunde, als sie an einer Stufe ausrutscht und der Länge nach hinfällt, aber außer einer zerrissenen Hose (die an Ort und Stelle provisorisch repariert wird) und einigen Schrammen ist ihr nichts passiert.

Dann beginnt um 09:30 Uhr unser Osterspaziergang im Nam Ha-Nationalpark. Wir werden geführt von Pet, einem 25-jährigen äußerst sympathischen Guide von „Green Discovery“, der gut Englisch spricht. Zusammen mit seinem Kollegen wird er heute und morgen mit uns zusammen sein. Auf meine Frage sagt er mir, dass unsere Tour nach dem Schwierigkeitsgrad zwischen „mittel“ und „schwierig“ einzustufen sei. Das Wetter und die Bedingungen sind perfekt, als wir zunächst durch Reisfelder marschieren, vorbei an arbeitenden Bauern und glotzenden Wasserbüffeln. Dann betreten wir Primärwald und wandern auf schmalen Pfaden in einer eindrucksvollen Urwaldlandschaft. Das Gelände ist nicht einfach, denn es geht munter bergauf und bergab, über große Steine, Wurzeln und Baumstämme, auf lehmigem oder steinigem Untergrund, mit Abschnitten, in denen man eher klettern als wandern muss. Dann beginnt ein steiler Anstieg, der einschließlich kleinerer Pausen etwa eine Stunde dauert, aber alle sind fit und schaffen diese erste Herausforderung ohne größere Probleme.

Bei einer kurzen Rast schreit Claudia plötzlich auf, denn sie hat an ihren Schuhen Blutegel entdeckt, die aber entfernt werden, bevor sie sich an ihrem Blut laben können. Jeder untersucht sich also auf Blutspuren, und tatsächlich entdecke ich an meinem linken Hosenbein einen Blutfleck. Ich bin das einzige Opfer, die Blutegel haben offenbar einen erlesenen Geschmack, dass sie nur meine seltene Blutgruppe AB mögen und die anderen verschmähen. Pet verarztet meine beiden Wunden, und dann marschieren wir weiter. Er erzählt, dass es in dieser Gegend viele Giftschlangen gibt, aber heute (und auch morgen) bekommen wir kein einziges Exemplar zu Gesicht.

Als wir Mittagspause machen, sehe ich, dass die Blutflecken an meiner Hose immer größer werden, und als ich die Wunden freilege, stellt sich heraus, dass sie weiterhin kräftig bluten. Wieder muss Pet erste Hilfe leisten, und er tut es auf seine Weise: Er macht ein paar Schritte in den Urwald, sucht und findet eine Pflanze, schneidet sie ab, zerreibt sie und streicht mir die zerriebenen Pflanzenteile auf meine Wunden. Die Wirkung ist eindrucksvoll, denn augenblicklich hört die Blutung auf. Schmerzen verspüre ich nicht, weder jetzt noch als die Biester mich attackiert haben. Dann wird das Mittagessen serviert, das unsere Guides aus Luang Namtha mitgebracht haben. Es gibt Reis, Gemüse, Salate, gehacktes Fleisch – alles auf Bananenblättern serviert, und es schmeckt sehr gut.

Beim Weitermarsch folgt unser Pfad für lange Zeit einem kleinen Fluss, den wir immer wieder überqueren müssen. Das geschieht – jetzt in der Trockenzeit – manchmal auf großen im Wasser liegenden Steinen, meist aber über Baumstämme, die man über den Fluss gelegt hat. Einige dieser Baumbrücken sind gut zu begehen, weil der Baum groß und breit genug ist oder gar 2 oder 3 Stämme nebeneinander die Brücke bilden, viele aber sind schmal und rund und erfordern Balancierfähigkeiten und manchmal auch etwas Mut. Immer wieder ist die helfende Hand von Pet und seinem Gehilfen gefragt, um besonders unseren Damen ans andere Ufer zu verhelfen. Am Ende des Tages dürften es an die 50 Baumbrücken sein, die wir gemeistert haben.

Es geht über Stock und Stein, über manchmal lehmigen und rutschigen, dann wieder steinigen Waldboden, über große Wurzeln, quer liegende Bäume, große Felsbrocken, manchmal steil bergauf oder abwärts, so dass Kletterfähigkeiten gefragt sind. Es ist anstrengend, und jede Verschnaufpause wird dankbar begrüßt, aber es ist ein tolles Trekkingerlebnis in fantastischer Natur. Und wir sind allein, nicht einen weiteren Besucher bekommen wir in diesen 2 Tagen zu Gesicht.

Nach 13 km haben wir unser Tagesziel erreicht, das Akha-Dorf Ban Nam Lai, wo wir im Dorfgemeinschaftshaus übernachten werden. Es liegt etwas abseits des Dorfes, nicht weit entfernt von einem größeren Bach, wo man ein Minimum an persönlicher Hygiene erledigen kann. Die Luft riecht etwas verbrannt, denn an einem gegenüberliegenden Berghang lodern einige Rodungsfeuer, hier befinden wir uns nicht mehr im Nam Ha-Nationalpark. Vor dem Haus werden wir bereits von der neugierigen Dorfjugend erwartet. Die ca. 70.000 Akha sind eine der vielen Minderheiten in Laos mit ganz eigener Kultur und anderer Sprache. Auch unser Führer Hang ist hier mit seinem Latein bzw. seinem Laotisch am Ende und kann sich mit den meisten Dorfbewohnern ebenso wenig verständigen wie wir. Als wir durch das Dorf wandern, findet auf einem großen Platz in der Mitte gerade eine Versammlung statt, und man bedeutet uns, dass Fremde dort unerwünscht sind. Tagt hier das Dorfparlament, ist es ein Treffen der Dorfältesten, eine religiöse Zeremonie, vielleicht eine Art Gerichtsverhandlung? – Keine Ahnung!

Wir sehen im Dorf etwa 10 kleinere, auf hohen Stelzen gebaute Holzhäuser, die als Liebeshütten dienen und in denen sich die Dorfjugend – ab 15 Jahren – ganz offiziell und von den Familien gefördert zu intimen Rendezvous trifft. Dabei wechseln die Partner, bis der/die Richtige gefunden ist. Damit sie dabei nichts falsch machen, werden die Jungen vorher von einer erfahrenen Frau angelernt und mit den Techniken der körperlichen Freuden vertraut gemacht. Diese lockeren Sitten bestehen nur bei den Akha, im übrigen Laos geht es züchtig zu, und Zugang zu den Liebeshütten haben auch keine Auswärtigen und natürlich schon gar nicht neugierige Farang.

Als ich mir an unserer Schlafstätte am Abend Schuhe und Strümpfe ausziehe, ist mein rechter Strumpf blutdurchtränkt, und ich entdecke in ihm die Überreste eines weiteren Blutegels. Dreimal also haben sich die Egel an mir vergriffen, aber dieser Dritte musste für die Untat mit seinem Leben bezahlen. Im Gemeinschaftshaus sind für uns auf einem ca. ½ m hohen Podest in einer langen Reihe 12 Lager vorbereitet, wo jeder eine Matratze, grobes Bettzeug und einen Schlafsack vorfindet. Über den Schlafplätzen sind Moskitonetze gespannt, die uns vor unerwünschten Besuchern schützen sollen. Gegenüber der Schlafabteilung lodern in dem großen Raum zwei Feuerstellen, an denen sich fleißige Hände um unser Abendessen bemühen, das dann auf einem niedrigen runden Tisch angerichtet wird, um den herum wir auf ca. 20 cm hohen Bänkchen hocken. Es gibt natürlich Reis, verschiedene Gemüse, auch ein bisschen Fleisch, alles ökologisch korrekt auf oder in Bananenblättern serviert. Dazu schenkt Hang einen Reisschnaps aus, der in der Kehle ziemlich brennt, aber nicht übel schmeckt.

Während wir im Gemeinschaftshaus unser Abendessen verzehren, warten draußen ca. 12 Mädchen aus dem Dorf auf ihren Einsatz. Sie sind 14-15 Jahre alt und sollen uns fremde Besucher nach dem Abendessen massieren. Nicht alle von uns machen Gebrauch von dieser Möglichkeit, aber 6 oder 7 strecken sich dann auf ihren Lagern aus, und die Mädchen machen sich an die Arbeit, zum Teil sogar zu zweit pro Kunden. Eine macht sich an meinen Beinen zu schaffen, während die andere sich meinem Oberkörper widmet. Von ernsthafter Massage kann natürlich keine Rede sein, aber unsere Masseurinnen drücken, kneten und ziehen eifrig an unseren Beinen und Armen herum. Dabei schnattern, lachen und kichern sie ununterbrochen, und man würde gern verstehen, was sie an vermutlich nicht immer schmeichelhaften Bemerkungen über die langnasigen Farang von sich geben. Plötzlich nach etwa 30 Minuten stellen sie wie auf Kommando ihre Arbeit ein und sind sofort verschwunden, so schnell, dass mir nicht einmal Gelegenheit bleibt, ihnen für ihre Dienste einen Schein in die Hand zu drücken. Manche von uns rümpfen die Nase über diese Einlage, sehen darin gar eine Vorstufe von Prostitution, aber damit hatte diese Massage wahrlich nichts zu tun, sie war einfach ein harmloser Spaß.

Nach dem Abendessen und etlichen Beerlao, angereichert durch Reisschnaps, ist Zapfenstreich. Natürlich findet das Schlafen im Gemeinschaftshaus unter erschwerten Bedingungen statt: Das Lager ist nicht gerade bequem, das Bettzeug grob, Hang schnarcht, Gert irrt mitten in der Nacht durch den Raum und findet seinen Schlafplatz nicht mehr, und hin und wieder wird die nächtliche Ruhe durch Tiergeräusche oder herabstürzende Baumstämme unterbrochen. Aber irgendwann ist auch diese Nacht vorbei.


Montag, 5. April 2010: Ban Nam Lai – Luang Namtha

Zum Frühstück gibt es Reis, Kräuteromelett und gebratenen Kohl, und danach könnte unsere Dschungeltour eigentlich weitergehen. Der Abmarsch zieht sich aber hin, denn unsere Helfer müssen auch noch das Mittagessen bereiten, das sie mitführen und uns später servieren werden. Der uns heute bevorstehende Marsch wird länger sein als gestern, zwei unserer Damen verzichten nach den gestrigen Erfahrungen darauf und ziehen es vor, mit einem Tuk-Tuk nach Luang Namtha zurückzufahren. Während wir auf den Abmarsch warten, setze ich mich auf eine Bank vor dem Gemeinschaftshaus und mache ein paar Notizen. Ich verteile dabei keine Geschenke, und es gibt auch nichts zu sehen, aber dennoch bin ich im Nu von ca. 20 Kindern umzingelt, die mir fasziniert zuschauen, wie ich mit einem Bleistift in mein Heft schreibe.

Als wir um 09:00 Uhr starten, ist es knackig heiß, und bald sind wir wieder im Nationalpark mit seiner fantastischen Ruhe. Es ist tatsächlich ein stiller Urwald, es gibt keine Tiergeräusche, kaum Vogelgezwitscher, die einzigen Laute produzieren wir selbst. Wieder haben wir die Natur ganz für uns allein, ganz selten mal sehen wir Einheimische, aber keine anderen Trekkingtouristen. Ähnliche Touren bietet „Green Discovery“ auch anderswo an, z.B. an Orten wie Vang Vieng oder Luang Prabang, die ohne stundenlange quälende Anfahrt zu erreichen sind. Dort aber wäre man unterwegs zusammen mit (vielen?) anderen Besuchergruppen. In unserer Gruppe wird daher diskutiert, ob sich die lange und mühsame Fahrt nach Luang Namtha lohnt, und meine persönliche Antwort auf diese Frage ist ein eindeutiges Ja.

Auch heute sind wieder viele Baumstammbrücken zu überwinden, Pet zählt mit und kommt bis 26. Einige der Stämme wirken etwas morsch, und tatsächlich bricht eine der Baumbrücken unter ihm zusammen, zum Glück eine, die weniger als zwei Meter hoch war, so dass ihm nichts passiert und er mit perfekter Haltung auf dem Boden landet. Man muss bei jedem Schritt aufpassen, überall kann man auf Steinen, Blättern und Ästen ausrutschen. Diese Binsenweisheit beherzige ich nicht, als ich auf einen brüchigen Stamm trete, der wegbricht und ich dann ungeplante Bodenberührung habe, mit dem Gesicht auf einem Stein aufschlage, mich aber nur unwesentlich verletze.

Die Mittagspause verläuft wie gestern: Liebevoll und ökologisch korrekt auf Bananenblättern wird unser Essen angerichtet, während wir in der heißen und drückenden Luft unter einem Holzdach rasten. Nach dem Essen brechen wir auf zur letzten Etappe, marschieren wieder bergauf und bergab durch Urwald und Unterholz und üben uns immer wieder im Balancieren auf mehr oder weniger schmalen Baumstämmen. Am Nachmittag verlassen wir den Urwald und Nationalpark und marschieren dann noch einige Stunden in einem offeneren Gelände, wo hässliche Brandrodungsspuren nicht zu übersehen sind. Der Kontrast zwischen der unversehrten Urlandschaft des Nationalparks und den riesigen abgebrannten Berghängen außerhalb des Parks ist deprimierend. Außerhalb des Waldes lässt es sich leichter gehen, aber es ist umso heißer, denn jetzt sind wir der Sonne ziemlich schutzlos ausgeliefert.

Gegen 17:00 Uhr und nach 16 km Fußmarsch sind wir am Ziel, wo uns ein Tuk-Tuk erwartet, das von den meisten mit Erleichterung begrüßt wird. Der heutige Marsch war lang und anstrengend und hat Spuren hinterlassen, an Füßen und Beinen, an schmerzenden Rücken und in Form von allgemeiner Erschöpfung, die meisten sind irgendwie gezeichnet durch kleinere Stürze, Insektenbisse, Kratzer oder sonstige Blessuren. Wieder übernachten wir im „Boat Landing Guesthouse“, wo nach diesem Tag zunächst einmal ein kaltes Beerlao besonders gut schmeckt.


Dienstag, 6. April 2010: Luang Namtha – Nong Kiau

Das ist ein ereignisloser Tag, der fast ausschließlich aus einer langweiligen Busfahrt besteht. Von Luang Namtha bis zum Tagesziel, dem Ort Nong Kiau, sind es zwar „nur“ 250 km, aber für diese Strecke benötigen wir einschließlich einer Mittagspause und einer 30-minütigen Dorfbesichtigung mehr als 9 Stunden. Den allergrößten Teil unserer heutigen Fahrtroute kennen wir schon von der Herfahrt, so dass wenig Neues zu entdecken ist. Wir fahren kurz nach 08:00 Uhr ab und sind nach 17:00 Uhr am Ziel. Unterwegs müssen wir wieder die quälenden Baustellenabschnitte passieren, die wir vom Samstag in unguter Erinnerung haben. Wieder machen wir Mittagsrast in Muang Rai, und später wandern wir durch ein Dorf der „Blauen Hmong“.

Nong Kiau ist ein sympathischer Ort mit einer imposanten Brücke über den Nam Ou. Das Hotel „Riverside“ trägt seinen Namen zu Recht, denn es liegt genau am Flussufer, und von der Terrasse meines Holzbungalows habe ich einen spektakulären Blick auf den Fluss, den Ort und die Brücke.


Mittwoch, 7. April 2010: Nong Kiau – Luang Prabang

Heute ist Bootfahren angesagt. Statt vieler Stunden im Bus verbringen wir fast die gleiche Zeit auf dem Wasser auf dem Weg von Nong Kiau nach Pak Ou. Dort erst werden wir unseren Bus wiedersehen, der uns nach Luang Prabang bringen soll. Zunächst aber bewegen wir uns mit unserem Boot ab 07:45 Uhr in die falsche Richtung, nämlich nach Norden, um das Dorf Muang Ngoi zu besuchen. Was sich unser Reiseveranstalter bei diesem Programmpunkt gedacht hat, bleibt sein Geheimnis, denn Muang Ngoi erweist sich als wenig einladender Ort, in dem sich Dutzende von langhaarigen und unrasierten Backpackern tummeln. Das Dorf ist Ausgangspunkt für Trekking- und Kajaktouren, bietet ansonsten aber wenig. Wir besichtigen ein Kloster, in dem ein Mönch und 6 Novizen zu Hause sind, den eigentlich noch vorgesehenen Besuch einer Höhle schenken wir uns.

Dann treten wir die Bootsfahrt nach Süden an und passieren nach einer knappen Stunde noch einmal Nong Kiau auf der langen Fahrt in Richtung Luang Prabang. Die Landschaft ist schön, z.T. sogar spektakulär mit mächtigen und bizarren Kalksteinfelsen an beiden Ufern des Nam Ou, aber leider ist dies ein zwar heißer, aber diesiger Tag, so dass die Sichtverhältnisse und Fotografierbedingungen ziemlich eingeschränkt sind. Der Nam Ou ist jetzt – in der Trockenzeit – etwa so breit wie der Rhein, und er führt sehr wenig Wasser, so dass unser Kapitän sorgfältig navigieren muss, denn es gibt unzählige Untiefen, Sandbänke, kleine Inseln und scharfe Felsen. Das Boot ist leidlich bequem, aber nach einigen Stunden tun Beine, Rücken und Muskeln doch weh. Es ist zwar keines der Speedboote, die auf dem Mekong Umwelt- und Gehörschäden verursachen, aber auch unser Motor knattert mit nervender Lautstärke. Außer einer kleinen logistischen Pause gibt es keinen Halt unterwegs.

Am Nachmittag können wir auf einem viele Kilometer langen Abschnitt Goldwäscher bei der Arbeit beobachten. Einige Dutzend Bagger holen Erde und Steine vom Grund des Flusses und schaufeln sie auf mehrstufige Schüttelsiebe, auf denen immer kleinere Steine und Sandkörner durchfallen. Wie auf diese Weise goldhaltiges Gestein ausgesiebt und gewonnen werden kann, ist mir nicht ganz klar, aber es muss funktionieren, sonst würde man hier nicht solchen Aufwand betreiben. Zusätzlich zu den Maschinen sieht man viele Menschen, die am Ufer hocken und in großen Schalen Sand und Steine mit kreisenden Bewegungen auswaschen und nach Gold durchsuchen – so wie man es aus Abenteuerfilmen und Western kennt. Hang erklärt uns, dass es vietnamesische Investoren sind, die hier Gold schürfen und dabei gehörig die schöne Natur verschandeln, denn die vielen aufgehäuften Abraumhalden und die lauten Bagger und Siebe verursachen eine erhebliche optische und akustische Umweltverschmutzung.

Bei Pak Ou (= „Mündung des Ou“) verlassen wir den Nam Ou und sind dann auf dem Mekong, der Mutter aller südostasiatischen Flüsse. Er ist mit 4.500 km einer der längsten Flüsse der Welt, zur Regenzeit mehrere Kilometer breit und auch jetzt ein mächtiger Strom. Unser Boot überquert den Fluss, und dann gehen wir an Land, um die berühmten Höhlen bei Pak Ou zu besuchen, die auf dem Programm fast jeder Laos-Reise stehen. Hier, in der nur wenige Meter tiefen Höhle, gibt es Tausende von großen und kleinen Buddhafiguren zu sehen, die gläubige Spender hier platziert haben, aber die eigentliche Attraktion dieses Ortes ist die spektakuläre Aussicht, die man aus der Höhle heraus auf den Fluss hat. Wer die kleine Anstrengung nicht scheut, kann 252 Stufen hoch klettern und dann noch eine weitere Höhle anschauen, in der es aber kaum etwas zu sehen gibt. Wir setzen über auf das andere Mekong-Ufer und machen dann noch einen Stopp in einem Dorf, in dem Textilien, Töpferwaren sowie Schnaps mit oder ohne eingelegte Schlangen, Skorpione, Käfer usw. verkauft werden.

 Endlich, nach einem langen Tag, erreichen wir am Abend Luang Prabang, müssen wieder umsteigen, um zu unserem Hotel zu kommen, und dann finde ich mich sogar im gleichen Zimmer wieder wie vor fast einer Woche.


Donnerstag, 8. April 2010: Luang Prabang

Die Stadt Luang Prabang ist die größte Touristenattraktion in Laos, und entsprechend riesig sind die Besucherzahlen, aber – anders als anderswo – stören die vielen Fremden hier nicht, im Gegenteil: Sie gehören zu Luang Prabang wie die unzähligen Bistros, Cafes und Restaurants, sie sind Teil der Atmosphäre, die den Reiz dieser Stadt ausmacht, eine ziemlich einzigartige Mischung aus traditionell-laotischer Kultur und kolonialen Einflüssen aus französischer Zeit. Die heutige Bebauung stammt im Wesentlichen aus den 30er Jahren, und seither ist das Stadtbild nicht durch hässliche Neubauten oder Hochhäuser verschandelt sondern im ursprünglichen Zustand erhalten worden. Die Häuser sind in gutem Zustand, die Straßen in der Innenstadt sind gut und sauber, es gibt ordentliche Bürgersteige, d.h. man sieht den relativen Wohlstand, der hier herrscht. Luang Prabang ist fantastisch gelegen auf einer Art Halbinsel zwischen den Flüssen Mekong und Nam Khan und umgeben von bizarr geformten Bergen. Der Phou Si, ein ca. 150 m hoher Berg mit einem Tempel auf seiner Spitze, liegt im Zentrum der Stadt und ist über 328 Stufen zu besteigen.

Ein Besuch des Nationalmuseums, des früheren Königspalastes, ist ein Muss, auch wenn er etwas beschwerlich ist. Es gibt viel zu sehen, und alles wird bestens präsentiert, dennoch ist es mühsam und ermüdend, von Raum zu Raum zu laufen, unzählige Details über die Könige zu hören, die hier residiert haben, und das alles gemeinsam mit anderen Besuchergruppen, die alle das Gleiche in unterschiedlichen Sprachen zu hören bekommen. 1975 wurden der letzte König und seine Familie ganz unköniglich aus dem Palast hinauskomplimentiert, aber immerhin erhielten die neuen Machthaber das Gebäude und seine Schätze für die Nachwelt.

Danach ist es Zeit für eine Wat-Wanderung, die natürlich ebenfalls zum Pflichtprogramm in Luang Prabang gehört. Ca. 40 Tempel (= Wat) gibt es hier, und wir bzw. unsere Reiseleitung haben 3 davon für kurze Besuche ausgesucht: Wat Visounnarath, Wat Sene, Wat Xiengthong. Die Tempel sind nicht nur Orte, an denen man betet, meditiert oder spendet, hier geht es – anders als z.B. in christlichen Kirchen – meist auch recht profan zu, d.h. hier sitzt, ruht oder schläft man auch, hier hält man ein Schwätzchen, und in einem Wat übernachten auch Mönche, die auf Besuch hier sind. Das Innere vieler Wats sieht daher oft unaufgeräumt und wenig gepflegt aus. Unser erstes Ziel Wat Visounnarath – im 16. Jahrhundert errichtet, zerstört und in heutiger Gestalt knapp 100 Jahre alt – ist vor allem durch seine Sammlung von Buddhafiguren bekannt. Unter einem großen Dach liegt ein Langboot, das an den in der Regenzeit stattfindenden traditionellen Bootsrennen auf dem Nam Khan teilnimmt. Auch im für seine Goldverzierungen berühmten Wat Sene liegt eine große Piroge, die im August bei den Rennen mit 50 Ruderern bemannt wird. Wat Xiengthong schließlich, der prächtigste und wichtigste Tempel in Luang Prabang, gelegen am Zusammenfluss von Nam Khan und Mekong, gilt als Meisterwerk laotischer Architektur.

Am Nachmittag machen einige von uns einen Ausflug etwa eine Stunde außerhalb von Luang Prabang. Unser Ziel ist der Wasserfall von Kuang Si, ein wunderschönes waldiges Gelände, in dem das Wasser in mehreren Stufen herunterfällt und dabei kleinere Seen bildet, in denen man z.T. baden und schwimmen kann, eine Möglichkeit, von der Einheimische und Touristen in gleicher Weise Gebrauch machen. Direkt daneben gibt es eine Bärenstation, in der Bären gehalten und aufgepäppelt werden, die vorher hilflose Waisen waren oder von den laotischen Behörden aus Gefangenschaft oder Misshandlung gerettet wurden.

Eine besondere Sehenswürdigkeit von Luang Prabang ist der Nachtmarkt, der täglich zwischen 17:00 und 22:00 Uhr auf einem dann abgesperrten Teil der Hauptstraße der Stadt abgehalten wird. Dieser Markt wird ausschließlich von den fremden Besuchern genutzt, und entsprechend ist das Angebot, nämlich Kunsthandwerk aller Art, Textilien, Souvenirs und vieles mehr. Die Verkäuferinnen sitzen auf dem Boden und haben in der Regel keine Verkaufsstände, sondern ihre Waren sind sauber auf der Straße ausgebreitet. Dazwischen sind Gänge freigehalten, auf denen die Touristen und potenziellen Käufer vorbeiflanieren.


Freitag, 9. April 2010: Luang Prabang

An jedem Morgen gegen 06:00 Uhr ertönen die Trommeln, die den morgendlichen Rundgang der Mönche ankündigen, bei dem sie die Gaben der Gläubigen für das Frühstück und den Tag entgegennehmen. Sie kommen aus ihren Tempeln und Klöstern und bewegen sich auf festgelegten Wegen durch die Stadt, wo sie von den Spendern – und auch von zahlreichen fotografierwütigen Touristen – erwartet werden. Auf einer Straße direkt neben unserem Hotel haben sich viele Gläubige – überwiegend Frauen – mit den Geschenken niedergelassen, die sie den Mönchen zugedacht haben. Hauptsächlich sind es Lebensmittel wie Reis, Bananen und Gemüse, aber man sieht auch Geldscheine, die den Mönchen übergeben werden sollen. Dann nähert sich die lange Reihe der Mönche, und die neugierigen Langnasen machen ihre Kameras bereit. Die Mönche defilieren einzeln an den Spendern vorbei, die ihnen jeweils eine Handvoll Reis oder andere Gaben in die mitgeführten Körbe legen. Sie werden begleitet von Jungen, die Plastiktüten mit sich führen, in die der Inhalt eines Sammelkorbs geleert wird, sobald er voll ist. Als Besucher muss man kein ungutes Gefühl haben, den Mönchen und den Spendern hautnah zuzuschauen und sie zu fotografieren. Niemand nimmt daran Anstoß, die Anwesenheit von neugierigen Langnasen stört hier keinen, einige Mönche stehen selbst etwas abseits und fotografieren ebenso wie die Farang. Mit Betteln hat dieses Einsammeln von Geschenken nichts zu tun, die Mönche bedanken sich auch nicht für die Gaben, im Gegenteil: Die Spender verneigen sich ehrfürchtig vor den Mönchen, dankbar dafür, dass ihnen Gelegenheit gegeben wurde, eine gute Tat zu begehen und dass ihre Geschenke angenommen wurden.

Ein letztes Mal gibt es heute Gelegenheit, den eigenen Fitnessstand zu testen bzw. zu verbessern, denn Mountainbikefahren steht auf unserem Programm. Unsere Fahrräder stehen bereit am Büro von „Green Discovery“, deren Kunden wir heute wieder sind. Es gibt eine kurze Einweisung, jeder bekommt einen Helm und seinen Wasservorrat, und dann geht es los, in langer Reihe zunächst durch die Stadt, dann vorbei am Flughafen bis zu einem Dorf, das für die Herstellung von Messern bekannt ist. Wir schauen den Schmieden (und Schmiedinnen!) bei ihrer Schwerstarbeit zu, wie sie mit massivem Körpereinsatz das glühende Eisen mit Hämmern und Zangen bearbeiten.

Wir haben das Dorf noch nicht wieder verlassen, als Thorsten einen Sturz hinlegt, der zum Glück leichter ist als er aussah. In einer lehmigen Kuhle rutscht sein Rad weg, er landet mit filmreifem Salto im Matsch und sieht anschließend aus, als hätte er an einem Schlammringkampf teilgenommen. Zum Glück ist er ohne ernsthafte Verletzung davongekommen, so dass wir unsere Tour bald fortsetzen können. Die Fahrtstrecke hat es manchmal in sich, denn es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Gefälle und Steigungen, die teilweise ganz schön giftig sind, und das alles in brüllender Hitze, der Wasserverbrauch ist daher enorm. Leider fahren wir überwiegend auf einer steinigen Straße, auf der zwar nur wenige Fahrzeuge verkehren, aber das sind dann oft LKWs, die Staub und Lärm um sich verbreiten. Auf einem Weg abseits der Straße, wo es besonders steil bergab geht, steigen alle ab und schieben ihr Rad, nur ich will es besser wissen und werde prompt für meinen Übermut bestraft. Nach einigen Metern gehe ich zu Boden, zum Glück aber ohne Personen- oder Materialschaden.

Wir machen kurze Pause an einem Fluss und besuchen das Grab von Henri Mouhot, einem Franzosen, der als der Wiederentdecker von Angkor Wat in Kambodscha gilt und 1861 in der Nähe von Luang Prabang an Malaria gestorben ist. Am Flussufer machen einige Einheimische Picknick in einem Gelände, in dem man Tische und Bänke für Hunderte Besucher aufgebaut hat. Diese werden ab morgen hierher strömen, um hier in der Natur mit Essen, Musik und Party das Neujahrsfest zu feiern.

Wir aber setzen unsere Radtour fort und arbeiten vorab schon einmal die Kalorien ab, die wir bei der folgenden Mittagspause zu uns nehmen. Wir rasten in einem Lokal mitten im Wald, wo uns unsere Guides das mitgeführte Lunchpaket servieren. Das Lokal ist zugleich Zentrum eines Elefantencamps. Früher wurde Laos das „Land der eine Million Elefanten“ genannt, heute sollen es laut Hang noch etwa tausend sein, und ca. ein Dutzend von ihnen leben in diesem Camp, wo sie sowohl für Arbeiten im Wald als auch für touristische Zwecke eingesetzt werden. Für unsere vormittägliche Quälerei auf dem Mountainbike werden wir nach dem Essen mit einem einstündigen Elefantenritt belohnt, und dabei teile ich mir mit Berthold eine 35-jährige Elefantendame. Wir durchwaten zunächst einen See, und dann geht es auf und ab auf schmalen Pfaden quer durch den Wald, 5 Elefanten in Reihe hintereinander. Nach einiger Zeit bietet unser Mahut einen Platztausch an, und Berthold übernimmt seinen Platz auf dem Elefantenhaupt. Ich bin nicht böse darüber, dass ich im Tragegestell auf dem Elefantenrücken verbleibe, denn unser Elefant hat die unfeine Gewohnheit, in regelmäßigen Abständen aus vollem Rüssel um sich zu prusten, und den Hauptteil dieser unfreiwilligen Dusche bekommt der ab, der ganz vorne sitzt. Macht unsere Elefantin das immer so, oder weiß sie, dass in wenigen Tagen das Wasserfest Boun Pi Mai gefeiert wird und übt dafür schon mal?

Dann haben die Elefanten ihre Schuldigkeit getan und werden mit Streicheleinheiten und Bananen belohnt. Wir müssen uns jetzt wieder mit eigener Muskelkraft fortbewegen und besteigen unsere Räder für die letzte Etappe dieser Tour. Die führt uns kurz vor dem Ziel zu einer schön gelegenen mehrstöckigen Pagode, die von oben bis unten mit bunten Bildern aus dem Leben und der Lehre Buddhas bemalt ist. Teilweise sind die Darstellungen sehr realistisch, ja geradezu blutrünstig, und es kann einem angst und bange werden, wenn man sieht, welche schrecklichen Strafen Ehebrecher und andere Sünder erwarten.

Als wir wieder in Luang Prabang sind, ist nicht nur dieser schweißtreibende Tag auf dem Mountainbike zu Ende, sondern eigentlich auch die ganze Reise, denn der heutige gemeinsame Abschiedsabend ist der letzte Programmpunkt von „Laos – Land des Lächelns“, und morgen fliegen die meisten von uns zurück in die Heimat. Hang hat für uns einen Tisch im „Cafe de Mali“ bestellt, einem schön gelegenen Restaurant am Mekong. Wir sitzen draußen in schwüler abendlicher Tropenhitze und genießen ein letztes Mal den Blick auf diesen bemerkenswerten Strom. Es gibt allerlei laotische Spezialitäten, von denen das Beerlao am besten schmeckt. Mit einer kurzen Ansprache dankt Thorsten in unser aller Namen unserem Führer Hang für seine Dienste und überreicht ihm, was wir vorher gesammelt haben. Er war ein ordentlicher Führer und Reisebegleiter, manchmal etwas passiv, aber er hat seinen Job nicht schlecht gemacht. Das habe ich – und wahrscheinlich alle anderen – auch schon anders erlebt. Wir, seine Schäflein, tauschen untereinander Adressen aus, versprechen irgendwie in Kontakt zu bleiben.


Samstag, 10. April 2010: Luang Prabang

Am Tag des Abschieds und der Abreise wird noch einmal gefeiert, und zwar der Geburtstag von Annette. Im schönen Innenhof unseres Hotels wird beim Frühstück „Happy Birthday“ angestimmt, Hang spendiert eine bunte Torte, und die Tochter unseres Hoteliers überreicht einen Blumenstrauß.

Das buddhistische Neujahrs- und Wasserfest beginnt zwar erst übermorgen, aber man übt schon eifrig. An fast jeder Ecke lauern um die Mittagszeit jetzt Kinder und Jugendliche, die Passanten und vorbeifahrende Fahrrad- und Motorrollerfahrer mit Wasser attackieren, und natürlich werden fremde Besucher nicht ausgenommen, im Gegenteil, sie sind besonders dankbare Ziele. Thomas erscheint durchnässt von oben bis unten, als wir uns um 14:00 Uhr versammeln, um Abschied zu nehmen. 7 von uns reisen heute über Hanoi zurück in die Heimat, Annette und Thomas bleiben noch einige Tage länger in Luang Prabang, und ich fliege morgen zu einem Zwischenaufenthalt in Bangkok und dann nach Hause.

Am Nachmittag besteige ich den Phou Si und hole den Besuch nach, den ich vorgestern geschwänzt habe, aber die Hoffnung, dass die Wetter- und Sichtbedingungen heute besser sind, erfüllt sich nicht, denn auch heute ist es diesig und die Sicht schlecht. Insgesamt gibt es aber keinen Grund, um über das Wetter zu klagen, denn bei unseren Unternehmungen der letzten 2 Wochen war es stets heiß, sonnig und manchmal geradezu perfekt.

Seit Jahren habe ich – außer Brunei Darussalam – alle Länder Südostasiens mehrfach besucht, einige kannte ich schon aus der Zeit, als ich in Tokio bzw. Manila lebte. Bei meinen Reisen war ich unterwegs in kleineren Gruppen oder auch allein und individuell. Diese Reise nach Laos gehört zu den Höhepunkten meiner südostasiatischen Reiseerfahrungen, denn

 * sie führte in ein wunderschönes, hochinteressantes und touristisch unverdorbenes Land,

* sie bot einen gelungenen Mix aus kulturellen Sehenswürdigkeiten und einem abwechslungsreichen Sportprogramm mit Trekking, Kajak- und Fahrradtouren,

* ich war zusammen mit angenehmen, intelligenten und reisekundigen Gefährten,

* die Reise war bestens vorbereitet und organisiert und verlief ohne nennenswerte Pannen.

Verfasser: Robert WERNER

VerfasserIn des Reiseberichts: Robert WERNER

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Eine lange, wunderbare Reise durch Indochina und Nordthailand

"52 Tage, abwechslungsreich, interessant und perfekt organisiert!"

Ursula und Heinz Kolarik, Kambodscha, Laos, Vietnam, Thailand
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Eine lange, wunderbare Reise durch Indochina und Nordthailand
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Eine lange, wunderbare Reise durch Indochina und Nordthailand

52 Tage, abwechslungsreich, interessant und perfekt organisiert!

Normalerweise reisen wir allein, meist mit Mietwagen und selbst organisiert. Da das Selbstfahren in diesen Ländern leider nicht in Frage kommt, haben wir mit a&e eine Individualreise geplant, eine echt bequeme und angenehme Alternative.

Transfers, d.h. auch lange Strecken mit Auto und Fahrer, sowie Guides im Norden, wo man kaum Englisch spricht, und Hotels waren vorgebucht. Wir konnten uns so auf die Einrücke und Erlebnisse konzentrieren.

Die große Runde Bangkok - Angkor - Vietnam von Süden nach Norden - Laos - Nordthailand - Bangkok war ein toller Eindruck der unterschiedlichen Kulturen und Menschen, Lebensbedingungen und Landschaften.

Angkor - überfüllt mit Touristen, insbesondere, da wir zum chinesischen Neujahrsfest dort waren und Chinesen bereits die meisten Touristen in Kambodscha stellen; aber die Kultur ist beeindruckend.

Vietnam - ein Tiger auf dem Sprung zu mehr Wohlstand.

Laos - layed back, aber auch immer noch extrem beeinträchtigt durch die Folgen des Vietnamkriegs.

Nordthailand und Bangkok- ein touristisches Musterland.

Man könnte natürlich seitenweise erzählen, aber ich glaube, man muss es selbst testen. Allein das Essen ist eine Reise wert.

VerfasserIn des Reiseberichts: Ursula und Heinz Kolarik

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Lupe

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